E-Zigaretten - (Mund)-Gesundheit in Gefahr
Junge Frau atmet eine weiße Nebelwolke aus
Coole Pose, die alles andere als harmlos ist

Die Nachfrage nach elektrischen Zigaretten wächst enorm. Doch wer dampft statt zu rauchen, tut seinem Körper nichts Gutes. Die Tabaklobby läuft mit perfiden Botschaften zu Hochtouren auf.

Kratzen im Hals, Hustenanfälle und stinkender Qualm: Warum Menschen diese Unannehmlichkeiten mit Genuss und einem attraktiven Lifestyle verbinden können, mag für Nichtraucher nicht nachvollziehbar sein. Doch die Sucht hat ihre Opfer fest im Griff, bewegt Menschen dazu, sich viele Dinge schön zu reden. Leider sind oben genannte Nebenwirkungen bekannterweise nicht die einzigen Nachteile des Tabakkonsums: Schwere gesundheitliche Schäden, vor allem Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs sind die traurigen Folgen jahrelangen Zigarettenkonsums. Da seit Jahrzehnten zunehmend die volkswirtschaftlichen Schäden erkennbar werden, kämpft auch der Staat mehr oder weniger ambitioniert gegen die Nikotinsucht. Werbeverbote, Aufklärungskampagnen und Rauchverbotszonen bewirkten lange eine abnehmende Zahl von Tabakkonsumenten in Deutschland.

Für die großen Tabakwarenkonzerne war dieser Abwärtstrend ein Damoklesschwert, dem dringend etwas entgegengesetzt werden musste. Dass der chinesische Apotheker Hon Lik vor etwa 20 Jahren die ersten E-Zigaretten entwickelte, entpuppte sich mehrere Jahre später als Glücksfall für die Tabakindustrie. Die neue Produktgruppe schien den drohenden Niedergang von Philip Morris, BAT und vielen anderen aufhalten zu können. Nicht nur, dass über die Frage nach der Schädlichkeit des Produkts ganz neu diskutiert werden konnte. Mit neuen Geräten, Designs und Images ließ sich ein völlig neuer Markt bespielen. Vor allem in Bezug auf die kommenden Generationen eröffneten sich Möglichkeiten, ganz neue Asse aus dem Ärmel zu zaubern (1).

In den sozialen Medien können Influencer von den köstlichen Geschmacksrichtungen schwärmen, die in den zu verdampfenden Liquids enthalten sind. Rap-Musiker zelebrieren eine ganz neue Coolness, die stark an die bei Jugendlichen beliebten orientalischen Shisha-Pfeifen angeknüpft ist. Der Boom erreicht weite Schichten der Bevölkerung. Vaporizer, Verdampfer, E-Zigaretten: Statt Tabak zu verbrennen werden heute vielerorts aromatisierte, meist mit Nikotin versetzte Flüssigkeiten erhitzt und daraus entstehende Aerosole inhaliert. Der Vorteil liegt auf der Hand - viele Giftstoffe aus konventionellen Zigaretten wie Arsen, Blei und kleine Rußpartikel gelangen nicht in die Atemwege, die klassische "geteerte Lunge" gehört der Vergangenheit an.

Tabakkonzerne vernebeln Risiken

Doch ist Vaping eine gesunde oder zumindest gesündere Alternative zum Rauchen? Definitiv nicht. Auch wenn sich die Tabakindustrie jetzt als Vertreter einer guten Sache geriert, ist Vaping alles andere als ungefährlich. Etliche medizinische Fachgesellschaften schlagen Alarm und raten von E-Zigaretten ab. Lobbyvertreter der Tabakkonzerne hingegen propagieren das Dampfen als probates Mittel zur Tabakentwöhnung. Unter dem Schlagwort "Harm reduction" wird dem Vaping zugeschrieben, dass Konsumenten massiv weniger Schadstoffe aufnähmen. Doch Experten halten derartige Aussagen für unseriös. "Immer, wenn Tabakunternehmen einer größeren Bedrohung ausgesetzt waren, haben sie neue Produkte eingeführt, die versprechen, dass sie weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten", heißt es in einem Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2022 (2).

Mit viel Geld und intensiver Lobbyarbeit schaffen es die Konzerne von Politikern bis hinein in die Ärzteschaft Fürsprecher zu akquirieren, die beim Verbraucher zumindest ein hohes Maß an Verwirrung stiften. "History repeats" lässt sich unschwer feststellen, wenn man alte Werbebotschaften und Propagandafilme aus den 1950er und 1960er Jahren betrachtet. Die Branche schrieb damals konventionellen Zigaretten einen gesundheitlichen Nutzen zu, wissentlich wurden Krankheitsrisiken unterschlagen. Auch heute kommt oft das Argument fehlender Langzeitstudien zum Konsum von E-Zigaretten. Darin kann fast schon Bösartigkeit gesehen werden, wenn man sich die zahlreichen Untersuchungen zum Thema Vaping anschaut.

Ganz klar zeigen sich in Tierversuchen und Tests mit menschlichen Zelllinien das Entstehen von entzündlichen Prozessen und DNA-Schäden nach der Bedampfung mit Aerosolen aus E-Zigaretten. Die überwiegende Mehrheit der Mediziner ist sich daher einig, dass Vaping das Krebsrisiko erhöht. Wer also wirklich gesünder leben möchte, sollte nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, sondern etablierte, evidenzbasierte Rauchentwöhnungsprogramme nutzen. Dies hat auch die Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zusammen mit anderen Fachgesellschaften in einem Positionspapier formuliert (3).

Aromastoffe zerfallen in giftige Bruchstücke

Besonders tückisch an E-Zigaretten sind die in den Liquids enthaltenen Chemiecocktails. Sie sorgen dafür, dass zwar nicht die aus der klassischen Zigarette bekannten Schadstoffe zum Gesundheitsrisiko werden, sondern völlig neue, unbekannte Moleküle mit ungewissem Gefahrenpotential. Unglaubliche 16.000 unterschiedliche Aromen für Liquids sind momentan auf dem Markt, ihre Zulassung erfolgt nach dem Lebensmittelrecht. Dass dabei die Veränderung der Substanzen durch die Hitze im Vaporizer komplett ausgeblendet wird, ist aus toxikologischer Sicht grob fahrlässig. In einer jüngst im Fachmagazin "Nature" veröffentlichte Studie zeigt sich deutlich, wie folgenschwer der Konsum von E-Zigaretten für viele Konsumenten sein könnte (4).

Unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz haben Forscher 180 verschiedene Aromastoffe und deren Zerfallsprodukte nach dem Verdampfen untersucht. Sie fanden 127 verschiedene Substanzen, die als akut toxisch eingestuft werden und 153 Stoffe, die als Gesundheitsrisiko bekannt sind. Dass der langjährige Konsum solcher Schadstoffe in den Kliniken für eine neue Patientenklientel sorgen wird, ist somit absehbar. Klare Auswirkungen des Vaping zeigte auch eine neue Meta-Studie zur Mundgesundheit. Sowohl das Risiko für eine Parodontitis als auch für Karies ist unter Vapern erhöht (wenn auch etwas geringer als unter Tabakrauchern) (5).

In einer Pressemitteilung der Gesundheitsbehörden von Queensland (Australien) wird zudem über die Gefahren für Zahnschmelz und Zahnfleisch aufgeklärt (6). Saure Anteile in den fruchtigen Liquids können den Schmelz auflösen zu Erosion führen, die klebrigen Bestandteile benetzen die Zahnoberfläche und begünstigen das Anhaften von Bakterien. Außerdem sei ein häufiger Nebeneffekt des Dampfens ein trockener Mund, was oft zu Mundgeruch (Halitosis) führe und die Balance der Mundflora empfindlich stören könne. Nicht zuletzt wird auch vor dunklen Verfärbungen der Zähne gewarnt, die sich ohne professionelle Hilfe kaum entfernen lassen. Wer trotz aller Warnungen dampft, sollte regelmäßig seinen Zahnarzt aufsuchen. Dieser kann nicht nur Entzündungen des Zahnfleisches und andere Schäden diagnostizieren, sondern auch frühzeitig Hinweise auf Mundhöhlenkrebs und weitere Tumorarten erkennen.

Quellen:

1) https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-2282-9908?cooperation=033207199170100092019027036178226086109232131082

2) WHO report on the global tobacco epidemic 2021: addressing new and emerging products. https://www.who.int/publications/i/item/9789240032095

3) pneumologie.de/storage/app/uploads/public/636/ba4/635/636ba4635bef2248644834.pdf

4) https://www.nature.com/articles/s41598-024-59619-x

5) www.mdpi.com/1648-9144/60/3/365
 
6) www.health.qld.gov.au/newsroom/doh-media-releases/how-vaping-can-damage-your-teeth

Kosten berechnenZahnersatzrechner

Überzeugen Sie sich selbst: Vergleichen Sie die Kosten für Zahnersatz und berechnen Sie die Höhe Ihrer Ersparnis bei den Angeboten von dentaltrade.

Zahnersatz-BonusCard beantragendentaltrade BonusCard

Mit der Zahnersatz BonusCard von dentaltrade jetzt noch mehr sparen bei schönem Zahnersatz. Beantragen Sie Ihre persönliche BonusCard. Kostenlos!

Zahnarztsuche