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		<title>RSS Feed von dentaltrade</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2026 12:50:27 +0200</pubDate>
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						<pubDate>Tue, 02 Dec 2014 10:19:00 +0100</pubDate>
						<title>dentaltrade in 3 Minuten</title>
						<link>http://www.youtube.com/watch?v=oornGuD1LEA?rel=0</link>
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						<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
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						<pubDate>Fri, 21 Feb 2025 11:02:14 +0100</pubDate>
						<title>Pilze im Mund - na und?</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/pilze-im-mund-na-und/</link>
						<description>Nicht nur Bakterien sind ein stetiger Begleiter des Menschen - auch Pilze sind Dauergäste in der Mundhöhle. Welche Auswirkungen das auf Krankheiten und Wohlbefinden hat, wird aktuell erforscht.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Mikrobiom-Forschung ist sicher eine der vielversprechendsten Forschungszweige der modernen Medizin. Immer mehr wird darüber bekannt, wie wichtig ein gut ausbalanciertes Zusammenleben von Kleinstlebewesen in und auf dem menschlichen Körper für sein Wohlbefinden ist. Etliche Arten haben sich auf eine kooperierende Existenz mit dem Menschen eingestellt. Sie profitieren von unseren biologischen Eigenheiten, finden ein geeignetes Milieu für Wachstum und Fortpflanzung.</p>
<p class="bodytext">Im Gegenzug für diese &quot;Gastfreundschaft&quot; helfen viele Mikroorganismen bei der Verdauung einiger Nahrungsbestandteile oder übernehmen andere wichtige Funktionen. Doch falsche Ernährung oder belastende Umwelteinflüsse können das Gleichgewicht der zahlreichen Arten ins Wanken bringen, man spricht von einer Dysbiose. Dabei fallen unter anderem schädliche Stoffwechselprodukte in großen Mengen an und beeinträchtigen menschliche Gewebe und Organe, der Mensch erkrankt. </p>
<p class="bodytext">Während findige Unternehmer bereits mit einigen &quot;guten&quot; Bakterienarten neue Therapieoptionen auf den Markt bringen, gibt es eine Gruppe unter den Kleinstlebewesen, die bislang wenig untersucht ist: Die Pilze. Mehr als 100.000 Arten sind mittlerweile beschrieben worden, Experten schätzen jedoch, dass mehrere Millionen noch unentdeckt sind.</p>
<p class="bodytext">Als Begleiter des Menschen scheinen sie auf den ersten Blick nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Im Vergleich zur bakteriellen Besiedlung macht das so genannte <strong>Mykobiom</strong> nur etwas mehr als ein halbes Promille im Speichel aus, im Zahnplaque kommt sogar nur etwa ein Pilz auf eine Million Bakterien. Zudem ist es für Forscher nur schwer zu beurteilen, welche Pilze lediglich auf der &quot;Durchreise&quot; sind, weil sie beispielsweise mit der Nahrung in der Mundhöhle gelandet sind. Hat es somit überhaupt Sinn, sich in der Zahnmedizin intensiver mit Pilzen zu befassen?</p>
<p class="bodytext"><strong>Freund, Feind oder stiller Begleiter</strong></p>
<p class="bodytext">Einige prominente Vertreter des Reichs der Pilze lassen erahnen, dass es nicht klug wäre, an deren Relevanz zu zweifeln. Der Hefepilz Candida albicans ist ein Paradebeispiel für eine Spezies, die weit verbreitet ist, aber gelegentlich für gesundheitlichen Ärger sorgt. Etwa 100.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer <strong>Candidose</strong>, auch als <a href="https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/immunsystem/mundsoor-symptome-und-behandlung-von-oraler-candidose/"  target="_blank">Mundsoor bekannt</a>. Bei immungeschwächten Personen kann der Pilz sich auf der Zunge ungehemmt vermehren, es entsteht ein weißer pelziger Belag, der auch auf den Rachen überspringen kann. Bei älteren unbehandelten Menschen können diese entzündeten Bereiche schmerzhaft sein und führen so häufig zu einer Mangelernährung. Mit verschiedenen Medikamenten kann der Pilz gut bekämpft werden, doch in der Kategorie &quot;harmlos&quot; sollte er damit nicht landen.</p>
<p class="bodytext">Mehrere <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/prd.12558"  target="_blank">Studien zeigen</a>, dass C. albicans noch in ganz anderen Zusammenhängen auftaucht. Patienten mit einem <strong>Plattenepithelkarzinom</strong> beispielsweise wiesen ein erhöhtes Vorkommen dieser Hefepilzart im betroffenen Gewebe auf. Zudem war das Spektrum anderer Pilzarten weniger divers. Eine Dysbiose war ebenfalls für das bakterielle Mikrobiom zu erkennen, was im Tumorgewebe für ein stark entzündliches Milieu sorgte. C. albicans ist in der Lage, Alkohol zu krebserregendem Acetaldehyd zu verstoffwechseln oder ebenso schädliche Nitrosamine auszuscheiden. Ob der Pilz ursächlich für die Entstehung von Tumoren sein kann oder lediglich die veränderten Bedingungen besonders effektiv ausnutzt, ist aktuell nicht zu beantworten.</p>
<p class="bodytext">Nicht nur die Mundschleimhaut ist möglicherweise durch C. albicans gefährdet - auch der <strong>Zahnhalteapparat</strong> könnte durch die Aktivitäten des Pilzes Schaden nehmen. Mehrere <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1155/2021/5589664"  target="_blank">Untersuchungen</a> weisen darauf hin, dass vor allem im Kollektiv mit unterschiedlichen Bakterienarten unliebsame Allianzen entstehen. Zum einen produziert der Pilz klebrige Moleküle, die ein Anheften an Schleimhäuten ermöglicht und die <strong>Bildung von Biofilmen</strong> fördert. Zum anderen kann Candida sowohl in sauerstoffreicher als auch sauerstoffarmer Umgebung gut existieren und bietet somit anaeroben Keimen eine willkommene Abschirmung gegen ein lebensfeindliches Milieu.</p>
<p class="bodytext">Forscher <a href="https://bmcmicrobiol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12866-017-1064-9"  target="_blank">haben gezeigt</a>, dass ein aggressiver Erreger der <strong>Parodontitis</strong>, <em>Porphyromonas gingivalis</em>, unterhalb des Zahnfleischsaums mit C. albicans vergesellschaftet auftreten kann. Bislang wird das gemeinsame Auftreten der Arten zwar als Korrelation beschrieben, handfeste Beweise für eine Synergie fehlen jedoch weiterhin.</p>
<p class="bodytext"><strong>Auffällige Candida-Besiedlung bei kariösen Zähnen</strong></p>
<p class="bodytext">Auch bei der Volkskrankheit <strong>Karies</strong> haben Wissenschaftler die Anwesenheit von C. albicans überprüft. Bei einer Gruppe von Kindern <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7048226/"  target="_blank">wiesen sie ein erhöhtes Vorkommen</a> des Hefepilzes nach, wenn starke kariöse Schäden (Early childhood caries) vorlagen. Offensichtlich ist C. albicans entweder Förderer oder Profiteur der Erkrankung.</p>
<p class="bodytext">Ein irgendwie geartetes Zusammenspiel zwischen dem Karies-Hauptverursacher <em>Streptococcus mutans</em>, aber auch anderen Erregern wie <em>Actinomyces spp</em>. oder <em>Prevotella spp.</em> ist naheliegend. Genetische <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00253-022-12211-7"  target="_blank">Analysen anderer Wissenschaftler</a> haben gezeigt, dass C. albicans Signalstoffe produziert, die die Kariogenität von <em>S. mutans</em> erhöhen.</p>
<p class="bodytext">Die Kommunikation zwischen Bakterien und Pilz scheint einem durchaus fein abgestimmten Regelkreis zu dienen: <em>S. mutans</em> kann auch Hemmstoffe produzieren, die eine orale <a href="https://www.frontiersin.org/journals/microbiology/articles/10.3389/fmicb.2020.01605/full"  target="_blank">Candidose in Schach halten</a>. Überraschend ist zudem, dass in den Karies-freien Gebissen der Kinder ein anderer Pilz dominierte. Der Hefepilz <strong>Malassezia globosa</strong> könnte eine Schutzwirkung vor den Zahnschäden bieten, dessen genauer Mechanismus aber noch unbekannt ist. Eine Wachstumshemmung auf konkurrierende Pilze liegt wohl nicht vor, <a href="https://www.jidonline.org/article/S0022-202X(18)30026-5/fulltext"  target="_blank">einzelne Studien</a> belegen jedoch ein antibakterielles Potential. Auch wenn M. globosa hier scheinbar ein willkommener Kommensale sein könnte, sorgt er andernorts für weniger schöne Befunde. So weisen infizierte Patienten Flecken in der oberen Hautschicht auf, die meist heller als die Umgebung sind.</p>
<p class="bodytext"><strong>Die gute Seite von C. albicans</strong></p>
<p class="bodytext">Eine simple Einteilung in &quot;gute Pilze - schlechte Pilze&quot; ist also offensichtlich kaum sinnvoll. Auch C. albicans ist bei den vielen bekannten Krankheitsbildern nicht ausschließlich ein Vertreter der &quot;bad guys&quot;, der mit allen Mitteln bekämpft werden müsste. Als Darmbewohner trainiert er bestimmte Zellen des Immunsystems, darüber hinaus kann er giftige <a href="https://www.intechopen.com/chapters/58349"  target="_blank">Schwermetalle binden</a> und deren schädigende Wirkung für viele Körperzellen verhindern.</p>
<p class="bodytext">Das Zusammenleben mit Pilzen ist weit mehr als ein kurioses Phänomen. Gelegentlich mit antifungalen Cremes regulatorisch einzugreifen, mag bislang noch die einzige Vorgehensweise sein, wie den anpassungsfähigen Geschöpfen begegnet wird. In der Zukunft könnten Mediziner und Zahnärzte bei zahlreichen pathologischen Befunden in der Mundhöhle vielleicht anders reagieren. Dann könnte die Bekämpfung oder die Förderung bestimmter Pilzarten ein kraftvoller Hebel für Heilungsprozesse sein.</p>
<p class="bodytext">Letztendlich ist auch heute schon das Beheben einer vorliegenden Dysbiose das wichtigste Therapieziel: wenn also sämtliche Störfaktoren beseitigt werden, die das Ökosystem aller Mikroorganismen aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Nur in einem fein austarierten System kann die Eskalation destruktiver Prozesse gestoppt werden.</p>
<p class="bodytext">Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, steht hier statt Symptombekämpfung die Ursachenbekämpfung im Vordergrund. Das Vermeiden von Umweltgiften, Fehlernährung und Stress führt zu nachhaltigeren Erfolgen als der Einsatz von Fungiziden und Antibiotika.</p>]]></content:encoded>
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						<pubDate>Tue, 16 Jul 2024 00:38:40 +0200</pubDate>
						<title>Sportzahnmedizin - Fitte Zähne für den Sieg</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/sportzahnmedizin-fitte-zaehne-fuer-den-sieg/</link>
						<description>Ein guter Fußballer hat Talent und trainiert hart. Doch wenn das Gebiss Probleme macht, hilft jeglicher Ehrgeiz nicht: Die Leistung sinkt, Verletzungen häufen sich. Sportzahnärzte können hier Retter in der Not sein.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">An den spanischen Fußballhelden hat sich die deutsche Elf bei der Europameisterschaft 2024 wahrlich die Zähne ausgebissen – Streit um einen unterschlagenen Elfmeter hin oder her. Dabei war auch in dentaler Hinsicht die Nagelsmann-Truppe bestens aufgestellt: Seit Ex-Nationaltrainer Hansi Flick im Mai 2022 für die WM in Katar mit Dr. Siegfried Marquardt einen Zahnarzt ins Coaching-Team geholt hat, wird allen Kader-Spielern genau auf die Zähne geschaut. Denn bei einem Milliardengeschäft wie dem Profi-Fußball, zählt jedes Quäntchen Fitness, das im Zweifelsfall über Sieg oder Niederlage entscheidet. Im Bereich der Mundgesundheit nicht auf dem optimalen Stand zu sein, ist somit grob fahrlässig.</p>
<p class="bodytext">Mittlerweile haben diese Möglichkeit der Leistungssteigerung zahlreiche Sportverbände erkannt und holen sich fachlichen Rat ins Haus. Dr. Marquardt ist daher nicht nur für die Profikicker zuständig, sondern unterstützt auch Spitzenathleten aus dem Skisport und dem Eishockey. Da die Schnittmengen zwischen Sport und Zahnmedizin nicht klein sind, haben sich inzwischen zahlreiche Behandler auf die Fachrichtung Sportzahnmedizin spezialisiert. Die deutschen Fachgesellschaften DGSZM (Deutsche Gesellschaft für Sportzahnmedizin) oder DGzPRsport (Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport e.V.) bieten hierzu Fortbildungen an, aber auch international finden sich Organisationen (ASD, American Academy for Sports Dentistry), die interessierte Zahnärzte schulen.</p>
<p class="bodytext">Natürlich sind Sportzahnärzte nicht nur für Leistungssportler eine enorme Hilfe. Die Fachzahnärzte sind vor allem gut vorbereitet auf die weniger schönen Ereignisse im Wettbewerb: Wenn zum Beispiel Schläge, Tritte oder Stürze zu Traumata im Gesichtsbereich führen. Beim gelockerten Zahn bis hin zu schweren Knochenbrüchen können sie mit ihrer Expertise routiniert die wichtigsten Therapiemaßnahmen einleiten. Zudem sind sie der richtige Ansprechpartner, wenn es um einen individuellen Mundschutz geht. Eine professionelle Anfertigung ist dabei ihr Geld wert: Je passgenauer die Kunststoffschienen die Zähne umschließen, desto besser ist ihre Schutzwirkung.<br />Eine weitere wichtige Aufgabe der Dentalcoachs ist es, Sportler über riskante Ernährungsgewohnheiten aufzuklären und individuelle Tipps zu geben. Hier zeigt sich in der Regel ein großer Bedarf, denn oft bringt die erhöhte Kalorienzufuhr der Athleten ein zahnschädigendes Ess- und Trinkverhalten mit sich. </p>
<p class="bodytext"><strong>Zahlreiche Einflüsse schädigen das Sportlergebiss</strong></p>
<p class="bodytext">Angefangen beim süßen Müsliriegel für den schnellen Energienachschub, über zuckerhaltige Proteinshakes bis hin zu sauren Fitnessgetränken, die zu Schmelzerosionen führen: Ein Sportlergebiss ist ein Paradies für Kariesbakterien und andere pathogene Erreger. Stress im Training und bei Wettkämpfen kann zum nächtlichen Zähneknirschen (Bruxismus) führen, das sprichwörtliche “Zähne zusammenbeißen” beim ehrgeizigen Kraftakt richtet zusätzlichen Schaden an. Wertvolle Zahnsubstanz geht verloren, splittert oder bricht aus den Kronen heraus. In vielen Fällen zahlen Sportler mit ihrer Mundgesundheit einen hohen Preis, um zu den besten ihrer Gruppe zu gehören. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29938820/"  target="_blank">Wissenschaftliche Studien</a> haben gezeigt, dass die oben beschriebenen Risiken nicht nur in der Theorie existieren. Eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26527674/"  target="_blank">Untersuchung an 187 britischen Fußballprofis</a> im Jahr 2016 offenbarte den kläglichen Zustand der Zähne der Kicker. Mehr als jeder Dritte hatte Karies, mehr als die Hälfte wies Erosionsschäden auf und trotz ihres jungen Alters fanden die Autoren der Studie bei 5 Prozent eine mittlere bis schwere Parodontitis.</p>
<p class="bodytext">Bereits vor mehr als zehn Jahren widmeten Wissenschaftler sich der Mundgesundheit von Fußballern. Anhand der Befunde von <a href="http://www.medicinaoral.com/pubmed/medoralv16_i3_pe436.pdf"  target="_blank">Profis des FC Barcelona</a> kamen sie zu ähnlichen Ergebnissen. Trotz ausgezeichneter medizinischer Betreuung fanden die Forscher diverse zahnmedizinische Problemzonen: Neben Karies und Zahnfleischentzündungen diagnostizierten sie Fehlbisse (Malokklusion), Bruxismus und Kronenfrakturen. Ein zusätzliches interessantes Resultat lieferte die Betrachtung des Plaqueindex (Menge an Zahnbelägen) und der Tiefe von Zahnfleischtaschen. Diese Werte korrelierten mit der Häufigkeit von Muskelverletzungen.</p>
<p class="bodytext">Dass gesunde Zähne zu besseren Leistungen führen, zeigen auch mehrere weitere Studien. Jüngst wurde an <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1991790223002180?via%3Dihub"  target="_blank">300 Soldaten aus Taiwan</a> untersucht, welche Auswirkungen Karies und Parodontitis auf deren sportliche Leistungsfähigkeit haben. Sowohl beim 3000-Meter-Lauf als auch bei der Maximalzahl an Liegestützen schnitten erkrankte Probanden deutlich schlechter ab. Eine andere Arbeitsgruppe widmete sich <a href="https://www.mdpi.com/2077-0383/11/17/5161"  target="_blank">deutschen Spitzenathleten</a> und betrachtete die Blut- und Leistungswerte von Sportlern mit parodontalen Entzündungen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass deren maximale Sauerstoffaufnahme vermindert und auch die Maximalleistung auf dem Fahrradergometer niedriger als in der Vergleichsgruppe war. Im Grunde folgt also die fast banale Erkenntnis, dass ein Körper, der gegen entzündliche Prozesse kämpfen muss, zu keiner 100-prozentigen sportlichen Performance in der Lage ist.</p>
<p class="bodytext"><strong>Entzündete Zähne als Verletzungsrisiko</strong></p>
<p class="bodytext">Doch die negativen Folgen entzündeter Zähne gehen weit über eine abgeschwächte Höchstleistung hinaus. Prominentes und wegweisendes Beispiel: Der <a href="https://www.goal.com/de/meldungen/wie-einst-bei-arjen-robben-zahn-op-fuer-bayernstar-jamal-musiala/blt51673a3e8310a590"  target="_blank">frühere Bayern-Kicker Arjen Robben</a>. Immer wieder zog sich der Niederländer Muskelverletzungen im Oberschenkel zu, die betreuenden Ärzte standen vor einem Rätsel. Erst nachdem ein Zahnarzt dem Flügelstürmer Anfang 2019 zwei eiternde Zähne entfernt hatte, sollte der Spuk ein Ende finden. Ohne jegliche wissenschaftliche Evidenz, aber doch bemerkenswert, ist auch die auffallende Leistungssteigerung des Bayern-Stars Jamal Musiala. Dieser musste ebenfalls mehrfach wegen Muskelverletzungen bei Bundesligaspielen aussetzen. Als mögliche Ursache wurde ein Weisheitszahn ins Visier genommen und vergangenen Dezember gezogen. Bei der EURO 2024 ist er nun durchgängig von Kommentatoren gelobt worden, seine drei erzielten Tore machten ihn bei diesem Turnier zum besten Torschützen des deutschen Kaders.</p>
<p class="bodytext">Nicht nur Keime und Entzündungen bremsen die Kräfte der Topspieler aus: Auch Zahnfehlstellungen und Fehlbisse führen zu Einschränkungen und erhöhen die Verletzungsgefahr. Wenn die Diagnose des Zahnarztes Richtung CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) geht, wird mit Zahnschienen an einer Verbesserung der Situation gearbeitet. Denn der gesamte Muskel-Skelett-Apparat kann gestört werden, wenn im Bereich des Kiefergelenks Muskeln nicht im korrekten Zusammenspiel funktionieren. Sogenannte Performance-Schienen sollen solche Dysbalancen ausgleichen und versprechen, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination des Sportlers zu verbessern.</p>
<p class="bodytext">Sportzahnmediziner haben zudem<a href="https://dr-saathoff.de/schneller-hoeher-weiter-aber-vor-allem-gesuender/?cookie-state-change=1721085709410"  target="_blank"> spezielle Schienen entwickelt</a>, die vorrangig im Spitzensport zum Einsatz kommen. Diese sollen die Maximalkraft optimieren und die Wirbelsäule stabilisieren können. Darüber hinaus haben sie einen positiven Effekt auf die Sauerstoffsättigung, das vegetative Nervensystem und die Schlaf- und Erholungsphasen. Auch wenn derartige Erfolgsversprechen noch nicht hinreichend durch wissenschaftliche Studien gestützt sind, gibt es zahlreiche anekdotische Belege für die Wirkung der Schienen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Bayern-Kicker mit Schiene therapiert</strong></p>
<p class="bodytext">So musste auch Top-Fußballer Leon Goretzka vom FC Bayern regelmäßig einige Spiele seines Vereins als Zuschauer verfolgen, weil ihm gesundheitliche, vor allem aber muskuläre Probleme zu schaffen machten. <a href="https://tribuna.com/de/news/fcbayern-2022-05-28-enthullt-zahnarzt-hat-leon-goretzka-in-der-vergangenen-saison-geholfen-muskulare-probleme/"  target="_blank">Nachdem Sportzahnarzt Dr. Marquardt</a> Goretzka intensiv untersucht hatte, sah man den Kicker in der Saison 2021/22 häufig mit einer Schiene auf dem Platz. Ob diese Therapie tatsächlich eine Besserung herbeiführen konnte, lässt sich nicht klar beantworten. Doch während Goretzka in der <a href="https://www.transfermarkt.de/leon-goretzka/verletzungen/spieler/153084"  target="_blank">Saison 20/21 noch bei 21 Spielen ausfiel</a> und auch 21/22 bei 20 Spielen nicht aufs Feld kam, gab es in den beiden folgenden Spielzeiten nur jeweils 7 und 6 Ausfälle.</p>
<p class="bodytext">Auch wenn im Gegensatz zu den USA, wo nahezu jede Mannschaft jeder Sportart einen “Team-dentist” vorweisen kann, die zahnmedizinische Betreuung von Sportlern in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, gewinnt diese Unterstützung an Bedeutung. <a href="https://m.allfootballapp.com/amp/news/La-Liga/Barcelona-manager-Hansi-Flick-makes-strange-dental-request-for-medical-tests/3429685"  target="_blank">Hansi Flick hat als neuer Trainer</a> des FC Barcelona zur medizinischen Eingangsuntersuchung der Spieler eine zahnärztliche Kontrolle hinzugefügt und damit einer möglichen Schwachstelle direkt den Kampf angesagt. Die oben bereits erwähnte – zugegebenermaßen etwas ältere – Studie hatte den Spielern des nordspanischen Vereins diverse zahnmedizinische Problemzonen bescheinigt. Sollte dieses Manko repräsentativ für die meisten spanischen Kicker sein, ließe sich nach dem Triumph der Finalsieger bei der EURO 2024 daraus ableiten: Ein gesundes Gebiss mag den Weg zu einem Turniergewinn zwar erleichtern, am Ende braucht es dazu aber vermutlich drei oder vier weitere Zutaten, die die Magie des sportlichen Erfolgs ausmachen.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-193</guid>
						<pubDate>Thu, 16 May 2024 11:23:53 +0200</pubDate>
						<title>E-Zigaretten - (Mund)-Gesundheit in Gefahr</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/e-zigaretten-mund-gesundheit-in-gefahr/</link>
						<description>Die Nachfrage nach elektrischen Zigaretten wächst enorm. Doch wer dampft statt zu rauchen, tut seinem Körper nichts Gutes. Die Tabaklobby läuft mit perfiden Botschaften zu Hochtouren auf.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Kratzen im Hals, Hustenanfälle und stinkender Qualm: Warum Menschen diese Unannehmlichkeiten mit Genuss und einem attraktiven Lifestyle verbinden können, mag für Nichtraucher nicht nachvollziehbar sein. Doch die Sucht hat ihre Opfer fest im Griff, bewegt Menschen dazu, sich viele Dinge schön zu reden. Leider sind oben genannte Nebenwirkungen bekannterweise nicht die einzigen Nachteile des Tabakkonsums: Schwere gesundheitliche Schäden, vor allem Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs sind die traurigen Folgen jahrelangen Zigarettenkonsums. Da seit Jahrzehnten zunehmend die volkswirtschaftlichen Schäden erkennbar werden, kämpft auch der Staat mehr oder weniger ambitioniert gegen die Nikotinsucht. Werbeverbote, Aufklärungskampagnen und Rauchverbotszonen bewirkten lange eine abnehmende Zahl von Tabakkonsumenten in Deutschland.<br /><br />Für die großen Tabakwarenkonzerne war dieser Abwärtstrend ein Damoklesschwert, dem dringend etwas entgegengesetzt werden musste. Dass der chinesische Apotheker Hon Lik vor etwa 20 Jahren die ersten E-Zigaretten entwickelte, entpuppte sich mehrere Jahre später als Glücksfall für die Tabakindustrie. Die neue Produktgruppe schien den drohenden Niedergang von Philip Morris, BAT und vielen anderen aufhalten zu können. Nicht nur, dass über die Frage nach der Schädlichkeit des Produkts ganz neu diskutiert werden konnte. Mit neuen Geräten, Designs und Images ließ sich ein völlig neuer Markt bespielen. Vor allem in Bezug auf <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-2282-9908?cooperation=033207199170100092019027036178226086109232131082"  target="_blank">die kommenden Generationen</a> eröffneten sich Möglichkeiten, ganz neue Asse aus dem Ärmel zu zaubern (1).<br /><br />In den sozialen Medien können Influencer von den köstlichen Geschmacksrichtungen schwärmen, die in den zu verdampfenden Liquids enthalten sind. Rap-Musiker zelebrieren eine ganz neue Coolness, die stark an die bei Jugendlichen beliebten orientalischen Shisha-Pfeifen angeknüpft ist. Der Boom erreicht weite Schichten der Bevölkerung. Vaporizer, Verdampfer, E-Zigaretten: Statt Tabak zu verbrennen werden heute vielerorts aromatisierte, meist mit Nikotin versetzte Flüssigkeiten erhitzt und daraus entstehende Aerosole inhaliert. Der Vorteil liegt auf der Hand - viele Giftstoffe aus konventionellen Zigaretten wie Arsen, Blei und kleine Rußpartikel gelangen nicht in die Atemwege, die klassische &quot;geteerte Lunge&quot; gehört der Vergangenheit an.<br /><br /><strong>Tabakkonzerne vernebeln Risiken</strong><br /><br />Doch ist Vaping eine gesunde oder zumindest gesündere Alternative zum Rauchen? Definitiv nicht. Auch wenn sich die Tabakindustrie jetzt als Vertreter einer guten Sache geriert, ist Vaping alles andere als ungefährlich. Etliche medizinische Fachgesellschaften schlagen Alarm und raten von E-Zigaretten ab. Lobbyvertreter der Tabakkonzerne hingegen propagieren das Dampfen als probates Mittel zur Tabakentwöhnung. Unter dem Schlagwort &quot;Harm reduction&quot; wird dem Vaping zugeschrieben, dass Konsumenten massiv weniger Schadstoffe aufnähmen. Doch Experten halten derartige Aussagen für unseriös. &quot;Immer, wenn Tabakunternehmen einer größeren Bedrohung ausgesetzt waren, haben sie neue Produkte eingeführt, die versprechen, dass sie weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten&quot;, heißt es in <a href="http://www.who.int/publications/i/item/9789240032095"  target="_blank">einem Report</a> der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2022 (2).<br /><br />Mit viel Geld und intensiver Lobbyarbeit schaffen es die Konzerne von Politikern bis hinein in die Ärzteschaft Fürsprecher zu akquirieren, die beim Verbraucher zumindest ein hohes Maß an Verwirrung stiften. &quot;History repeats&quot; lässt sich unschwer feststellen, wenn man alte Werbebotschaften und Propagandafilme aus den 1950er und 1960er Jahren betrachtet. Die Branche schrieb damals konventionellen Zigaretten einen gesundheitlichen Nutzen zu, wissentlich wurden Krankheitsrisiken unterschlagen. Auch heute kommt oft das Argument fehlender Langzeitstudien zum Konsum von E-Zigaretten. Darin kann fast schon Bösartigkeit gesehen werden, wenn man sich die zahlreichen Untersuchungen zum Thema Vaping anschaut.<br /><br />Ganz klar zeigen sich in Tierversuchen und Tests mit menschlichen Zelllinien das Entstehen von entzündlichen Prozessen und DNA-Schäden nach der Bedampfung mit Aerosolen aus E-Zigaretten. Die überwiegende Mehrheit der Mediziner ist sich daher einig, dass Vaping das Krebsrisiko erhöht. Wer also wirklich gesünder leben möchte, sollte nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, sondern etablierte, evidenzbasierte Rauchentwöhnungsprogramme nutzen. Dies hat auch die Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zusammen mit anderen Fachgesellschaften in <a href="https://pneumologie.de/storage/app/uploads/public/636/ba4/635/636ba4635bef2248644834.pdf"  target="_blank">einem Positionspapier</a> formuliert (3).<br /><br /><strong>Aromastoffe zerfallen in giftige Bruchstücke</strong><br /><br />Besonders tückisch an E-Zigaretten sind die in den Liquids enthaltenen Chemiecocktails. Sie sorgen dafür, dass zwar nicht die aus der klassischen Zigarette bekannten Schadstoffe zum Gesundheitsrisiko werden, sondern völlig neue, unbekannte Moleküle mit ungewissem Gefahrenpotential. Unglaubliche 16.000 unterschiedliche Aromen für Liquids sind momentan auf dem Markt, ihre Zulassung erfolgt nach dem Lebensmittelrecht. Dass dabei die Veränderung der Substanzen durch die Hitze im Vaporizer komplett ausgeblendet wird, ist aus toxikologischer Sicht grob fahrlässig. In einer jüngst im Fachmagazin &quot;Nature&quot; <a href="http://www.nature.com/articles/s41598-024-59619-x"  target="_blank">veröffentlichte Studie</a> zeigt sich deutlich, wie folgenschwer der Konsum von E-Zigaretten für viele Konsumenten sein könnte (4).<br /><br />Unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz haben Forscher 180 verschiedene Aromastoffe und deren Zerfallsprodukte nach dem Verdampfen untersucht. Sie fanden 127 verschiedene Substanzen, die als akut toxisch eingestuft werden und 153 Stoffe, die als Gesundheitsrisiko bekannt sind. Dass der langjährige Konsum solcher Schadstoffe in den Kliniken für eine neue Patientenklientel sorgen wird, ist somit absehbar. Klare Auswirkungen des Vaping zeigte auch eine <a href="http://www.mdpi.com/1648-9144/60/3/365"  target="_blank">neue Meta-Studie</a> zur Mundgesundheit. Sowohl das Risiko für eine Parodontitis als auch für Karies ist unter Vapern erhöht (wenn auch etwas geringer als unter Tabakrauchern) (5).<br /><br />In <a href="http://www.health.qld.gov.au/newsroom/doh-media-releases/how-vaping-can-damage-your-teeth"  target="_blank">einer Pressemitteilung</a> der Gesundheitsbehörden von Queensland (Australien) wird zudem über die Gefahren für Zahnschmelz und Zahnfleisch aufgeklärt (6). Saure Anteile in den fruchtigen Liquids können den Schmelz auflösen zu Erosion führen, die klebrigen Bestandteile benetzen die Zahnoberfläche und begünstigen das Anhaften von Bakterien. Außerdem sei ein häufiger Nebeneffekt des Dampfens ein trockener Mund, was oft zu Mundgeruch (Halitosis) führe und die Balance der Mundflora empfindlich stören könne. Nicht zuletzt wird auch vor dunklen Verfärbungen der Zähne gewarnt, die sich ohne professionelle Hilfe kaum entfernen lassen. Wer trotz aller Warnungen dampft, sollte regelmäßig seinen Zahnarzt aufsuchen. Dieser kann nicht nur Entzündungen des Zahnfleisches und andere Schäden diagnostizieren, sondern auch frühzeitig Hinweise auf Mundhöhlenkrebs und weitere Tumorarten erkennen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Quellen:<br /></strong><br />1) <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-2282-9908?cooperation=033207199170100092019027036178226086109232131082"  target="_blank">https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-2282-9908?cooperation=033207199170100092019027036178226086109232131082</a><br /><br />2) WHO report on the global tobacco epidemic 2021: addressing new and emerging products. <a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240032095"  target="addressing">https://www.who.int/publications/i/item/9789240032095</a><br /><br />3) <a href="https://pneumologie.de/storage/app/uploads/public/636/ba4/635/636ba4635bef2248644834.pdf" target="_blank">pneumologie.de/storage/app/uploads/public/636/ba4/635/636ba4635bef2248644834.pdf</a><br /><br />4) <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-024-59619-x"  target="_blank">https://www.nature.com/articles/s41598-024-59619-x</a><br /><br />5) <a href="https://www.mdpi.com/1648-9144/60/3/365" target="_blank">www.mdpi.com/1648-9144/60/3/365</a> <br />&nbsp;<br />6) <a href="https://www.health.qld.gov.au/newsroom/doh-media-releases/how-vaping-can-damage-your-teeth" target="_blank">www.health.qld.gov.au/newsroom/doh-media-releases/how-vaping-can-damage-your-teeth</a></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-192</guid>
						<pubDate>Wed, 27 Sep 2023 13:47:47 +0200</pubDate>
						<title>Schnarchen: Wie Zahnärzte für erholsamen Schlaf sorgen </title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/schnarchen-wie-zahnaerzte-fuer-erholsamen-schlaf-sorgen/</link>
						<description>Vielen Menschen ist nachts keine Ruhe vergönnt. Luft quält sich mit lauten Geräuschen vom Mund zu den Lungen, die Atmung gerät ins Stocken. Ein Besuch beim Hausarzt, aber auch beim Zahnarzt kann Abhilfe schaffen.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Manchmal helfen nur noch getrennte Schlafzimmer - Wer mit einem Schnarcher sein Bett teilt, kann sich häufig nachts kaum erholen. Und auch der Betroffene wacht nach seinem lautstarken Konzert selten entspannt und quietschfidel auf. Vermutlich fast <a href="https://d1wqtxts1xzle7.cloudfront.net/87336405/jsr.1277020220611-1-b4azmt-libre.pdf?1654931606=&response-content-disposition=inline%3B+filename%3DPrevalence_and_association_analysis_of_o.pdf&Expires=1695820325&Signature=RQVC7GeUMbcmcRwjvPvAefTg2BgUdkrn5cJdoIFZG8VEYzXXMtbiNbooSW6-4M9E1fHLq4qZ3Mjw27s4dbhGl0uN2ybmtPTjBQwK6tbts4rUAnE7dwofrc9k3fJ1U2JbJ56YgZCtn6xZQgQH1EQF7YpPagWgYsZwvYCQk9M32MVt9tJ6n-BCOC8vVFkilk3tDbExZdfRIw~44NYa2Z5suCRNSmjT9fZP4uryH56vfoGtAgYzfI99SuWb6rUcZdX05W0BVrG0qw7nSiB1NM-rdsQ8ZJH~CCUt~SEL5LqMt8kQo-~3r1nYaEkU8akFMgpXJucZfmvxT9f7GQtlTQigHg__&Key-Pair-Id=APKAJLOHF5GGSLRBV4ZA"  target="_blank">die Hälfte der Erwachsenen</a> hat mit nächtlichen Atemproblemen zu kämpfen und ein hoher Anteil leidet in der Folge an erheblichen körperlichen Beschwerden.</p>
<p class="bodytext">Neben den unverkennbaren “Sägegeräuschen” durch blockierte Atemwege haben Schnarcher oft noch ein weiteres Problem. Ihre Atmung setzt kurzzeitig aus und springt erst wieder an, wenn der Körper den Sauerstoffmangel bemerkt. Für den gesamten Organismus ist dies purer Stress. Je länger die Aussetzer dauern, desto lauter schrillen die inneren Alarmglocken, ein Cocktail an aktivierenden Hormonen lässt einen erholsamen Schlaf in weite Ferne rücken. </p>
<p class="bodytext">Die so genannte Schlafapnoe ist nicht nur für eine bedenkliche Müdigkeit am Tag verantwortlich, sondern konnte in <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/resp.13838"  target="_blank">mehreren Studien</a> mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen oder Schlaganfällen in Verbindung gebracht werden. Je nach Schweregrad der nächtlichen Störungen ist es daher angebracht, zunächst beim Hausarzt diese Problematik anzusprechen. Erste Hinweise auf eine risikoreiche Schieflage können neben einem Lebenspartner auch Smartwatches geben, die den Schlaf überwachen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Diagnose im Schlaflabor</strong></p>
<p class="bodytext">Der Allgemeinarzt überweist den Patienten bei einem positiven Befund in der Regel zu einem Schlafmediziner. Im Schlaflabor können diverse Kennwerte bestimmt und das weitere Vorgehen mit dem Spezialisten besprochen werden. Sollten die Atemaussetzer extrem lang sein (mehr als 10 Sekunden) und häufig auftreten, wird in vielen Fällen eine Atemmaske verschrieben. Die Maske muss die gesamte Nacht getragen werden und versorgt die Atemwege mit einem positiven Luftdruck. Als Standard kommen dabei CPAP-Geräte (continuous positive airway pressure) zum Einsatz, die es auch als Reise-Version mit einem Gewicht von lediglich 300 Gramm gibt.</p>
<p class="bodytext">Nicht jedem Patienten kann jedoch mit dieser Lösung geholfen werden. Manch einer entwickelt unter der Maske Hautausschläge, leidet an einer Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerzen) oder hat mit Panikattacken zu kämpfen. Für diese Menschen könnte eine Überweisung zum Zahnarzt angebracht sein. Eine Reihe von Zahnmedizinern hat sich auf Schlafstörungen spezialisiert und widmet sich in der “<a href="https://www.dgzs.de/"  target="_blank">Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin”</a> intensiv diesem Thema. In Zusammenarbeit mit Schlafmedizinern nutzen sie Schienen als therapeutische Option gegen die Blockaden der Atemwege.</p>
<p class="bodytext">Im Fachjargon werden diese Schienen als Unterkiefer-Protrusionsschiene bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Unterkiefer- und eine Oberkieferschiene, die über kleine Stege miteinander verbunden sind. Das Tragen der Schienen drückt den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn, so dass die Zunge mehr Raum hat und den Luftkanal nicht mehr verschließt. Bei einer leichten oder mittelschweren Schlafapnoe ist diese Alternative schon vielfach erfolgreich angewendet worden. Sie ist nahezu nebenwirkungsfrei und kann lediglich zu Beginn der Therapie einen erhöhten Speichelfluss auslösen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Besser kein &quot;Do it yourself&quot;</strong></p>
<p class="bodytext">Experten weisen allerdings darauf hin, dass die besten Ergebnisse nur von spezialisierten Zahnärzten erzielt werden können. Absolut nicht zu empfehlen seien “Boil-and-Bite”-Schienen, die der Patient in der Apotheke kauft und daheim eigenständig anfertigt. Im schlimmsten Fall führen selbstgemachte Schienen zu Zahnfehlstellungen oder das Zahnfleisch zieht sich stark zurück. Eine sichere Feststellung des Zahn-Status und ein professioneller Abdruck des Gebisses durch einen Zahnarzt sind nötig, um Risiken zu minimieren und die Atemstörung optimal zu beseitigen.</p>
<p class="bodytext">Erfreulicherweise sind Do-it-yourself-Versuche zur Kostenersparnis ohnehin oft nicht nötig: Patienten, für die CPAP-Geräte nicht in Frage kommen, können die Schienen von der <a href="https://www.aok.de/pk/leistungen/hilfsmittel/unterkiefer-protrusionsschiene/"  target="_blank">gesetzlichen Kasse erstattet</a> bekommen. Ende 2021 ist die Behandlung beim Zahnarzt <a href="https://www.zm-online.de/artikel/2022/gruppenprophylaxe-nach-corona/der-klinische-algorithmus-der-ups-behandlung"  target="_blank">in den Leistungskatalog der Krankenversicherungen</a> aufgenommen worden.</p>
<p class="bodytext">Bei schweren Schlafapnoen muss auch der Zahnarzt passen und chirurgische Optionen können in Erwägung gezogen werden. Zu einer der sanfteren Methoden zählt hier die <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/81892/Operative-Therapie-der-Obstruktion-bei-schlafbezogenen-Atmungsstoerungen"  target="_blank">Radiofrequenztherapie</a> (RFT). Dabei wird mit einer nadelförmigen Sonde Gewebe des Gaumenzäpfchens, des Gaumens und der Mandeln verödet. Alternativ kann mit dem Skalpell überschüssiges Gewebe abgetragen und gestrafft werden. In Einzelfällen bietet es sich darüber hinaus an, den Kiefer mittels Knochenspaltung weiter nach vorn zu verlagern. Dies geschieht auf Höhe der Weisheitszähne und hilft besonders Patienten mit stark nach hinten verlagertem Unterkiefer.</p>
<p class="bodytext"><strong>Wenn Kinder schnarchen</strong></p>
<p class="bodytext">Eine chirurgische Lösung kommt häufig <a href="https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/atemwegs-und-hno-erkrankungen/blockade-im-hals-vergroesserte-rachenmandel-2021972"  target="_blank">auch bei Kindern</a> in Betracht. Denn nicht nur ältere Männer leiden unter blockierten Atemwegen in der Nacht: Auch den Kleinsten verstopfen Weichgewebsteile die Luftzufuhr und sorgen für Schnarchen im Schlaf und Müdigkeit am Tage. Bei Kindern ist dies häufig durch vergrößerte Rachenmandeln bedingt.</p>
<p class="bodytext">Das umgangssprachlich als &quot;Polypen&quot; bekannte Gewebe ist teil des körpereigenen Abwehrsystems, kann aber auch Ursache für Erkrankungen wie Mittelohrinfektionen, Schnupfen oder Nebenhöhlenentzündungen sein. Zwar bilden sich die Mandeln mit der Pubertät zurück, doch bis dahin hat das Kind oft einen langen Leidensweg hinter sich.</p>
<p class="bodytext">Häufige Mundatmung kann zu Kieferfehlstellungen führen oder die Sprachentwicklung behindern. Im besten Fall lässt sich mit abschwellenden Nasensprays eine Rückkehr zur Nasenatmung erreichen. In der Regel werden vergrößerte Rachenmandeln allerdings unter Vollnarkose chirurgisch abgetragen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Ein simpler Lifehack</strong></p>
<p class="bodytext">Wer als Betroffener den Gang zum Arzt noch scheut, aber der eigenen Schnarch-Plage ein Ende bereiten möchte, sollte ein wirksames Mittel in Angriff nehmen: Mit überflüssigen Pfunden verschwinden häufig auch nächtliche Atemblockaden. Schon leichtes Übergewicht (ein BMI von mehr als 26) kann zur Folge haben, dass ein erhöhter Umgebungsdruck durch Fettgewebe im Rachen das Atmen behindert. <a href="https://www.doccheck.com/de/detail/articles/42738-schlafapnoe-sind-mundatmer-gefaehrdet"  target="_blank">Fachmediziner berichten</a>, dass eine Reduktion des Körpergewichts von fünf bis zehn Kilo bereits von Schnarchgeräuschen und Atemaussetzern befreien kann. Zusätzlich können auch sportliche Aktivitäten, der Verzicht auf Alkohol, Tabak und bestimmte Medikamente hilfreich sein.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Verbreitete Mythen <a href="https://www.rbb-online.de/supermarkt/sendungen/20230327_2015/anti-schnarchmittel-reichlich-irrefuehrende-werbung.html"  target="_blank">rund ums Schnarchen</a></strong><br /><br /><strong>- Wer die Rückenlage vermeidet, verhindert Schnarchgeräusche</strong>:<br />Nur bei einem geringen Prozentsatz der Schnarcher hängt die Körperposition mit der Atembehinderung zusammen. Entsprechend sind alle Maßnahmen und Hilfsmittel, die das Liegen auf dem Rücken verhindern sollen, meist wirkungslos.</p>
<p class="bodytext"><strong>- Verbesserter Luftstrom durch die Nase stoppt das Schnarchen</strong><br />Schnarchgeräusche entstehen im Rachen. Das typische Sägen wird durch erschlaffte Muskulatur und das Flattern des Gaumensegels erzeugt. Kommt mehr Luft durch die Nasenöffnungen, ändert das kaum etwas an diesem Effekt. Auch hier zeigen Hilfsmittel wie die Nasenklammer kaum therapeutischen Nutzen. Ebenso sinnlos sind operative Maßnahmen im Nasenbereich.</p>
<p class="bodytext"><strong>- Bänder um den Unterkiefer können das Schnarchen beenden</strong><br />Mediziner halten diese “Therapie” nicht nur für nutzlos, sondern auch für gefährlich. Zum einen kann der Kiefer so verschoben werden, dass sich schmerzhafte Funktionsstörungen entwickeln. Zum anderen wird der Unterkiefer durch die Haltebänder in die falsche Richtung manövriert. Die Atemwege sind dann noch stärker blockiert, die Schlafapnoe kann sich weiter verschlimmern.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Schnarchen nur ein belangloses Handicap?</strong></p>
<p class="bodytext">Gelegentliche Schnarcher, die vor dem Zubettgehen zu viel gegessen oder Alkohol getrunken haben, werden kaum unter Beeinträchtigungen leiden. Doch wenn die Luftzufuhr jede Nacht stärker behindert wird, geht <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jsr.13702"  target="_blank">die Lebensqualität</a> peu à peu in den Keller. Die <a href="https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/sleep-apnea/symptoms-causes/syc-20377631"  target="_blank">Liste der “Nebenwirkungen”</a> ist lang: </p>
<p class="bodytext">Antriebsstörungen<br />Sekundenschlaf<br />Erschöpftheit<br />Störungen der Sexualität<br />Morgendliche Kopfschmerzen<br />Stimmungsschwankungen<br />Depressionen<br />Hoher Blutdruck<br />Herzrhythmusstörungen<br />Höheres Herzinfarktrisiko<br />Höheres Schlaganfallrisiko</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-191</guid>
						<pubDate>Sat, 11 Mar 2023 16:47:20 +0100</pubDate>
						<title>Zahn-Crash: Im Ernstfall zählt jede Minute</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/zahn-crash-im-ernstfall-zaehlt-jede-minute/</link>
						<description>Zahnschmelz ist zwar das härteste Material im Körper – doch einem Aufprall auf Stein oder Metall ist der menschliche Kauapparat nicht gewachsen. Nur ein planvolles Vorgehen kann im Notfall das Schlimmste verhindern.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ein Sturz auf der Treppe, ein zu beherzter Sprung ins Schwimmbecken oder ein aggressiver Streit, bei dem die Fäuste fliegen: Schnell geraten Zähne an die Grenzen ihrer Widerstandskraft. Wenn die Gewalteinwirkung zu groß wird, bricht auch der harte Zahnschmelz oder ganze Zähne werden aus ihrer Verankerung im Zahnfach gerissen. Der Schreck ist dann meist groß, zumal gelegentlich auch Blut fließt. Wichtig in so einer Situation ist es jedoch, Ruhe zu bewahren und mit kühlem Kopf die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Denn oft lassen sich in den ersten Minuten nach einem Zahnunfall lebenslange Probleme mit beschädigten Zähnen minimieren. Häufig sind selbst Ersthelfer nicht besonders geübt im Umgang mit Verletzungen des Gebisses, so dass es sich für jedermann lohnt, grundlegende Tipps zur Zahnrettung zu verinnerlichen.</p>
<p class="bodytext">Tragischerweise sind es meist Kinder und Jugendliche, die Zahnunfälle erleiden. Oftmals passiert es bei sportlichen Aktivitäten, aber auch beim Spielen, Raufen oder im Verkehr ereignen sich folgenschwere Schlagtraumata. Etwa jeder <a href="https://www.jendodon.com/article/S0099-2399(12)01078-3/fulltext"  target="_blank">vierte junge Erwachsene</a> ist betroffen, häufig im ästhetisch relevanten Bereich der Frontzähne. Dass <a href="https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/fuer-patienten-beratung-service/zahnunfall-verhalten-im-notfall/"  target="_blank">Prävention die beste Möglichkeit</a> zur Vermeidung von langwierigen Therapien darstellt, versteht sich von selbst. Doch vielfach bleiben Appelle zum Tragen eines Mundschutzes bei Kontakt- und Risikosportarten ungehört. Und auch die Verbreitung von so genannten Zahnrettungsboxen mit Nährlösung für ausgeschlagene Zähne, lässt zumindest in ländlichen Regionen zu wünschen übrig (wie diese <a href="https://toothrescueconcept.info/"  target="_blank">Übersichtskarte</a> zeigt). Vermutlich scheuen Kommunen und Sportstättenbetreiber die Kosten – oder sind mit der Thematik noch nicht hinreichend konfrontiert worden.</p>
<p class="bodytext">Die Bandbreite an Schäden, die nach einer Kollision eines Zahnes mit einem harten Gegenstand entstanden sein können, ist enorm. Von kleinen, unbedeutenden Schmelzabplatzungen bis hin zum herausgeschlagenen Zahn reichen die Diagnosen bei den Unfallopfern. Für den Laien ist es nicht leicht, den Schweregrad seiner Verletzung abzuschätzen: Ist eventuell eine Wurzel frakturiert, liegt das Zahnmark (Pulpa) frei oder sind gar die knöchernen Strukturen des Zahnfachs gebrochen? Derartige Fragestellungen sind nur mit bildgebenden Verfahren in einer Praxis oder Klinik zu klären, der Besuch beim Zahnarzt ist somit ein Muss.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zahnwurzel ist sehr empfindlich</strong></p>
<p class="bodytext">Entscheidend für den Erfolg der zahnmedizinischen Versorgung sind allerdings zwei Dinge: Abgebrochene Zahnfragmente oder herausgebrochene Zähne müssen gefunden und richtig gelagert werden. Zweitens sollte schnellstmöglich mit der Dentalbehandlung begonnen werden. Besonders wenn der Zahn komplett aus dem Zahnfach herausgerissen wurde, zählt jede Minute.</p>
<p class="bodytext">Bei herausgeschlagenen Zähnen gilt es, dem Wurzelbereich mit höchster Vorsicht zu begegnen. Die feinen Bindegewebsfäden und die Zellen der Wurzelhaut sind äußerst empfindlich und sollten nicht angefasst oder gequetscht werden – beim Aufheben des Zahnes ist möglichst nur die Krone zu berühren. Eine grobe Reinigung oder der Kontakt mit den falschen Flüssigkeiten senken massiv die Wahrscheinlichkeit, dass der Zahnhalteapparat sich wieder erholen kann. Zudem zählt, wie erwähnt, der Faktor Zeit außerhalb des Zahnfaches. <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/102644/Therapeutisches-Vorgehen-bei-Frontzahntraumata"  target="_blank">Studien haben gezeigt</a>, dass bereits nach weniger als fünf Minuten außerhalb des Mundes, nur etwa drei Viertel der Zähne nach einer Einheilungsphase wieder gesundes Gewebe zwischen Zahn und Zahnfach aufwiesen. Nach zehn Minuten sinkt diese Zahl sogar auf 50 Prozent.</p>
<p class="bodytext">Wenn der Ersthelfer sich nicht in der Lage sieht, den Zahn an seine originäre Stelle zurückzupflanzen, ist für den schutzlosen Zahn zum Transport zum Zahnarzt zumindest eine passende Nährlösung zu finden. Trocknet die Wurzeloberfläche aus, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Reimplantation schlecht. In <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/edt.12382-Frontzahntraumata"  target="_blank">zahlreichen Studien</a> wurde untersucht, welcher Cocktail den Wurzelhautzellen die besten Überlebenschancen verschafft. Doch die Ergebnisse sind nicht deckungsgleich und so kam es auch weltweit zu leicht unterschiedlichen Richtlinien, wie Unfallopfern optimal geholfen werden kann. Die International Association of Dental Traumatology (<a href="http://iadt-dentaltrauma.org"  target="_blank">IADT</a>) hat beispielsweise<a href="https://dentistry.co.uk/2022/10/29/a-dental-students-guide-to-dental-trauma-updates/"  target="_blank"> zuletzt im Jahr 2020 ihre Empfehlungen</a> für Patienten revidiert. <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/edt.12573"  target="_blank">So sollen unter anderem</a> verschmutzte herausgefallene Zähne vor dem Wiedereinsetzen nicht mehr mit Leitungswasser abgespült werden. Lediglich Milch oder isotonische Kochsalzlösung seien dafür geeignet.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zur Not reicht H-Milch als Medium</strong></p>
<p class="bodytext">Eine <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/edt.12437"  target="_blank">große Übersichtsstudie</a> aus dem Jahr 2018 hat diverse Medien unter die Lupe genommen, die sich zur kurz- oder mittelfristigen Lagerung von Zähnen eignen könnten. Darunter befanden sich Flüssigkeiten wie Speichel, grüner Tee, Sportgetränke oder Eiklar. Als Referenzwert betrachteten die Forscher die Überlebensrate von parodontalen Ligamentzellen, die für einen festen Halt der Zähne im Zahnfach sorgen.</p>
<p class="bodytext">Im Ergebnis hatten erwartungsgemäß Speziallösungen aus der Apotheke für eine lange Haltbarkeit der Zellen die Nase vorn. Für einen Zeitraum von bis zu zwei Stunden hingegen, ließen sich auch mit normaler H-Milch hervorragende Resultate erzielen. Ebenfalls erstaunlich gut schneiden Propolis-Lösungen (Bienenprodukt) ab. Schlechte Optionen zur Aufbewahrung waren in absteigender Reihenfolge Leitungswasser, Speichel und Sportdrinks.</p>
<p class="bodytext">Mit etwas Glück <a href="https://www.dentistrytoday.com/advances-in-the-treatment-of-avulsed-teeth/"  target="_blank">wächst auch ein ausgeschlagener Zahn</a> nach einer Versorgung beim Zahnarzt wieder in den Kiefer ein. Zwar braucht er eine Wurzelkanalbehandlung und ist somit etwas anfälliger für die täglichen Belastungen als seine “lebendigen” Nachbarn. Doch als Alternative zum künstlichen Implantat ist er kostengünstiger und verursacht weniger Komplikationen im sich noch entwickelnden Kiefer von jüngeren Patienten.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kleine Kinder – kleine Sorgen</strong></p>
<p class="bodytext">Nicht ganz so große Sorgen wegen ausgeschlagener Zähne müssen sich Eltern von Kleinkindern machen. Milchzähne werden in der Regel <a href="https://www.dr-dentina.de/blog/zahn-ausgeschlagen-sechs-entscheidende-tipps-mit-denen-du-deinen-zahn-retten-kannst"  target="_blank">nicht wieder eingesetzt</a>, denn oft stören sie dann die nachkommenden Zähne des bleibenden Gebisses. Meist reicht eine kleine Spange, die der Zahnarzt als Platzhalter für den verlorenen Zahn einsetzt. Zusätzlich wird oft ein Röntgenbild gemacht, um eventuelle Schäden am bleibenden Zahn im Kiefer auszuschließen.</p>
<p class="bodytext">Eltern, Lehrer, Betreuer und Trainer sollten erwägen, bei Sportveranstaltungen ihren Erste-Hilfe-Koffer mit Zahnrettungsboxen aufzurüsten. Die Produkte Dentosafe oder SOS-Zahnbox sind in Apotheken für rund 20 Euro erhältlich und müssen wegen der begrenzten Haltbarkeit der Nährlösungen nur alle drei Jahre ausgetauscht werden. Ein Gefühl der Sicherheit geben auch <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/edt.12715"  target="_blank">Smartphone-Apps</a>, die bei einem Unfall einfach und schnell adäquate Handlungsanweisungen geben.</p>
<p class="bodytext">Im deutschsprachigen Raum gibt es leider nur eine <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.zahnunfallzentrum.accident&hl=de&gl=US"  target="_blank">Profi-Version für Zahnärzte</a>, die im Zahnunfallzentrum der Universität Basel entwickelt wurde (AcciDent). Für Patienten mit Englischkenntnissen hat die IADT die App <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.iadtapp.toothsos&hl=de&gl=US"  target="_blank">ToothSOS</a> veröffentlicht, die schrittweise das richtige Verhalten im Notfall erläutert. Ebenso hilfreich ist die vom IADT zertifizierte Android-App <a href="https://download.cnet.com/Dental-Trauma-First-Aid/3000-2129_4-78631335.html"  target="_blank">Dental Trauma First Aid</a>, die mit Fotos und deutschen Texten schnelle Ratschläge erteilt.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-190</guid>
						<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 21:52:35 +0100</pubDate>
						<title>Unter Hypnose: Zahnbehandlung auf Wolke sieben</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/unter-hypnose-zahnbehandlung-auf-wolke-sieben/</link>
						<description>Häufig wird ein Zahnarzttermin mit Schmerzen assoziiert - nicht selten löst dies schon Tage zuvor Nervosität und Ängste aus. Doch die menschliche Wahrnehmung ist beeinflussbar, in Trance sieht die Welt schnell ganz anders aus.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die meisten Menschen kennen Hypnose höchstens als unterhaltsame Showeinlage im Varieté. Dabei kann der außergewöhnliche Bewusstseinszustand auch im medizinischen Kontext viel Positives bringen. Gegen verschiedene Suchterkrankungen kann er wahre Wunder wirken. Und selbst in Dentalpraxen ist Hypnose ein Hilfsmittel mit <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24624516/"  target="_blank">erstaunlichem Potenzial</a>.</p>
<p class="bodytext">Mehr als 3000 Zahnärzte bieten deutschlandweit ihren Patienten Hypnose als besonderen Service an. Zielgruppe sind dabei nicht etwa esoterisch angehauchte Sonderlinge auf der Suche nach neuen spirituellen Erfahrungen. Hypnose eröffnet etlichen Menschen einen Weg, sich trotz bestimmter Hürden einer routinemäßigen Zahnbehandlung zu unterziehen. </p>
<p class="bodytext">Allen voran sind es sicher Angstpatienten, die stark von einem veränderten Bewusstseinszustand auf dem Zahnarztstuhl profitieren. Mindestens 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung haben mit einer Zahnarztphobie zu kämpfen. Das Eindringen in den intimen Bereich der Mundhöhle oder schmerzhafte Vorerfahrungen sind für viele Patienten ein Grauen. Als Konsequenz werden Kontrolluntersuchungen regelmäßig verschoben oder gänzlich vermieden. Mit Hilfe von Psychologen kann hier verhaltenstherapeutisch gegengesteuert werden. Einfacher scheint es jedoch, wenn der Zahnarzt selbst durch Hypnose eine angstfreie Situation schafft.</p>
<p class="bodytext"><strong>Druckgefühl statt Schmerz</strong></p>
<p class="bodytext">Neben einem entspannten Körpergefühl kann der veränderte Bewusstseinszustand eine weitere, fast magische Wirkung entfalten: Schmerzen werden nicht mehr als qualvoll empfunden, sondern meist als Druckgefühl beschrieben. Vielfach kann so auf die ungeliebte Spritze mit dem Lokalanästhetikum <a href="https://jada.ada.org/article/S0002-8177(21)00248-8/fulltext"  target="_blank">verzichtet werden</a>, das folgende stundenlange Taubheitsgefühl im Mundraum bleibt aus. Größere Eingriffe, wie beispielsweise Extraktionen von Zähnen, können auch ohne Vollnarkose erfolgen. Zudem lassen sich Patienten mit einem <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27141226/"  target="_blank">überstarken Würgereflex</a> einfacher untersuchen und behandeln.</p>
<p class="bodytext">Zahlreiche Menschen bezweifeln, dass sie leicht in Hypnose zu versetzen seien. Doch bei weit mehr als 80 Prozent der Bevölkerung stellt dies für einen erfahrenen Hypnotiseur kein Problem dar. Als Faustregel gilt: Fantasiebegabte, intelligente Personen ohne Konzentrationsschwierigkeiten haben ideale Voraussetzungen, um aus der realen Welt herausbegleitet zu werden.</p>
<p class="bodytext">Das Hypnotisieren in der Dentalpraxis geschieht dabei eher selten mit Pendel oder Lichtpunkten. Meistens versetzt der Zahnarzt seinen Patienten im Gespräch und mit Worten in Trance. Wie der normale Schlafzustand kann auch die Trance unterschiedlich tief sein. In tiefer Trance kann es zu absoluter Schmerzunempfindlichkeit kommen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Eigener Wille bleibt erhalten</strong></p>
<p class="bodytext">Manche Skeptiker mögen es als bedenklich ansehen, sich dem Zahnarzt völlig auszuliefern. Doch anders als einige Bühnenshows es erscheinen lassen, kommt es nicht zum totalen Kontrollverlust. Trotz Hypnose ist der Patient nicht willenlos und wehrt sich gegen Abläufe, die dem eigenen Wertekodex widersprechen. Negative Manipulationen werden erkannt und beenden den Trancezustand. </p>
<p class="bodytext"><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8118047/"  target="_blank">Nicht nur Erwachsene</a> können in den Genuss des entspannten Trancezustandes kommen. Kinder lassen sich ebenso unter Hypnose besser behandeln. Vielen fällt es bei vollem Bewusstsein schwer, länger ruhig auf einem Stuhl zu sitzen und obendrein den Anweisungen einer mehr oder weniger fremden Person zu folgen. Hypnotisiert zeigt das Kind ein kooperativeres Verhalten.</p>
<p class="bodytext">Bei den Kleinen geht der Zahnarzt jedoch etwas anders vor: Um sie in Trance zu versetzen, schickt er sie mit Märchen, Puppen und Fantasiegeschichten auf eine Gedankenreise. Stellt sich die Trance ein, lässt sich das gut an Augen, Atmung und Herzschlag erkennen. Zwar kommen Kinder leichter wieder aus der Trance heraus, doch bei entsprechender Beobachtung kann der Hypnose-Zahnarzt wirkungsvoll nachjustieren. Erst als Teenager werden junge Patienten zugänglich für Hypnoseverfahren, wie sie bei Erwachsenen angewandt werden.</p>
<p class="bodytext"><strong>Wissenschaft bestätigt Nutzen</strong></p>
<p class="bodytext"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300571222002408?via%3Dihub"  target="_blank">Jüngste Studien</a> haben gezeigt, dass Hypnose zu Unrecht bei einigen Menschen immer noch als Hokuspokus verschrien ist. Dass fast alle Bedenken, die einem Laien in den Sinn kommen können, unbegründet sind. Wissenschaftler attestieren der Hypnose eine effektive Wirksamkeit bei der Schmerzlinderung sowohl während operativer Eingriffe als auch in der Folge von Zahn-OPs. Herkömmliche Schmerzmittel können in Kombination viel niedriger dosiert oder zum Teil komplett ersetzt werden. Hilfreich kann Hypnose außerdem in Notfällen, bei akuten Schmerzen oder bei Unverträglichkeiten gegen eine pharmakologische Schmerzmedikation sein. Weitere Einsatzgebiete sind stark entzündete Gewebebereiche, bei denen Anästhetika schlecht wirken oder als Therapie von schmerzhaften <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20933331/"  target="_blank">Erkrankungen des Kiefergelenks </a>(TMD, Temperomandibuläre Dysfunktion). </p>
<p class="bodytext">Auch wenn die gesammelten Erkenntnisse über Behandlungen unter Hypnose durchweg positiv sind, bleibt für den gesetzlich Versicherten ein kleiner Wermutstropfen. Die Kassen sind nicht bereit, eine entsprechende Leistung des Zahnarztes zu vergüten. Die Kosten muss der Versicherte somit selbst tragen und individuell mit der Praxis abrechnen. Im Schnitt werden für die zusätzlichen Aufwendungen <a href="https://dgh-hypnose.de/was-kostet-eine-hypnosebehandlung-was-zahlt-die-krankenkasse"  target="_blank">zwischen 80 und 150 Euro fällig</a>, was entsprechend des Zeitbedarfs schwanken kann.</p>
<p class="bodytext">In der <a href="https://dgzh.de/kontakt/#hypnosezahnaerzte"  target="_blank">Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose e.V.</a> haben sich mehr als tausend niedergelassene Zahnmediziner zusammengeschlossen und standardisierte Aus- und Weiterbildungen entwickelt. Interessierte Behandler können sich von dem Verein als Hypnose-Zahnarzt schulen und zertifizieren lassen. Ein kontinuierlicher Austausch mit gleichgesinnten Kollegen sichert ein hohes Niveau der in der Praxis eingesetzten Methoden.</p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-189</guid>
						<pubDate>Fri, 30 Sep 2022 17:51:09 +0200</pubDate>
						<title>Mundgeruch – So wird der Atem wieder frisch</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/mundgeruch-so-wird-der-atem-wieder-frisch/</link>
						<description>Das Lächeln kann noch so bezaubernd sein: Wenn beim Smalltalk üble Gerüche im Spiel sind, verdirbt das schnell die Stimmung. Wer die Ursachen kennt, kann eine miefige Fahne aktiv vermeiden.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Corona verliert vielerorts an Bedeutung, die Menschen reden in der Regel wieder ohne Mundschutz miteinander. Damit ist auch ein altbekannter Störfaktor beim zwanglosen Smalltalk zurück: Ein unangenehmer Mundgeruch des Gesprächspartners. Manchmal lässt sich die Ursache leicht erklären. Ein zuvor verzehrtes, mit Zwiebeln garniertes Fischbrötchen, eine Dönertasche oder die Rauchpartikel von Zigaretten können die ausgeatmete Luft zu einer miefigen Angelegenheit werden lassen.</p>
<p class="bodytext">Doch auch wenn eher neutral riechende Lebensmittel verspeist werden, entstehen bei einigen Menschen im Mund faulige Gerüche (Zahnärzte sprechen von Halitosis). Viele Betroffene wissen sogar darum und vermuten dahinter Probleme mit dem Magen. Dies ist jedoch selten die Ursache. In mehr als 80 Prozent der Fälle kann die Quelle der Ausdünstungen im Mundraum verortet werden.</p>
<p class="bodytext">Meist sind es anaerobe Bakterien, deren Stoffwechselprodukte zum Teil aus leicht flüchtigen schwefelhaltigen Gasen bestehen. Oft hilft schon eine verbesserte Mundhygiene, um die Gerüche einzudämmen. Fehlerhafte oder unzureichende Putzroutinen schleichen sich in der Hektik des Alltags schnell ein, in manchen Bereichen der Mundhöhle haben Keime dann die Möglichkeit ein ungestörtes Dasein zu fristen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zahl der Keime reduzieren</strong></p>
<p class="bodytext">Wer nur auf seine Zahnbürste vertraut, ist meist vom Ziel einer optimalen Mundpflege noch weit entfernt. Zahnseide und Interdentalbürsten reinigen die Regionen zwischen den Zähnen (besonders im hinteren Bereich der Zahnreihe tummeln sich etliche Bakterien), Zungenschaber entfernen Keime aus der rauen gefurchten Oberfläche der Zunge. Diverse <a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/mundspuelungen-fluessigreiniger-gegen-plaque-co/"  target="_blank">Mundspüllösungen</a> sorgen zusätzlich für einen effektiven Rundumschlag gegen Mikroben in den meisten schwer zugänglichen Stellen im Mundraum.</p>
<p class="bodytext">Hilft die Optimierung der Mundpflege daheim nicht weiter, ist auf jeden Fall der Rat eines Zahnarztes einzuholen. Laut <a href="https://www.researchgate.net/profile/Ioannis-Vouros/publication/221836891_Association_between_oral_malodour_and_periodontal_disease-related_parameters_in_the_general_population/links/5c3d9f47458515a4c726e380/Association-between-oral-malodour-and-periodontal-disease-related-parameters-in-the-general-population.pdf"  target="_blank">mehrerer Studien</a> können vor allem die Volkskrankheiten Gingivitis und Parodontitis für schlechten Atem verantwortlich sein - diese sollten immer umgehend behandelt werden. Zudem hat jeder gute Zahnmediziner ein paar weitere Asse im Ärmel, wenn es um die Bekämpfung übelriechender Keime geht.</p>
<p class="bodytext">Denn selbst wenn Zahnfleisch und Zahnbett ohne krankhaften Befund sind, will bei manchen Patienten der Mundgeruch nicht verschwinden. Dann haben eventuell anaerobe Bakterien ein Versteck in den Furchen der Mandeln gefunden und dort <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0194599814544881?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori:rid:crossref.org&rfr_dat=cr_pub%20%200pubmed"  target="_blank">Mandelsteine (oder Tonsillensteine)</a> besiedelt. Diese käseartigen Klümpchen aus verkalkten Essens-, Zell- und Schleimresten sitzen zum Teil jahrelang tief in den Krypten der Gaumenmandeln und können nur mechanisch entfernt werden. Spezielle medizinische Instrumente, Mundduschen oder Schröpfgläser sind gängige Hilfsmittel, um diese Steinchen wieder loszuwerden.</p>
<p class="bodytext"><strong>Wenn der Speichelfluss abnimmt</strong></p>
<p class="bodytext">Eine weitere häufige Ursache für unangenehme Gerüche kann ein verminderter Speichelfluss sein. Dieser erhöht generell das Risiko für Zahnerkrankungen, stört unter anderem aber auch den Abtransport von Zersetzungsprodukten und Keimen. Die sogenannte Hyposalivation ist einerseits eine häufig auftretende Alterserscheinung, wird aber auch von chronischen Krankheiten und einer Reihe von Arzneimitteln ausgelöst. Zahnärzte können dies leicht anhand des Anamnesebogens überprüfen. Patienten mit starker Mundtrockenheit wird neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter am Tag) auch das regelmäßige Kauen von Kaugummis empfohlen. Außerdem kann erwogen werden die Polypen entfernen zu lassen. Sie sind häufig für eine Mundatmung im Schlaf verantwortlich, die eine Austrocknung der Mundhöhle zur Folge hat. </p>
<p class="bodytext">Eine <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9157195/"  target="_blank">aktuelle Untersuchung</a> aus Brasilien widmete sich Senioren, die älter als 60 Jahre waren. Hier kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass offenbar eine höhere Zahl verbleibender Zähne auch zu einem Mehr an Mundgeruch führt. Zudem schien ein höherer Bildungsgrad die Wahrscheinlichkeit für einen üblen Atem zu senken. Wenig überraschend führte auch ein mangelhafter Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung zu mehr Halitosis. </p>
<p class="bodytext">Foetor ex ore wie Zahnmediziner die üblen Gerüche auch nennen, ist keineswegs nur ein Problem älterer Menschen. Auch Kinder verströmen bisweilen aus dem Mund faulige Aromen, was deren soziale Interaktionen durchaus negativ beeinträchtigen kann. Bei <a href="https://art.torvergata.it/bitstream/2108/219420/2/The%20correlation%20between%20different%20tecniques.pdf"  target="_blank">einer jüngeren Studie</a> in Italien wurde eine Gruppe von 50 Kindern mit einem Gaschromatographen untersucht. Es zeigte sich, dass mehr als die Hälfte intensiv aus dem Mund roch. Verantwortlich machten die Forscher dafür ein bestimmtes Enzym (ß-Galaktosidase) im Speichel der Betroffenen. Besonders ausgeprägt war die Geruchsentstehung bei Jugendlichen mit festsitzenden Zahnspangen.</p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-188</guid>
						<pubDate>Sat, 16 Jul 2022 14:25:59 +0200</pubDate>
						<title>Die Kaugummi-Krise</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/die-kaugummi-krise/</link>
						<description>Das Image des Kaugummis bröckelt: Öffentliches Kauen wirkt heutzutage respektlos, Jugendliche konsumieren immer weniger. Obendrein warnen Umweltaktivisten vor einem Abfallproblem, denn biologisch abbaubar ist die synthetische Masse nicht. Es wird Zeit, dass Zahnärzte ein gutes Wort einlegen.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ganz unbewusst und von kaum jemandem bemerkt wird in Deutschland die Zahnpflege schlechter. Nicht weil es an der Motivation zum Zähneputzen oder zum Fädeln mit Zahnseide mangelt. Vielmehr verzichten immer mehr Menschen auf den Genuss von Kaugummis.</p>
<p class="bodytext">Einen echten <a href="https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kaugummi-lebensmittel-einzelhandel-1.5138970"  target="_blank">Absatzeinbruch</a> erlitten die Hersteller von Kaugummis durch die Corona-Pandemie – vermutlich sorgten sich bei verringerten Sozialkontakten und versteckt hinter Masken weniger Menschen um einen guten Atem. Zur Stressbewältigung und Entspannung verhalfen daheim offensichtlich eher Kekse und Schokolade, was sich an <a href="https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/milka-oreo-ritz-wir-kommen-nicht-umhin-preise-zu-erhoehen-darum-werden-schokolade-und-snacks-deutlich-teurer/27822188.html"  target="_blank">entsprechenden Umsatzzahlen</a> ablesen lässt.</p>
<p class="bodytext">Doch schon vor der Corona-Krise war es <a href="https://www.stern.de/wirtschaft/news/kaugummi--warum-fuer-den-marktfuehrer-wrigley-das-geschaeft-zaeher-wird-7088696.html"  target="_blank">ein zähes Ringen</a> geworden, mit Kaugummis lohnende Geschäfte zu machen. Die Umsatzzahlen schrumpften bei Big Playern wie Mars Wrigley, anscheinend entschwindet das Gummi aus den Gepflogenheiten eines modernen Lifestyles. Was vor 30 Jahren noch für eine lässige, coole Haltung stand, verkörpert heute eher das <a href="https://www.sueddeutsche.de/stil/umsaetze-brechen-ein-kaugummi-kauen-ist-geschmacklos-geworden-1.3965273"  target="_blank">Bild von fehlenden Manieren</a> und Unhöflichkeit.<br /><br /><strong>Neue Aromen werden Umsätze kaum verbessern</strong><br /><br />Laut Umfragen des Marktforschungsunternehmens Euromonitor sind junge Menschen nicht mehr für Kaugummis zu begeistern, die Branche braucht wohl mehr gute Ideen als lediglich drei weitere <a href="https://www.lebensmittelzeitung.net/industrie/nachrichten/suesswarensparte-mars-plant-neuanfang-nach-umsatzeinbruch-161876?crefresh=1"  target="_blank">neue Geschmacksrichtungen</a>. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem die großen Hersteller ins Fadenkreuz von Umwelt- und Öko-Aktivisten geraten sind.</p>
<p class="bodytext">Während jahrzehntelang kaum jemand darüber nachdachte, wo die ominöse Kaumasse herkommt und woraus sie besteht, mehren sich in jüngster Zeit alarmierende Artikel über das offene Geheimnis: Kaugummis sind größtenteils aus Plastik. Beim unbedarften Leser dürften derartige Weisheiten nicht unbedingt gut ankommen und dem Image weiteren Schaden zufügen.</p>
<p class="bodytext">Tatsächlich hatten Süßwarenhersteller das Glück, dass lange Zeit weder über die gesundheitlichen Risiken noch über die Umweltverträglichkeit der unbekannten Kaumassenrezepturen gesprochen worden ist. In puncto Gesundheit gibt es bislang kaum beunruhigende Beobachtungen: Lediglich in <a href="https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0324.pdf"  target="_blank">einer großen Veröffentlichung</a> der Uni Wien von 2009 zeigten sich bei Kaugummikonsumenten leicht erhöhte Werte des Abbauproduktes (Monoethylphthalat) eines Weichmachers, der das Hormonsystem beeinflussen könnte.<br /><br /><strong>Kaumasse auf Erdöl-Basis</strong><br /><br />Problematischer sind <a href="http://cwejournal.org/vol16no3/improper-disposal-of-non-biodegradable-chewing-gum-is-one-of-the-biggest-threats-to-our-ecology--a-review"  target="_blank">Kaugummis für die Umwelt</a>: Die Hauptbestandteile sind die Kunststoffe Polyisobutylen und Polyvinylacetat aus petrochemischer Produktion. Beide gelten als wahre Alleskönner, sind enthalten in Klebstoffen, Dichtmassen oder Lacken. Sie trotzen Witterungseinflüssen und mikrobiellen Attacken – und bleiben auf den Gehweg gespuckt oft jahrelang erhalten.</p>
<p class="bodytext">Global sollen geschätzt <a href="https://ospreydc.com/blogs/news/chewing-gum-a-pollution-facts-stats-infographic"  target="_blank">100000 Tonnen Kaugummi-Abfall</a> entstehen, der im besten Fall im Restmüll landet. Zwar hat das britische <a href="https://gumdropltd.com/"  target="_blank">Start-up-Unternehmen Gumdrop</a> gezeigt, dass sich die ausgekauten Gummis durchaus in bereitgestellten Boxen sammeln und recyceln lassen. So entstehen beispielsweise schicke Sohlen für Turnschuhe oder Handyschutzhüllen. Doch dürfte diese Idee das Müllproblem noch lange nicht flächendeckend lösen.</p>
<p class="bodytext">Andere Jungunternehmer schlagen lieber einen anderen Weg ein: Nach dem Motto „back to the roots“ wollen sie weg von synthetischer Kaumasse und produzieren ihre Kaugummis wieder aus natürlichen Rohmaterialien. Schon vor vielen Hunderten Jahren kauten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zähe Pflanzensäfte. So war das Harz der Pistazienbäume in der Antike beliebt, sein Name „Mastix“ (lateinisch masticare: Kauen) weist eindeutig darauf hin.<br /><br /><strong>Chicle als ökologische Alternative</strong><br /><br />Die Ureinwohner Nordamerikas bevorzugten Fichtenharz, während die Maya und Azteken den Saft des Breiapfelbaums (Sapotillbaum) nutzten. Letzterer wird auch Chicle genannt und liefert heute den Alternativ-Herstellern einen biologisch abbaubaren Rohstoff. Firmen wie <a href="https://www.forestgum.de"  target="_blank">Forest Gum</a>, <a href="https://truegum.com/de-de"  target="_blank">True Gum</a> oder <a href="https://shop.birkengold.com/de/natur-kaugummi-plastikfrei-chicza.html?_gl=1*12c2agz*_ga*MTcyNzQxNTE2Ni4xNjU3OTg3NzMx*_ga_S8MM1NCTQ8*MTY1Nzk4NzczMC4xLjEuMTY1Nzk4Nzg3Ny44"  target="_blank">Birkengold</a> versuchen mit einem nachhaltigen Produkt mit den Großkonzernen zu konkurrieren, doch der Großteil der Verbraucher dürfte so nicht zu erreichen sein.</p>
<p class="bodytext">Natürliche Kaumasse hält die Aromen nur kurz, klebt stärker und ist wesentlich teurer. Zudem lassen sich künstliche Rohstoffe besser kontrollieren und sind stets in ausreichender Menge vorhanden. So argumentiert <a href="https://deu.mars.com/Kaugummi_von_Mars_Wrigley?language_content_entity=de"  target="_blank">Mars Wrigley auf seiner Homepage</a> auch gegen natürliche Kaumasse, da der enorme Bedarf kaum durch existierende Quellen zu decken sei.</p>
<p class="bodytext">Sieht die Zukunft des gesunden Kauens zwischendurch also düster aus? Einige Marktforscher sehen zumindest für mittlere <a href="https://lebensmittelpraxis.de/suesswaren/24832-kaugummi-gib-gummi.html"  target="_blank">Unternehmen mit Innovationsfreude</a> gehöriges Wachstumspotential. Denn Kaugummis mit unterschiedlichen Wirkstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln oder Probiotika zu kombinieren, eröffnet wieder ein weites Spektrum für den sinnvollen Kaugenuss.<br /><br /><strong>Antiseptischer Kaugummi gegen Covid</strong><br /><br />Mittlerweile gibt es neben dem altbekannten Nikotinkaugummi zur Rauchentwöhnung auch Diät-Kaugummis zum Abnehmen, Kaugummis gegen einen Alkohol-Kater, aphrodisierende Kaugummi oder Einschlaf-Kaugummis (alle z. B. von <a href="https://wugum.us/"  target="_blank">Wugum</a>). Selbst einen „<a href="https://covidgum.com/covidgum/"  target="_blank">Covidgum</a>“ hat ein deutscher Hersteller auf den Markt gebracht, der mit antiviralen Inhaltsstoffen die Viruslast des Nutzers minimieren soll.</p>
<p class="bodytext">Spezielle Kaugummis mit einem gezielten Nutzen für die Zahngesundheit prägen derweil weniger die Innovationshitlisten. Denn lange schon ist bekannt, dass bereits allein das Kauen zur Anregung des Speichelflusses extrem positive <a href="https://www.scielo.br/j/jaos/a/HShK55JTbdBdRdYYjrWKSVb/?lang=en"  target="_blank">Auswirkungen auf das Kariesrisiko</a> hat. Jeglicher <a href="https://www.zm-online.de/archiv/2018/20/zahnmedizin/kaugummi-genussmittel-und-dentalprodukt/seite/alle/"  target="_blank">Geschmackszusatz erhöht</a> zusätzlich die Speichelproduktion. <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00784-021-04225-8"  target="_blank">Jüngere Studien</a> deuten außerdem darauf hin, dass der Zuckeraustauschstoff Xylitol in Kaugummis die Entstehung von Plaque reduziert.</p>
<p class="bodytext">Wer also nicht gerade an Problemen mit den Kiefergelenken leidet (TMD, Temperomandibular Disorders), sollte regelmäßig zum zuckerfreien Kaugummi greifen. Eine simplere und nebenwirkungsärmere Möglichkeit zur Prophylaxe von Zahnerkrankungen gibt es wohl kaum. Es wäre zu wünschen, dass diese Information in Zahnarztpraxen wieder verstärkt an die Patienten weitergegeben würde.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><em><small>Hinweis: Sämtliche Verweise stellen keine Affiliate-Links dar; zwischen den genannten Marken, Herstellern, Vertreibern und dem Autoren/dentaltrade bestehen keinerlei geschäftliche Beziehungen/kommerzielle Verbindungen</small></em></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-187</guid>
						<pubDate>Tue, 31 May 2022 14:45:45 +0200</pubDate>
						<title>Zahnstein: Steter Tropfen nährt den Stein</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/zahnstein-steter-tropfen-naehrt-den-stein/</link>
						<description>Harte, mineralisierte Beläge auf den Zähnen sind mindestens so verbreitet wie Schnupfen in der kalten Jahreszeit. Ein Risiko für die Zahngesundheit wird Zahnstein vor allem, wenn er unterhalb des Zahnfleisches auftritt.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Regelmäßig gepflegte Zähne geben ein gutes Mundgefühl: Mit der Zunge kann man über die glatten Oberflächen der Zähne streichen und den weichen Übergang zum Zahnfleisch erspüren. Doch Milliarden von Bakterien versuchen stetig diesen Zustand zu verändern und ihren Anforderungen anzupassen. Sie produzieren einen Biofilm, der ihnen Schutz und ein stabiles Milieu bietet. Wird dieser Biofilm, auch Plaque genannt, nicht durch Zahnbürste und Zahnseide entfernt, drohen dem Zahnschmelz Schäden durch die Stoffwechselaktivität der Keime – es kommt zu Karies.</p>
<p class="bodytext">Doch Plaque muss nicht eine schleimige, leicht zu entfernende Schicht bleiben. Bestimmte Umstände lassen den Biofilm aushärten; wie ein Kalküberzug im Teekessel überdeckt dann auch die Zahnoberfläche ein rauer Belag. Diese harte Schicht ist als Zahnstein bekannt, doch welche Bedeutung dieses Phänomen aus zahnmedizinischer Sicht hat, wird öffentlich kaum kommuniziert. Das mag zum einen daran liegen, dass Zahnstein (in der Fachsprache Calculus dentis) fast nie das primäre Übel bei Zahnproblemen ist, aber auch an vielen noch offenen Fragen.</p>
<p class="bodytext">So ist beispielsweise zwar bekannt, dass anorganische Bestandteile Plaque zu einer steinharten Masse werden lassen. Wie dies jedoch genau geschieht, wird bislang nur durch verschiedene Hypothesen erklärt. Klar ist: die wichtigsten beteiligten Mineralstoffe sind Kalzium und Phosphat. Sie bilden auch die wesentlichen Grundsubstanzen beim Aufbau von Knochen und Zähnen. Lediglich die genaue Zusammensetzung und die Kristallstrukturen unterscheiden sich.<br /><br /><strong>Hoher pH-Wert begünstigt Zahnsteinbildung</strong><br /><br />Warum gelöstes Kalzium und Phosphat im Zahnbelag zu festen Kristallen ausfallen, könnten die Orte ihres häufigsten Vorkommens verraten. Meist sind es Bereiche nahe der Ausführgänge der Speicheldrüsen, wie zum Beispiel die Innenseiten der unteren Schneidezähne. Hier trifft der kalziumreiche Speichel möglicherweise auf ein anderes Milieu, das den pH-Wert steigen lässt und dadurch ein Auskristallisieren (Fällen) von Kalziumphosphat begünstigt. Begründet wird der basischere pH-Wert mit einer vergleichsweise geringeren Menge an gelöstem Kohlendioxid im Mundraum (CO2 im Speichel senkt den pH-Wert, macht ihn sauer - in der Mundhöhle verflüchtigt sich das Gas).</p>
<p class="bodytext">Eine andere Theorie vermutet einen Anstieg des pH-Wertes durch das bakterielle Enzym Urease. Dieses Enzym wandelt den reichlich im Speichel enthaltenen Harnstoff in Ammoniak um, welches für stark basische Verhältnisse im Umfeld sorgt. Nicht zuletzt könnte es auch durch das Absterben von Bakterien zu mineralischen Ablagerungen kommen, da die Mikroben im intakten Zustand ihren Kalzium-Phosphat-Haushalt über die Zellmembran regulieren. Beim Zerfall setzen sie viel Phosphat aus dem Inneren frei und durch eine Übersättigung des Mineralsalzes entstehen kleine Kristalle.</p>
<p class="bodytext">Neben einigen weiteren Theorien bleibt festzuhalten, dass vor allem der lokal gegebene hohe pH-Wert maßgeblich für die Bildung von Zahnstein ist, sowie ein Überfluss an Kalzium- und Phosphationen. Zudem ist stets ein weicher Zahnbelag in Form von Plaque der Wegbereiter für die versteinerten Auflagerungen. Wissenschaftlich werden zwei Arten von Zahnstein unterschieden: Harte Beläge die im Mundraum bei Durchsicht sofort zu erkennen sind (supragingival) und solche, die unterhalb des Zahnfleischsaums liegen (subgingival). Beide haben eine eigene Quelle, aus der sie ihr Wachstum speisen. Während der sichtbare Zahnstein seine Bestandteile aus dem Speichel bezieht, wachsen Beläge unterhalb des Zahnfleisches durch die Inhaltsstoffe der Flüssigkeit zwischen Zahn und Zahnfleisch (Sulkusfluid). In Letzterer befinden sich auch Abfallstoffe des Blutes, die dem versteckten Zahnstein eine dunkelbraune Farbe verleihen. Außerdem ist dieser durch einen Mineralstoffgehalt von etwa 60 Prozent etwas härter als Zahnstein im sichtbaren Bereich (etwa 40 Prozent Mineralgehalt).<br /><br /><strong>Zahnstein und Karies: entweder oder</strong><br /><br />Der Befund Zahnstein ist immer ein Zeichen von unzureichender Zahnhygiene, so dass ein Risiko von Zahnerkrankungen logischerweise generell erhöht ist. Dennoch konnte in Studien gezeigt werden, dass dort, wo Zahnstein auftritt, Karies weniger zu finden ist. Betrachtet man das Milieu, das Kariesschäden fördert, verwundert diese Beobachtung nicht: Zu Karies kommt es unter sauren Bedingungen, Zahnstein wächst hingegen bei hohen pH-Worten. In der Regel liegt unter einer Schicht aus Zahnstein eine intakte Zahnoberfläche, die keine Zerstörungen durch die Auflagerung erkennen lässt.</p>
<p class="bodytext">Dies gilt auch für Zahnstein in einer Zahnfleischtasche. Doch hier werden die rauen, kristallinen Strukturen zum gesundheitlichen Problem: Sie werden zum komfortablen Biotop für Parodontitis verursachende Keime. Teil einer Therapie gegen die Entzündungen des Zahnhalteapparates ist daher auch das sogenannte „Scaling and Root Planing“. Dabei wird mit einem scharfen Instrument jegliche Unebenheit auf der Wurzel entfernt und die Oberfläche geglättet.</p>
<p class="bodytext">Seit einigen Jahrzehnten und etlichen Patenten versucht die Kosmetikindustrie dem Verbraucher Zahnpflegeprodukte an die Hand zu geben, die die <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/154411130201300506"  target="_blank">Zahnsteinbildung verhindern</a>. Wirksame Mittel zu kreieren, ist hier ein schwieriges Unterfangen. Denn wenn die Mineralisation blockiert wird, stoppt dies meist auch die gewünschte Remineralisation von geschwächtem Zahnschmelz. Als Lösung setzen die Hersteller von Zahnpasten daher meist an einem anderen Punkt an: Sie versuchen Bakterien zu eliminieren, die für den Aufbau von Plaque verantwortlich sind.<strong><br /><br />Umstrittene Substanz verhindert Biofilmwachstum</strong><br /><br />Triclosan scheint dabei ein effektiver Wirkstoff zu sein, der Keime radikal abtötet. In <a href="https://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/mundspuelungen-fluessigreiniger-gegen-plaque-co/"  target="_blank">einem früheren Beitrag</a> wurde diese umstrittene Chemikalie bereits diskutiert, viele Umweltmediziner warnen vor möglichen Gesundheitsschäden oder halten die Substanz für zu aggressiv. In klinischen Studien konnte Triclosan in Kombination mit einem Copolymer (PVM/MS Polyvinylmethylether/Maleinsäure) die Bildung von Zahnstein um rund ein Drittel verringern. </p>
<p class="bodytext">Ein weiterer Zahnsteinblocker auf dem Markt sind Salze des Metalls Zink. Zinkchlorid oder Zinkzitrat hemmen das Kristallwachstum, indem Zinkionen mit Kalziumionen um Bindungsstellen am Kristallgerüst konkurrieren. Auch Zink-haltige Zahnpasten führen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2376102/"  target="_blank">in Studien</a> zu positiven Ergebnissen. Zwar variieren die Daten der Forscherteams je nach Konzentration des Zinks in den verwendeten Rezepturen, grob gemittelt sinkt die Zahnsteinbildung auch hier um etwa ein Drittel.</p>
<p class="bodytext">Sehr vielversprechend sind die Resultate mit dem natürlich im Speichel vorkommenden Stoff Pyrophosphat. Dieser besetzt die Bindestellen des Phosphats und blockiert so die weitere Mineralisation. Kombiniert mit dem oben erwähnten Copolymer konnten <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7576389/"  target="_blank">einzelne Arbeitsgruppen</a> eine Reduktion des Zahnsteinwachstums um mehr als 50 Prozent nachweisen.<br /><br /><strong>Wirkstoffe wenig hilfreich</strong><br /><br />In den Marketingoffensiven der Produzenten von Mundpflegeartikeln spielen Blocker von Zahnstein allerdings kaum eine Rolle. Dies könnte einen einfachen Grund haben: Mit chemisch-pharmakologischen Wirkstoffen lässt sich die Zahnstein-Problematik nicht in den Griff bekommen. Denn einmal vorhandener Zahnstein kann mit der Bürste nicht mehr entfernt werden. Zudem sitzt der wirklich „gefährliche“ harte Belag unterhalb des Zahnfleisches. Ein Ort, der für Spüllösungen, Zahncreme und -bürsten <a href="https://www.swissdentaljournal.org/fileadmin/upload_sso/2_Zahnaerzte/2_SDJ/SDJ_2020/SDJ_6_2020/SDJ_2020-06_praxis_D.pdf"  target="_blank">nicht zugänglich ist</a>. </p>
<p class="bodytext">Doch was tun, wenn die rauen Stellen auf den Zähnen stören und sich wie feines Schmirgelpapier anfühlen? Wenn die versteinerten Beläge dicker werden und beim Zähneputzen partout nicht verschwinden wollen? Nur eine mechanische Bearbeitung kann Abhilfe schaffen und für Do-it-yourself-Anhänger hält das Internet einige Lösungsvorschläge bereit.</p>
<p class="bodytext">Simpel in der Anwendung und recht kostengünstig könnte scheinbar ein Diamantreiniger Zahnsteingeplagten Erleichterung verschaffen. Viele Online-Shoppingportale bieten den mit Diamantstaub beschichteten Kratzer für unter zehn Euro an. Doch Zahnärzte raten dringend von solchen Selbstversuchen ab: Zwar kann der harte Belag leicht abgetragen werden, doch kratzen die Diamantsplitter tiefe Furchen in den Zahnschmelz. Dieser ist damit für immer verloren und in den Kratzspuren lagern sich um so schneller neue Zahnsteinkristalle an.<br /><br /><strong>Ultraschall aus der Amateur-Liga</strong><br /><br />Eine weitere Möglichkeit, die zahnärztliche Professionalität vorgaukelt, bieten vielfach zu findende Mini-Ultraschallgeräte. Bereits ab 25 Euro werden die kleinen, vibrierenden Akku-Handstücke in Form einer elektrischen Zahnbürste angepriesen. Auch bei diesem Hilfsmittel fällt das Expertenurteil vernichtend aus. Die Geräte haben nur einen Bruchteil der Wirkkraft von Ultraschallreinigern, die in Dentalpraxen zum Einsatz kommen. Hartnäckiger Zahnstein kann so kaum entfernt werden, die Verletzungsgefahr durch den spitzen Aufsatz ist für das Zahnfleisch enorm. </p>
<p class="bodytext">Nicht zuletzt sind auch sämtliche Handinstrumente des Zahnarztes frei verkäuflich, mit denen vor dem Spiegel experimentiert werden kann. Scaler, Küretten, Sonden oder Zahnsteinhaken sind zum Teil qualitativ hochwertig – doch die Fertigkeiten der Anwender sind es selten. Die Sicht vor dem Spiegel ist eingeschränkt, ein Abrutschen ins verletzliche Gewebe fast unvermeidbar.</p>
<p class="bodytext">Das Resümee ist somit eindeutig: Die Entfernung von Zahnstein ist ein Job für den Profi. Zahnärzte und Dentalhygieniker haben die besseren Geräte und die größere Routine. Sie wissen, wo sich die harten Beläge verstecken, wie Zahnschmelz geschont und Verletzungen vermieden werden können. Eine Basisleistung wird von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, besser ist jedoch eine intensive professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie beinhaltet meist auch eine spezielle Politur der Zahnoberfläche, die das Anheften von Bakterienkolonien erschwert.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
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						<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 11:48:24 +0200</pubDate>
						<title>Bruxismus - Es knirscht im Mundwerk</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/bruxismus-es-knirscht-im-mundwerk/</link>
						<description>Abgebrochene Zähne, Risse im Schmelz oder verschlissene Kauflächen sind nicht unbedingt ein Zeichen falscher Ernährung. Viele Menschen kauen und pressen die Zähne gegeneinander, ohne Speisen im Mund zu haben. Oft hat dies psychische Ursachen.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Corona-Pandemie, Krieg und Existenzängste: Aktuell sorgen etliche äußere Einflüsse dafür, dass der Stresslevel bei den meisten Menschen erhöht ist. Stress braucht ein Ventil und so dürfte die Zahl derjenigen, die unbewusst mit der Kiefermuskulatur pressen, mit den Zähnen knirschen und mahlen, in der jüngsten Vergangenheit <a href="https://www.nytimes.com/2020/09/08/well/live/dentists-tooth-teeth-cracks-fractures-coronavirus-stress-grinding.html"  target="_blank">erheblich gestiegen</a> sein. Schon vor den Krisenzeiten hatte etwa <a href="http://www.quintpub.com/userhome/jop/jop_27_2_Manfredini_2.pdf"  target="_blank">jeder Fünfte tagsüber</a> geknirscht und unter Bruxismus gelitten, wie es fachlich korrekt heißt. Dabei entstehen Kräfte, die alle beteiligten Strukturen enorm belasten.</p>
<p class="bodytext">Auch in der Nacht setzt bei etwa 13 Prozent der Bevölkerung eine Beiß- und Mahlbewegung des Kauapparates ein – oft mit lautstarken Reibegeräuschen, die dem Lebenspartner unangenehm auffallen. Die <a href="https://www.mdpi.com/2077-0383/11/1/10/htm"  target="_blank">Wissenschaft sieht hier weniger</a> einen Zusammenhang mit psychischen Belastungen, als vielmehr einen Nebeneffekt anderer Schlafstörungen wie Schnarchen oder Atemaussetzern. Zudem begünstigen Zahnfehlstellungen und Bissanomalien die Knirschbewegungen. Was auch immer die Ursachen für Bruxismus sein mögen: Die drohenden Folgen in Form von Kopfschmerzen, Kiefergelenkserkrankungen oder zerstörten Zähnen sind nicht zu unterschätzen.</p>
<p class="bodytext">Wenn bereits extreme Formen des Knirschens vorherrschen, geht nicht nur kontinuierlich Zahnsubstanz verloren, sondern ganze Fragmente können aus den Kronen herausbrechen. Speziell Parodontitis-Patienten <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0003996918300554"  target="_blank">müssen um ihre Zähne fürchten</a>, da der massive Druck auf das erkrankte Gewebe zum Knochenabbau beitragen könnte. Nicht zuletzt beschreiben einige Zahnärzte, dass sich das gesamte Erscheinungsbild des Gesichts durch Bruxismus verändern kann. Wer also häufig mit unerklärlichem Kopfweh oder einem schmerzenden Kiefer aufwacht, sollte dieses Thema vorsorglich beim nächsten Zahnarzttermin ansprechen.<br /><br /><strong>Früherkennung erleichtert Behandlung</strong><br /><br />Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch hier: Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto mehr Schaden kann vermieden werden. Außerdem ist es für den Behandler in einer frühen Phase der Krankheit leichter möglich, erfolgreich gegenzusteuern. Mit einem geschulten Blick auf das Gebiss, Fragen zu Lebensumständen, Schmerzen und Medikamenteneinnahmen sammelt der Zahnarzt Hinweise auf eine mögliche Knirsch-Problematik. <a href="https://bmcoralhealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12903-021-01804-9"  target="_blank">Neuere Studien zeigen</a>, dass sich diese gut mit Röntgenbildern untermauern lässt: Bei Betroffenen sind knöcherne Anlagerungen im Kiefergelenk zu erkennen. Sollten die unliebsamen Mahl- und Pressaktivitäten nachts auftreten, kann es für den Zahnarzt hilfreich sein, einen Schlafmediziner hinzuzuziehen.</p>
<p class="bodytext">Nicht immer ist es nötig, mit einer Behandlung einzugreifen. Besonders Teenager durchleben zuweilen Knirsch-Episoden, die sich mit der Zeit “herauswachsen”. Älteren Patienten ist häufig mit einer so genannten Aufbissschiene aus härteren oder weichen Kunststoffen geholfen. Sie schützen den Zahnschmelz vor Abrieb und entlasten das Kaugelenk.<br /><br /><strong>“Faltenblocker” kann helfen</strong><br /><br />Eine neuere Therapieoption ist das <a href="http://www.medicinaoral.com/medoralfree01/aop/22923.pdf"  target="_blank">Spritzen von Botox</a> (Botulinustoxin), wie es bekanntlich in kosmetischen Anwendungen eingesetzt wird. Der lähmende Giftstoff soll die <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0020653920332044"  target="_blank">Anzahl an Knirschereignissen senken</a> und für weniger Kieferschmerzen sorgen. Einige Zahnmediziner sehen in den Botoxinjektionen ein gleichwertiges Behandlungsangebot im Vergleich zu den Schienen. Andere kritisieren die möglichen Nebenwirkungen in Form von Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Schwellungen oder erkältungsartigen Symptomen.</p>
<p class="bodytext">Sollte ein schwerer Bruxismus lange unbehandelt bleiben, droht neben dem Verlust einzelner Zähne die starke Verkürzung der natürlichen Zahnkronen um mehrere Millimeter. Es entsteht ein so genanntes Abrasionsgebiss, das zur Nahrungszerkleinerung hauptsächlich nur noch horizontal bewegt wird. Der gesamte Kauapparat ist somit gestört; beteiligte Gelenke können ihre natürliche Funktion nicht ausführen, werden überlastet. Derartige Störungen wirken sich auf den ganzen Körper aus, können Beschwerden sogar an entfernten Stellen auslösen. In dieser Situation sind umfangreiche Rekonstruktionen nötig, bei der Kieferorthopäden und Zahnärzte gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.<br /><br /><strong>Vorsorge gegen Bruxismus-Folgen</strong><br /><br />Emotional bedingtes Knirschen ist unter anderem eine Frage der Psychohygiene: Jeder Einzelne kann täglich dafür sorgen, durch gezielte Entspannung und Stressbewältigungsstrategien dem Bruxismus keinen Nährboden zu geben. Wut, Ärger und zermürbende Gedanken finden ausschließlich im Kopf statt, suchen letztendlich jedoch eine körperliche Ausdrucksform. Wenn es im Schädel rauscht, der Körper aber nur im Sessel kauert, sind Knirschen und Pressen oft das Ergebnis. Eine leichte sportliche Betätigung oder Spaziergänge liefern einen idealen Gegenpol zur mentalen Überforderung. Knirschen kann auch als unbewusster Hilferuf nach physischer Aktivität verstanden werden.</p>
<p class="bodytext">Um Körper und Geist wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen, reicht es meist nicht, am Abend daheim anzukommen, hektisch ins Bett zu springen und auf ein schnelles Einschlafen zu hoffen. Mit einer längeren Auszeit vor dem Zu-Bett-gehen sollte sich jeder die Chance geben, die Geschehnisse des Tages hinreichend zu reflektieren. Was im wachen Zustand verarbeitet wird, entlastet die Psyche während der Schlafphase.</p>
<p class="bodytext">Entspannende Rituale in den Abendstunden wie ein Bad, Musikhören oder Massagen fahren den Erregungslevel herunter und sorgen für eine ausgeglichenere Nachtruhe. Besonders die Kaumuskulatur kann mit den Daumen oder den Zeigefingern massiert werden, so dass sich Verspannungen allmählich lösen. Verschiedene Kräuterteesorten wirken beruhigend und sind stets als bessere Alternative zum beliebten Feierabendbier anzusehen. Stimulierende Substanzen wie sie in Kaffee, Cola, Energydrinks oder Tabakwaren zu finden sind, sollten generell bei Bruxismus gemieden werden.</p>]]></content:encoded>
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						<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 21:20:23 +0100</pubDate>
						<title>Mundspülungen – Flüssigreiniger gegen Plaque &amp; Co.</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/mundspuelungen-fluessigreiniger-gegen-plaque-co/</link>
						<description>Für die unkomplizierte Mundhygiene sind Mundspüllösungen äußerst beliebt. Als Alternative zur Zahnbürste eignen sich die erfrischenden Mixturen nicht, doch fachkundig verabreicht zeigen sie große Wirkung.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Manche Menschen benutzen Mundspülungen zur täglichen Zahnpflege wie Zahnpasta und Zahnseide, andere halten sie für ein überflüssiges Relikt älterer Generationen. Tatsächlich kommt eine perfekte Zahnpflege auch ohne die würzigen Wässerchen aus. Doch in einigen Fällen können die Lösungen eine wertvolle Hilfe zur Erhaltung der (Zahn-)gesundheit leisten.</p>
<p class="bodytext">Was wohl kaum jemand bedenkt: Die Vielfalt an Mundspülungen und Anwendungsbereichen ist groß, die Hersteller arbeiten mit unterschiedlichen Wirkstoffen und die Effekte variieren entsprechend. So gehört die Kategorie der “Mundwässer” zu den reinen Lifestyle-Produkten, deren therapeutische Wirkung minimal ist. Diese Tinkturen enthalten ätherische Öle und Extrakte, die erst in Wasser gelöst werden müssen. Sie können Zahnfleischentzündungen lindern und Reizungen beruhigen.</p>
<p class="bodytext">Vor allem sollen sie jedoch für einen frischen Atem sorgen. Ihre Wirkung ist nur kurzfristig und ändert kaum etwas an der Ursache von Mundgeruch und Entzündungen. Würden Mundwässer pharmakologisch wirksame Substanzen enthalten, dürften sie wegen der hohen Wirkstoffkonzentration gar nicht frei im Handel an den Endverbraucher abgegeben werden.<br /><br /><strong>Ergänzende Zahnpflege mit Spüllösungen</strong><br /><br />Anders verhält es sich bei den gebrauchsfertigen Mundspüllösungen. Diese sind in der Regel in Drogerien oder Apotheken erhältlich und enthalten belebende, pflegende und antiseptische Substanzen. Die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe ist meist in zahlreichen Studien nachgewiesen und kann daher durchaus als sinnvolle Ergänzung beim individuellen Zahnpflegeprogramm betrachtet werden. Allerdings ist sich die Zahnärzteschaft weitestgehend einig: Ein Ersatz für die Zahnbürste sind <a href="https://www.kzbv.de/mundspulungen.61.de.html"  target="_blank">sämtliche Mundspüllösungen nicht</a>. Auch wenn eine Spülung einen großen Anteil schädlicher Bakterien abtöten kann – der Biofilm auf der Zahnoberfläche muss zusätzlich mechanisch durch Bürsten entfernt werden.</p>
<p class="bodytext">Nichtsdestotrotz kennt sicher jeder stressige Situationen, in denen die Zeit extrem knapp ist. Hier ist ein schnelles Spülen wesentlich zahnfreundlicher, als einer Vielzahl von Keimen unverrichteter Dinge das Feld zu überlassen. Auch betagte Senioren oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die vorübergehend nicht Zähne putzen können, haben mit Mundspüllösungen eine begrenzte Pflegemöglichkeit. Wer jedoch neben einer adäquaten Putzroutine mit Bürste und Co. zusätzlich Spüllösungen anwendet, sollte keine stark verbesserten Vorsorgeergebnisse erwarten.</p>
<p class="bodytext">Manche Zahnmediziner warnen sogar vor dem täglichen Gebrauch der aggressiven Cocktails. Ähnlich wie bei der Einnahme von Antibiotika bleiben nach intensivem Gurgeln auch etliche nützliche Bakterien auf der Strecke. Diese Störung des oralen Mikrobioms trägt zum Teil bedenkliche Blüten. So fanden US-amerikanische Wissenschaftler <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0891584919307610?via%3Dihub"  target="_blank">vor drei Jahren heraus</a>, dass der Blutdruck senkende Effekt von sportlichen Aktivitäten durch Mundspülungen zunichte gemacht werden kann. Grund dafür sind abgetötete Mundbakterien, die normalerweise Nitrat zu Stickstoffmonoxid (NO) verstoffwechseln.<br /><br /><strong>Erhöhtes Diabetesrisiko bei täglicher Anwendung</strong><br /><br />NO ist ein wichtiger Botenstoff, der die Blutgefäße weitet und auf diese Weise eine Blutdrucksenkung bewirkt. Dass dieser Einfluss auf den NO-Stoffwechsel weitreichendere Folgen haben könnte, deutet <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1089860317301532?via%3Dihub"  target="_blank">eine nur wenig ältere andere Untersuchung</a> an. Bei etwa 1000 übergewichtigen Probanden war ein doppelt so hohes Diabetesrisiko festgestellt worden, wenn sie sich zwei Mal täglich den Mund mit handelsüblichen medizinischen Lösungen spülten.</p>
<p class="bodytext">Kritiker von Mundspülungen machen zudem regelmäßig auf umstrittene Inhaltsstoffe in einzelnen Rezepturen aufmerksam. Als Lösungsmittel für Extrakte, aber auch als antiseptisch wirksame Substanz verwenden einige Unternehmen Ethanol in höheren Konzentrationen. Diese Beimengung ist nicht nur für Kinder und trockene Alkoholiker als problematisch einzustufen. Die krebsfördernde Eigenschaft von Alkohol <a href="https://www.nature.com/articles/sj.bdj.2009.1014"  target="_blank">sollte diesen Zusatz von der Zutatenliste</a> verantwortungsbewusster Hersteller verschwinden lassen.</p>
<p class="bodytext">Großes Unbehagen bereitet Gesundheitsexperten zudem der Bakterienkiller Triclosan in Spüllösungen. Das chlorhaltige Molekül ist auch in Zahnpasten ein verbreiteter Wirkstoff. Neben seinen antimikrobiellen Meisterleistungen birgt Triclosan jedoch eine Reihe unschöner Gesundheitsrisiken. <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s11356-021-17273-0"  target="_blank">Neuere Studien</a> zeigen, dass die Substanz das hormonelle Gleichgewicht der Schilddrüsen stören kann, neurologische Entwicklungsstörungen, ein gesteigertes Krebsrisiko und Herz schädigende Eigenschaften vermutet werden. Besonders ärgerlich: Wird Triclosan mit dem zahnmedizinisch gut etablierten Arzneimittel Chlorhexidin kombiniert, verliert dieses seine Wirkung.<br /><br /><strong>Testergebnisse nicht “blind” übernehmen</strong><br /><br />Wer Pharmakologie nicht zu seinem Hobby gemacht hat, ist meist mit der Vielzahl an unterschiedlichen Inhaltsstoffen in Spüllösungen überfordert. Gute Orientierungshilfen bieten dann meist renommierte Produktetester wie die Redaktionen der “Stiftung Warentest” oder “Ökotest”. Leider lassen sich solche Tests natürlich nicht nach den jeweiligen individuellen Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucher ausrichten. Viele zahnmedizinische Fachleute würden wahrscheinlich zu einem etwas anderen Bewertungsergebnis kommen. Es ist daher empfehlenswert, die Grundlage der veröffentlichten Produktrankings zu betrachten und eigene Urteile zu fällen.</p>
<p class="bodytext">Die <a href="https://www.test.de/Mundspuelungen-Schutz-vor-Karies-und-Plaque-1841246-0/"  target="_blank">Untersuchung der Stiftung Warentest</a> im vergangenen Jahr beispielsweise bewertete den Inhaltsstoff Fluorid als positiv, das Fehlen führte zu einer Abwertung. Ob Fluorid in Mundspüllösungen eine notwendige Substanz ist, scheint diskussionswürdig. Unbestritten ist es als schmelzhärtendes Mineral für die Zahngesundheit wichtig. Genau so klar ist allerdings auch, dass die tägliche Fluoridgabe nur innerhalb eines bestimmten Dosisrahmens <a href="https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-fluorid-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf"  target="_blank">zu empfehlen ist</a>. Diese optimale Dosis ist bereits durch Standardzahnpasta, fluoridhaltiges Speisesalz und bestimmte Nahrungsmittel erreicht - ob es einer weiteren Fluoridquelle bedarf, ist eher fraglich.</p>
<p class="bodytext">Ebenfalls im vergangenen Jahr widmete sich <a href="https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Mundspuelung-im-Test-Vor-allem-bekannte-Marken-fallen-durch_11845_1.html"  target="_blank">Ökotest den Mundspülungen</a> und bewertete wie üblich eine Reihe von Produkten nach ökologischen Kriterien. Hier verteilten die Tester Punktabzüge für den Inhaltsstoff Natriumlaurylsulfat. Angeblich sei dies zu “aggressiv”, doch kaum eine Zahnpasta kommt heutzutage ohne diesen Zusatzstoff aus.<br /><br /><strong>Rat beim Zahnarzt einholen</strong><br /><br />Wenn Mundspüllösungen einen medizinischen Nutzen bringen sollen, ist ein Beratungsgespräch beim Zahnarzt zu empfehlen. In diesem Artikel die Pros und Contras verschiedener Wirkstoffe ausführlich zu diskutieren, würde gewiss den Rahmen sprengen. Die Lösungen nahezu aller Hersteller töten Bakterien und verhindern somit die Plaquebildung auf den Zähnen – ein Schutz vor Zahnfleischentzündungen, Karies und Parodontitis ist somit gewährleistet.</p>
<p class="bodytext">Zahnärzte setzen häufig die hochwirksame Substanz Chlorhexidin (CHX) ein, das allerdings bei Langzeitgebrauch zu Verfärbungen führt und <a href="https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/7429/Dr.Arbeit_Format_Druck_Steiner_2012_03_20-1.pdf?sequence=1&isAllowed=y"  target="_blank">nur bestimmte Mikroorganismen eliminiert</a>. Chlorhexidin-haltige Produkte sollten daher nur kurzzeitig eingesetzt werden. Auch Lösungen mit ätherischen Essenzen wie Listerine wirken antimikrobiell, sind jedoch weniger potent. Ein dritter verbreiteter Wirkstoff ist die quartäre Ammoniumverbindung Cetylpyridiniumchlorid (CPC), die Zahnärzten in einer Leitlinie zur Bekämpfung von Parodontitis empfohlen wird. CPC ist auf der Zutatenliste zahlreicher frei verkäuflicher Spüllösungen.</p>
<p class="bodytext">Viele Zahnärzte bieten in ihrer Praxis vor einer Dentalbehandlung routinemäßig Spüllösungen an. Zum einen schützt dies den Patienten bei eventuellen Verletzungen der Mundschleimhaut vor eindringenden Keimen, zum anderen minimiert das Behandlerteam sein Risiko, sich mit diversen krankmachenden Erregern anzustecken. In Zeiten der Pandemie ist dabei speziell eine Frage in den Fokus gerückt: Lässt sich mit Mundspüllösungen auch ein Schutz vor COVID-19 erreichen?<br /><br /><strong>Spülungen senken die Viruslast</strong><br /><br />Eine eindeutige Antwort basierend auf verlässliche Daten ist derzeit nicht möglich. Doch <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0929664621004691?via%3Dihub"  target="_blank">etliche Studien</a> legen nahe, dass ein kurzes Spülen vor der Behandlung sinnvoll ist. In Laborversuchen inaktivierten <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8042617/"  target="_blank">besonders Povidon-Jod</a> (Betaisodona), CPC und ätherische Öle das Coronavirus SARS-CoV-2. Chlorhexidin zeigte sich weniger wirksam, ist in vielen Produkten jedoch ohnehin mit CPC kombiniert. Speziell CPC kann die Virushülle zerstören und senkt so massiv die Viruslast eines Corona-positiven Patienten. Besser als Spülen ist das Gurgeln der Mundspülungen mit zurückgelegtem Kopf, da besonders der Rachenraum mit Viren kontaminiert ist. Als Therapieoption gegen die Infektion <a href="https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2020-08-10-virologie-mundspuelungen-koennten-corona-uebertragungsrisiko-senken"  target="_blank">sind die Lösungen</a> unterdessen ungeeignet: Die Virenproduktion in den Zellen hemmen sie nicht.</p>
<p class="bodytext">Auch wenn die keimtötenden Alleskönner hochgradig giftig für die Mikrobenwelt sind, gibt es immer wieder Erreger, die ein Bad in der Spüllösung überleben. So zeigten <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/221040/Sexuell-uebertragbare-Erkrankungen-Listerine-Mundspuelungen-sind-zur-Praevention-der-Gonorrhoe-nicht-wirksam"  target="_blank">zwei jüngere Studien</a>, dass Gonorrhö und andere sexuell übertragbare Krankheiten durch Gurgeln mit Spülungen (Listerine) nicht zu verhindern sind. Und in <a href="https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=1041&typ=1&nid=98060&s=octenidol"  target="_blank">einem tragischen Fall</a> starben sogar zwei Menschen auf Intensivstationen, die sich über eine kontaminierte Mundspülung (Octenidol) mit einem Lungen-schädigenden Bakterium (Burkholderia cepacia) infiziert hatten.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-184</guid>
						<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 02:30:21 +0100</pubDate>
						<title>Laserzahnmedizin: Wenn der Zahnarzt zum Lichtschwert greift</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/laserzahnmedizin-wenn-der-zahnarzt-zum-lichtschwert-greift/</link>
						<description>Bei vielen zahnärztlichen Eingriffen bestimmen Bohrer und Skalpell den Ablauf einer Behandlung. Einige Dentalpraxen bieten alternativ den Einsatz von Laserlicht an. Was bringen die neuen Verfahren?</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wenn neue Technologien den Bereich der Forschung verlassen, eröffnen sich oft auch im medizinischen Bereich vielversprechende neue Therapieoptionen. So kam Laserlicht in den frühen 1960er Jahren zunächst in militärischen Messgeräten zum Einsatz, wenige Jahre später schon experimentierten Augenärzte erfolgreich mit dem stark gebündelten Lichtstrahlen. Ihnen gelang es, krankhafte Blutgefäße in der Netzhaut zu veröden. Und 1964 berichteten US-amerikanische Forscher bereits <a href="https://www.nature.com/articles/203417a0.pdf?origin=ppub"  target="_blank">im Fachmagazin „Nature“</a> über die mögliche Anwendung der energiereichen Strahlen gegen Kariesschäden.</p>
<p class="bodytext">Weit mehr als ein halbes Jahrhundert später sollte die Laserzahnmedizin nun aus dem Experimentalstadium heraus sein. Doch gegen scharfe Klingen und rotierende Bohrköpfe konnte sich das Lichtschwert bislang nicht durchsetzen. Ist die Laserzahnheilkunde also eher etwas für technikverliebte Dentisten, die mit einem extravaganten Angebot neue Kundenkreise erschließen wollen? Sicher nicht. Doch in der Zahnmedizin gelang dem Laser kein glamouröser Siegeszug wie in anderen medizinischen Fachrichtungen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Intensive Fortbildungen für Zahnärzte</strong></p>
<p class="bodytext">Vielmehr traten <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-0757.2008.00283.x"  target="_blank">anfangs Probleme</a> mit Verbrennungen und einer verschlechterten Wundheilung auf, was ein schlechtes Licht auf die neuen Methoden warf. Es zeigte sich zudem, dass ein Zahnarzt nicht einfach den Bohrer gegen einen Laserstrahl austauschen konnte. Der Umgang mit den Hightech-Geräten erfordert eine gewisse Expertise, die sich Zahnmediziner erst aneignen müssen - beispielsweise mit einem mindestens einjährigen <a href="https://www.aalz.de/education-programs/"  target="_blank">Lehrgang an der Universität Aachen</a>. Neben diesem enormen zeitlichen Aufwand, muss ein junger Zahnarzt bei der Unternehmensplanung auch die hohen Kosten für die Lasergeräte einkalkulieren: zwei Hürden, die sicher die Begeisterung für innovative Konzepte schmälern.</p>
<p class="bodytext">Dass trotzdem in etwa jeder zehnten Praxis in Deutschland mit Lasergeräten behandelt wird, spricht gewiss für die Vorzüge der heißen Strahlen. Tatsächlich gibt es nur wenige Fälle, bei denen ein ausgebildeter Laserdentist auf seine alten mechanischen Instrumente zurückgreifen muss. Die Entwicklung moderner Laserapparaturen erlaubt es, bei jeder Diagnose spezifisch vorzugehen. Der Zahnarzt muss dazu mindestens zwei Geräte einsetzen: Eines produziert einen starken Laserstrahl (Hardlaser), mit dem beispielsweise hartes von Karies befallenes Gewebe bearbeitet werden kann und ein anderes, das mit einem weniger intensiven Strahl (Softlaser/Low Level Laser) für die Behandlung von Weichgewebe geeignet ist.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kaum Schmerzen, antibakterielle Wirkung</strong></p>
<p class="bodytext">Besonders Angstpatienten, denen bereits der Gedanke an das Pfeifen und Rütteln eines konventionellen Bohrers den Angstschweiß auf die Stirn treibt, dürften von der alternativen Kariesbehandlung profitieren. Oftmals läuft die Entfernung der zerstörten Zahnsubstanz schmerzfrei ab, so dass die Betäubungsspritze seltener nötig ist. Es entstehen keine Vibrationen und auch eine Hitzebildung ist heutzutage nicht mehr wahrnehmbar. Gefährliche Keime werden sofort abgetötet, feine Dentinkanälchen versiegelt und Entzündungen bleiben aus. Sogar bei der Diagnose von Kariesschäden ist das Laserlicht hilfreich: Im Seitenzahnbereich und den Furchen der Backenzähne (Fissuren) lassen sich kariöse Stellen mit einer speziellen Fluoreszenztechnologie entdecken. Leider kommt der Laser nicht bei allen Kariesschäden zum Ziel: Sitzt das erkrankte Gewebe zu tief, muss der gewöhnliche Bohrer wieder ran. Außerdem verzichtet der Zahnarzt auf die Energie des Laserstrahls bei der Entfernung alter Füllungen. Denn die entstehende große Hitze könnte giftige Dämpfe freisetzen.</p>
<p class="bodytext">Auch bei Parodontalbehandlungen können Laser für bessere Therapieerfolge sorgen. Die Entzündungen des Zahnhalteapparats beruhen auf einer starken Vermehrung krankmachender Keime in den Zahnfleischtaschen. Die Maßnahmen des Zahnarztes zielen also darauf ab, diese Mikroorganismen zu eliminieren und den Entzündungsprozess des Gewebes zu stoppen. Laserlicht kann hier mittels eines einfachen Tricks die Keimbesiedlung nahezu komplett auslöschen. Dazu wird auf die befallenen Bereiche eine Lösung mit Farbsubstanzen gegeben, die sich an die Erreger heften. Das energiereiche Licht wird von den Farbstoffen absorbiert und tötet so die Bakterien ab. Die Methode eignet sich auch für schwer zugängliche Bereiche und fördert zudem durch die Stimulation des Gewebes den Heilungsprozess. Die sogenannte photodynamische Therapie (PDT) ist nur ein Einsatzbereich von Laserlicht in der Parodontaltherapie. Darüber hinaus zeigen sich hier bei anderen nicht-chirurgischen und chirurgischen Eingriffen in <a href="https://www.scielo.br/j/bor/a/mRDbpkVXxvn7SczMpMc4mXR/?lang=en"  target="_blank">mehreren Studien</a> Vorteile gegenüber der Standardtherapie.</p>
<p class="bodytext"><strong>Laserlichtimpulse im Wurzelkanal</strong></p>
<p class="bodytext">Seit wenigen Jahren profitiert die Endodontologie in besonderem Maß von den Möglichkeiten gepulster Laserstrahlen: Bei der Aufbereitung von Wurzelkanälen sorgen energiereiche Lichtblitze für beeindruckende Reinigungsergebnisse. Dabei wird eine Spülflüssigkeit im Kanal durch die Lichtenergie kurzzeitig stark erhitzt und bildet unmittelbar kleine Gasbläschen. Diese implodieren in kürzester Zeit wieder und lösen so Schmierfilme mit Bakterien selbst aus fein verzweigten Kanälchen heraus. Das Verfahren zeigte sich in <a href="https://journals.sbmu.ac.ir/iej/article/view/17935/13744"  target="_blank">mehreren Studien</a> gegenüber herkömmlichen Desinfektionsmethoden überlegen. Es ist seit gut zehn Jahren patentrechtlich geschützt und wird unter der Abkürzung PIPS (Photon Induced Photoacoustic Streaming) vermarktet.</p>
<p class="bodytext">Neben der zerstörerischen Kraft leistungsstarker Lasergeräte haben energieärmere Laserstrahlen eine heilungsfördernde Wirkung auf verletztes Gewebe. Jüngst konnte in zwei Vergleichsstudien gezeigt werden, welche Effekte Softlaser nach Dentaloperationen erzielen können. In<a href="https://www.joms.org/article/S0278-2391(21)01104-6/fulltext"  target="_blank"> der ersten Studie</a> behandelten brasilianische Forscher Patienten nach Weisheitszahnextraktionen auf der einen Seite sechs Sekunden mit Laserlicht, auf der anderen mit normalem Rotlicht. Zwei Tage nach dem Ziehen der Zähne war das Schmerzgefühl auf der laserbestrahlten Seite nur halb so intensiv wie auf der Placebo-Seite. Diese sogenannte Photobiostimulation (PBS) verhinderte zudem starke Schwellungen und erleichterte den Probanden das Öffnen des Mundes. In der <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666469021000476"  target="_blank">zweiten Studie</a> setzten iranische Zahnärzte einen Softlaser nach dem Einsetzen von Implantaten im Unterkiefer ein. Wiederum wurden beide Mundseiten behandelt, eine jedoch lediglich mit Rotlicht bestrahlt. Auch hier beschrieben die Patienten deutliche Unterschiede in der Schmerzstärke, zudem war klar eine bessere Wundheilung auf dem laserbestrahlten Gewebe zu erkennen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Fazit</strong></p>
<p class="bodytext">Laserzahnmedizin kann speziell als ergänzendes Behandlungsangebot etliche Vorteile bringen. Sie wird durch eine stetige Weiterentwicklung immer bessere Therapieoptionen ermöglichen und für Patienten mit hohem Qualitätsanspruch interessant bleiben. Da gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Laserverfahren in der Regel nicht übernehmen, dürften jedoch wohl weiterhin nur sehr ambitionierte Zahnmediziner das Skalpell gegen den Lichtstrahl tauschen wollen. Für schmerzfreie Behandlungen und schnellere Heilungserfolge müssen Patienten aus eigener Tasche zahlen: Zwischen 20 Euro für einen einzelnen Zahn bis zu 400 Euro für eine größere Operation werden für die Privatleistungen berechnet. </p>
<p class="bodytext">Da es mehrere Lasertypen von verschiedenen Herstellern gibt, zudem die Wellenlänge des Lichts, die Leistung und die Frequenz der Lichtpulse variiert werden können, lässt sich wohl grob erahnen, wie viele Behandlungsmöglichkeiten ein Zahnarzt mit seinen verschiedenen Geräten hat. Dass ein solches Wissen nicht auf einem Wochenendseminar vermittelt werden kann, liegt auf der Hand. Patienten, die sich vom Angebot eines Laserzahnmediziners angesprochen fühlen, sollten sich genau über dessen Qualifikation informieren. Meist werben Laserpraxen und -zentren auf ihren Websites bereits mit absolvierten Lehrgängen und Abschlüssen ihrer Mitarbeiter. Viele von ihnen sind Mitglied der <a href="https://www.dgl-online.de/"  target="_blank">DGL</a> (Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V.) oder der <a href="https://isldlaser.com/"  target="_blank">ISLD</a> (International Society for Laser Dentistry).</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-183</guid>
						<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 12:23:59 +0200</pubDate>
						<title>Probiotika – Wie Bakterien die Mundgesundheit stärken</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/probiotika-wie-bakterien-die-mundgesundheit-staerken/</link>
						<description>Zur Sanierung des Darms haben sich speziell ausgewählte Bakterienkulturen bereits einen Namen gemacht. Dass auch die Mundhöhle von den Eigenschaften bestimmter Mikroben profitiert, belegen immer mehr Studien. Ein Therapieansatz mit Potenzial.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wir haben sie seit fast 450 Jahren im Visier und sehen in ihnen heute meist eine feindliche Bedrohung: Bakterien und andere Mikroorganismen können schwere Krankheiten verursachen. Dennoch sind sie untrennbar mit dem Menschen verbunden. Würde eine Trennung gelingen, kämen die Kleinstlebewesen auf ein Gewicht von insgesamt etwa 1,5 Kilogramm. Aufgrund ihrer geringen Größe steht jedoch jede menschliche Zelle geschätzt drei Mikroben gegenüber. Somit ist der Mensch genau genommen nur ein aufwändig konstruiertes Vehikel, um Billionen von winzigen Einzellern das Überleben zu sichern. Allein im Mund tummeln sich rund 10 Milliarden Bakterien.</p>
<p class="bodytext">Seit Robert Koch vor fast 150 Jahren eine Bazille als Ursache für Milzbrand ausmachte, traut niemand mehr den harmlos umherschwimmenden “Tierchen” über den Weg. Und als mit Penicillin in den 1940er Jahren ein wirksames Mittel gegen Syphilis und Wundinfektionen zum Einsatz kam, war die Schlacht gegen die unsichtbaren Angreifer eröffnet. Die Pharmaindustrie versorgt nun nicht nur schwerkranke Menschen mit Antibiotika - an vielen Orten wird versucht, mögliche Risiken direkt im Keim zu ersticken.</p>
<p class="bodytext">Dass dieses Vorgehen nicht nur unerwünschte Resistenzbildungen zur Folge haben kann, wird zunehmend deutlicher. Erst langsam werfen die Erkenntnisse der Wissenschaft ein anderes Schlaglicht auf die mikroskopisch kleine Welt: Es gibt auch nützliche Mikroben. Und diese sind nicht nur unschädlich, sondern auch elementar wichtig für die menschliche Gesundheit. Immer mehr Studien zeigen, dass etliche Bakterienarten uns mit Nährstoffen versorgen und uns vor Krankheitserregern schützen. Die Mikroflora ist eng verwoben mit dem menschlichen Immunsystem und dürfte bei weiterer Erforschung sicherlich noch für einige Überraschungen sorgen.<br /><br /><strong>&quot;Böse&quot; Bakterien sind in der Minderheit</strong><br /><br />Die Angst vor einer lebensgefährlichen bakteriellen Infektion ist zwar durchaus berechtigt. Doch führt sie auch zu einem Zerrbild des weitestgehend unbekannten Mikrokosmos, mit dem wir stets aufs Engste verbunden sind. Die “bösen” Buben machen nur einen geringen Anteil der unterschiedlichen Mikroben aus: Nur etwas mehr als <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1088493/"  target="_blank">500 Bakterienarten</a> sind dafür verantwortlich, dass der Mensch in eine gesundheitliche Schieflage gerät. Dem gegenüber stehen Tausende Arten, die zum Teil durch ihre bloße Existenz ein schädliches Wachstum der Krankmacher verhindern. Besonders in Darm und Mundhöhle besteht ein fein justiertes Ökosystem aller möglichen Keime, das dem Menschen im Idealfall ein unbeschwertes Leben beschert. </p>
<p class="bodytext">Umwelteinflüsse, Stoffwechsel, Ernährung oder Verhalten sorgen allerdings zum Teil dafür, dass dieses Gleichgewicht kippt und bestimmte Erreger ihren Wirt erkranken lassen. Dieses Geschehen ist durchaus komplex, doch ein Therapieansatz hat bei vielen Ärzten und Wissenschaftlern Gefallen gefunden: Als harmlos oder nützlich eingestufte Bakterien könnten als Heilmittel gegen schädliche Keime eingesetzt werden. Etliche Studien bestätigen mittlerweile, dass dieser Ansatz Erfolge verzeichnen kann. So hat beispielsweise die “Transplantation” von Exkrementen bei nicht behandelbaren Hautkrebspatienten positive Resultate hervorgebracht.</p>
<p class="bodytext">Sowohl die Pharma- als auch die Lebensmittelindustrie haben mit dem Konzept der “guten” Bakterien eine Marktchance entdeckt. Unter dem Sammelnamen Probiotika finden sich die Fitmacher in Kapseln, Pillen, Pulvern und Drinks. Was, wann, wie eingenommen werden soll, um bestimmte Wunschvorstellungen zu erfüllen, muss noch intensiv erforscht werden. Doch im Bereich der Mundhöhle sind in den vergangenen Jahren <a href="https://www.mdpi.com/2076-3417/11/17/8070/htm"  target="_blank">vielversprechende Untersuchungen</a> gemacht worden, die aufhorchen lassen. Der Kampf “Gut” gegen ”Böse” kann offenbar manipuliert werden.<br /><br /><strong>Probiotika halten Erreger in Schach</strong><br /><br />Etwa <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-0757.2012.00453.x"  target="_blank">700 verschiedene Bakterienarten</a> besiedeln den Mundraum, nur wenige von ihnen sind in der Zahnheilkunde als echte Störenfriede bekannt. Allen voran ist seit langer Zeit Streptococcus mutans als Verursacher von Karies im Visier der zahnmedizinischen Forschung. Einen ebenso schlechten Ruf haben einige Keime, die Parodontitis auslösen oder Mikroben, die für starken Mundgeruch verantwortlich sind. In der <a href="https://www.cda.org/Portals/0/journal/journal_102017.pdf"  target="_blank">Theorie der Probiotika-Forscher</a> lassen sich mit der Gabe von bestimmten Bakterien diese Krankheitserreger in Schach halten. </p>
<p class="bodytext">Was die “guten” Bakterien gegen das Risiko von <strong>Karies</strong> erreichen können, wurde intensiv <a href="https://www.karger.com/Article/Fulltext/499037"  target="_blank">bei Kindern untersucht</a>. Gleich ein halbes Dutzend verschiedener Arten senkte deutlich die Kariesrate bei den Probanden. Meistens nahmen die Kinder ihre bakteriellen Beschützer in Form von Milchgetränken zu sich. Im Mund agieren die Keime dann mit unterschiedlichen Strategien gegen die krankmachenden Zeitgenossen. Im einfachsten Fall sind sie schlicht Nahrungskonkurrenten und blockieren so die Energiezufuhr der anderen. Andere Bakterien setzen sich aggressiver durch und bekämpfen die Wettbewerber mit Giften (Bacteriocine). Wieder andere verändern das umgebende Milieu, indem sie den pH-Wert anheben und auf diese Weise die gefährlichen Säureattacken der Kariesbakterien neutralisieren. Auch kann die Bildung von Zahnbelag durch einige Probiotika-Bakterien gehemmt werden. Nicht zuletzt wird zudem eine indirekte Wirkung diskutiert, die über den Darm die Mikroflora im Mund positiv beeinflussen könnte. In deutschen Apotheken sind bereits Lutschtabletten speziell gegen Karies erhältlich, die große Mengen der Milchsäurebakterien Lactobacillus salivarius und L. reuteri enthalten. Kritiker <a href="https://www.zm-online.de/archiv/2019/14/titel/probiotika-und-mundgesundheit/"  target="_blank">verweisen jedoch darauf</a>, dass theoretisch auch Lactobacillus bei hoher Zuckerzufuhr Karies auslösen könnte.</p>
<p class="bodytext">Ebenfalls <a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fdmed.2021.708666/full#T1"  target="_blank">zahlreiche Studien gibt es</a> mittlerweile bei den Themen <strong>Zahnfleischentzündungen</strong> und <strong>Parodontitis</strong>. Es zeigt sich hier ein <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/prd.12382"  target="_blank">klarer Trend</a>, dass mit Probiotika die entzündlichen Erkrankungen therapiert werden können. Besonders als unterstützende Maßnahme nach einer professionellen Zahnreinigung oder bei einer Parodontitisbehandlung konnten zum Teil <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcpe.12155"  target="_blank">beachtliche Erfolge dokumentiert</a> werden. Leider fehlen vielfach Langzeitstudien, um die Nachhaltigkeit der Ergebnisse zu überprüfen. Wie bei der Karies scheint auch der Zahnhalteapparat besonders von dem Bakterium L. reuteri zu profitieren.<br /><br /><strong>Selbst bei Mundgeruch und Pilzinfektionen hilfreich</strong><br /><br /><strong>Mundgeruch</strong> (Halitosis) ist ein weiterer Anwendungsbereich bei dem probiotische Bakterien zum Einsatz kommen können. In der Regel sind es anaerobe Bakterien, die flüchtige, schwefelhaltige Stoffwechselprodukte ausscheiden und somit für einen schlechten Atem verantwortlich sind. Als Gegenmittel kommen theoretisch alle Keime in Betracht, die entweder als Nährstoffkonkurrent mit schlagkräftigen Verdrängungsstrategien arbeiten oder Bakterien, die die Produktion der übel riechenden Substanzen hemmen. Die Bakterien-Arten Lactobacillus salivarius und Streptococcus salivarius K12 werden inzwischen kommerziell für einen frischeren Atem angeboten. Als Lutschtabletten oder Kaugummi werden sie eingenommen und regulieren die Mundflora. Sie behaupten sich gegen ihre Konkurrenten, indem sie antimikrobielle Wirkstoffe (Salivaricine) herstellen.</p>
<p class="bodytext">Auch <strong>Pilzinfektionen</strong> im Mundraum sind ein Fall für Probiotika. Weit verbreitet sind Hefepilze der Gattung Candida, die besonders bei Vorerkrankten unangenehme Symptome mit sich bringen können. Vor allem ältere Menschen, die unter chronischen Erkrankungen und Mundtrockenheit leiden, haben Probleme mit ausufernden Pilzinfektionen. Diese verursachen schmerzhafte Wunden in der Mundschleimhaut. <a href="https://www.scielo.br/j/bdj/a/RRGNM6dFpMVPtJ36LtvmpRJ/?lang=en"  target="_blank">In Studien ließ </a>sich die Pilzausbreitung mit diversen Lactobacillus-Arten (rhamnosus GG, acidophilus, fermentum) kontrollieren.</p>
<p class="bodytext">Im Handel werden für experimentierfreudige Verbraucher mittlerweile diverse Bakterienarten und -kombinationen angeboten. Da <a href="https://www.researchgate.net/publication/349168754_Effect_of_Probiotics_and_Prebiotics_on_Oral_Health"  target="_blank">seriöse wissenschaftliche Arbeiten</a> durchaus positive Effekte vermelden, spricht nichts dagegen, die unterschiedlichen Produkte auszuprobieren. Wer größere Enttäuschungen vermeiden will, sollte jedoch einige Dinge beachten.<br /><br /><strong>Nicht ohne Produktvergleich Probiotika kaufen</strong><br /><br />Sehr kostengünstige Mittel aus fernen Ländern bergen ein höheres Risiko, nicht das zu enthalten, was der Verkäufer verspricht. Untersuchungen haben gezeigt, dass erschreckend oft weder die angegebene Dosis noch die ausgezeichneten Arten enthalten sind. Leider können auch im deutschsprachigen Raum Anbieter nur selten mit Zertifikaten punkten. Es empfiehlt sich daher, eher auf renommiertere Unternehmen zurückzugreifen, die für einen gewissen Qualitätsstandard mit ihren Namen stehen.</p>
<p class="bodytext">Zudem sollten möglichst nicht nur die Bakterienart, sondern auch der Stamm auf einer Verpackung angegeben sein – denn jeder Stamm hat andere Wirkungen, auf die sich in wissenschaftlichen Studien bezogen wird. Manche Produzenten stellen auf ihren Websites Links zu entsprechenden Untersuchungen zur Verfügung.</p>
<p class="bodytext">Die Recherche zu aktuellen Vertreibern oraler Probiotika zeigte, dass sich bereits für rund 10 bis 30 Euro im Monat das mikrobielle Milieu im Mundraum auffrischen lässt. Folgende Anbieter/Marken aus dem deutschsprachigen Raum sind in Apotheken, Drogerien oder online als Nahrungsergänzungsmittel zu finden (Liste ohne Garantie auf Vollständigkeit, nur orale probiotische Produkte):</p>
<p class="bodytext"><strong>Sunstar GUM Periobalance</strong> (Tabletten) Bakterien: L. reuteri Prodentis; Preis: ca. 15,- Euro (30 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Parodontitis, Zahnfleischentzündungen (während Schwangerschaft)</p>
<p class="bodytext"><strong>Nupure – Probadent</strong> (Tabletten) Bakterien: L. salivarius Oral S1; Preis: ca. 19 Euro (30 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch (Zahnfleischentzündungen, Karies)</p>
<p class="bodytext"><strong>Oral Flora – Fresh Breath</strong> (Tabletten) Bakterien: S. salivarius K12; Preis: ca. 30,- Euro (50 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Halsschmerzen, Mittelohrentzündungen</p>
<p class="bodytext"><strong>Casida – Dental Repair</strong> (Tabletten) Bakterien: L. reuteri, L. salivarius; Preis: ca. 20,- Euro (60 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Zahnfleischentzündungen, Karies, Parodontitis</p>
<p class="bodytext"><strong>Floral </strong><strong><strong>–</strong> Lactoferrin CLN</strong> (Tabletten) Bakterien: L. brevis CECT 7480, L. plantarum CECT 7481; Preis: ca. 20,- Euro (30 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis</p>
<p class="bodytext"><strong>Elite Nutrition – FloraSelect Oral</strong> (Tabletten) Bakterien: L. salivarius, L. reuteri; Preis: ca. 30,- Euro (60 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Karies, Candida</p>
<p class="bodytext"><strong>Code Vital Probio</strong> (Kaugummi) Bakterien: S. salivarius K12; Preis: ca. 14,50 Euro (10 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch</p>
<p class="bodytext"><strong>DentaSan ProbioGUM</strong> (Kaugummi) Bakterien: L. salivarius SGL03; Preis: ca. 3,50 Euro (30 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Aphten</p>
<p class="bodytext"><strong>DentaSan ProbioPROTECT</strong> (Pulver in Sticks) Bakterien: L. salivarius, B. Animalis ssp.lactis, L.rhamnosus; Preis: ca. 24,- Euro (28 Stück)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Aphten</p>
<p class="bodytext"><strong>Apacare – Biolactis</strong> (Pulver in Tütchen) Bakterien: L.helveticus Rosell52, L.rhamnosus Rosell11, B. longum Rosell175; Preis: ca. 15,- Euro (30 Stück/Gramm)<br />Angegebene Schutzwirkung: Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Karies, Parodontitis</p>
<p class="bodytext"><strong>Effective Nature – Combi Flora reuteri </strong>(flüssig) Bakterien: L. reuteri; Preis: ca. 30,- Euro (50 ml)<br />Angegebene Schutzwirkung: -</p>
<p class="bodytext">Es zeigt sich also, dass auch im Bereich der Mundgesundheit Probiotika gute Dienste leisten können. Zumindest als zusätzliche Prophylaxe- und Therapiemaßnahme scheinen sie ein noch kaum überschaubares Potenzial zu haben. Mit so gut wie keinen Nebenwirkungen sind sie für eine große Patientengruppe interessant (<a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/209335/Probiotika-Nicht-immer-von-Vorteil"  target="_blank">Ausnahmen</a>: Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bestimmten Magen-Darmerkrankungen).</p>
<p class="bodytext">Allerdings sprechen Beobachter der jungen Branche noch von Zuständen wie im Wilden Westen: Viele mögliche Heilwirkungen und Erfolgsversprechen sind derzeit <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760351/#ref13"  target="_blank">weit weg von Evidenz basierter Medizin</a>, auch wenn es etliche erstaunliche Effekte gibt. Laufende Studien machen allerdings Hoffnungen, dass die Bakterienwelt der Menschheit künftig ein angenehmeres und gesünderes Leben bringen wird.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><em>Eine längere Abhandlung über die Anwendung von Probiotika bei der Mundhygiene hat vor wenigen Jahren der US-Amerikaner Case Adams mit seinem Buch <a href="https://www.vakverlag.de/31207-nie-mehr-parodontose-und-karies.html"  target="_blank">„Nie mehr Parodontose und Karies!“</a> im VAK-Verlag veröffentlicht</em></p>
<p class="bodytext"><em><small>Hinweis: Zwischen den genannten Marken, Herstellern, Vertreibern und dem Autoren/dentaltrade bestehen keinerlei geschäftliche Beziehungen/kommerzielle Verbindungen</small></em></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-182</guid>
						<pubDate>Wed, 22 Sep 2021 10:43:59 +0200</pubDate>
						<title>Biologische Zahnheilkunde - Hokuspokus oder clevere Alternative?</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/biologische-zahnheilkunde-hokuspokus-oder-clevere-alternative/</link>
						<description>Nach der universitären Ausbildung schlagen einige Zahnärzte einen besonderen Weg ein: Sie wollen den Menschen als Ganzes betrachten und setzen oft auf ungewöhnliche Methoden. Ihre Therapien sind teilweise umstritten.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der unvoreingenommene Gang zum Zahnarzt war gestern: Dentalteams geben potenziellen Patienten schon auf dem Praxisschild klare Auskunft, was ihre Behandler besonders gut können. Wer gezielt zum Parodontologen, Implantologen, Endodontologen oder Kieferorthopäden geht, fühlt sich sicher, dass er mit seinem jeweiligen Zahnproblem in besten Händen ist. Was aber kann ein unbedarfter Mensch erwarten, der sich in eine Praxis für <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s13279-021-0726-z"  target="_blank">&quot;Biologische Zahnmedizin&quot; begibt</a>?</p>
<p class="bodytext">Biologisch klingt nach naturnah, sanft sowie frei von Umweltgiften und &quot;Big Pharma&quot;. Und tatsächlich schwingt vieles davon auch in der Philosophie der meisten Zahnärzte dieser Zunft mit. Wegen einer möglichen Quecksilberbelastung wird beispielsweise Amalgam vermieden oder teilweise aktiv entfernt. Einige Zahnärzte überprüfen vor einer Behandlung mit diversen Tests Allergien und Überempfindlichkeiten. Oder in längeren Gesprächen - ganz im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise - werden psychische Stressfaktoren und das Ernährungsverhalten erörtert. In der Regel werden diese Behandlungen als ergänzende Leistungen angeboten und können neben einer konventionellen Zahnarztsitzung in Anspruch genommen werden.</p>
<p class="bodytext">Im Gegensatz zu allen anderen Fachbereichen der Zahnheilkunde ist die Biologische Zahnmedizin kein Wissensbaustein, den Studenten an den Universitäten vermittelt bekommen. Der Grund: All das, was die Alternativmediziner als mögliche Therapie in Betracht ziehen, fällt streng wissenschaftlich betrachtet meist durch. Häufig ist die Studienlage dünn, vielfach halten erfolgreich durchgeführte Experimente weiteren Untersuchungen nicht stand. Die nötigen &quot;randomisierten Doppelblindstudien&quot; sind in der Zahnheilkunde ohnehin nur schwer zu realisieren. Für die gesetzlichen Kassen ist damit klar, dass hier jeder Patient einen Behandlungswunsch fast immer aus eigener Tasche bezahlen muss.<br /><br /><strong>Keine einheitliche Strategie - keine einheitliche Fortbildung</strong><br /><br />Das Angebot in &quot;Biologischen Praxen&quot; ist so vielfältig wie die Fachbezeichnung, unter der die Alternativmediziner ihre Praxis führen. Ganzheitliche, holistische, systemische, naturheilkundliche oder sanfte Zahnmedizin wird dabei nahezu synonym mit der Biologischen Zahnheilkunde angepriesen. Was sich hinter dem jeweiligen Label verbirgt, erfährt ein Patient meist erst beim Selbsttest. Denn mehrere Organisationen und Verbände veranstalten Fortbildungen und vergeben Zertifikate, deren Inhalte von keiner offiziellen Stelle kontrolliert oder anerkannt werden.</p>
<p class="bodytext">Da die zahnärztliche Tätigkeit gesetzlich genau geregelt ist, überschreiten einige Behandler mit ihrem Angebot deutlich eine Grenze. Um sich aus einer rechtlichen Grauzone der Behandlungsoptionen zu begeben, absolvieren daher viele Dentisten zusätzlich eine Heilpraktikerausbildung. Dann ist der Weg frei für Akupunktur, Kinesiologie oder die Anwendung homöopathischer Präparate.</p>
<p class="bodytext">Elektroakupunktur, Magnetfeldtherapie oder Störfeldtestungen mögen für viele Menschen exotisch bis esoterisch klingen. Doch manch einer sucht jahrelang verzweifelt nach der Ursache seines Leidens - und wird beim Biologischen Zahnarzt ganz &quot;unwissenschaftlich&quot; geheilt. Getreu nach dem Motto: &quot;Wer heilt, hat Recht&quot; sind solche Fälle erfreulich und meistens unproblematisch.<br /><br /><strong>Verbindungen zwischen Zähnen und Organen</strong><br /><br />Wenn naturheilkundliche Zahnärzte behaupten, dass jeder einzelne <a href="https://www.bnz.de/bnz-tv/animationen-und-spots-des-bnz/"  target="_blank">Zahn einem bestimmten inneren Organ</a> zugeordnet werden kann, ist das zwar nicht beweisbar, aber zunächst auch belanglos. Kritisch wird es gelegentlich allerdings dann, wenn daraus bestimmte Maßnahmen erfolgen, die ein schulmedizinisch bewertender Zahnarzt niemals in Erwägung ziehen würde.</p>
<p class="bodytext">In den Medien werden dann exakt <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/stoerfelder-im-gebiss-a-d9b4e991-0002-0001-0000-000021484762?context=issue"  target="_blank">diese Fälle präsentiert</a>, die dem Ruf der Biologischen Zahnheilkunde in der Vergangenheit erheblich geschadet haben. So betrachten zum Beispiel einige radikale Vertreter generell Wurzelkanal-gefüllte Zähne als gefährliche Keimherde. Sie raten zum Ziehen der Zähne und propagieren Keramik-Implantate als bessere Wahl. Aus akademischer Sicht ist dies sicher nicht haltbar und hat zu etlichen <a href="https://medwatch.de/2019/07/11/gift-im-zahn-wie-die-biologische-zahnmedizin-patienten-gefaehrdet/"  target="_blank">kritischen Berichten</a> geführt.</p>
<p class="bodytext">Für medizinische Laien ist es meist nicht einschätzbar, wo wissenschaftliche Fakten aufhören und der Glaube eines Behandlers anfängt. Wer mit der Schulmedizin viele frustrierende Situationen erlebt, kann durchaus den Besuch eines Alternativmediziners ausprobieren. Drei Dinge sind dabei aber zu beachten:</p>
<p class="bodytext"><strong>1)</strong> Jedem sollte klar sein, dass eine naturheilkundliche/biologische Behandlung das eigene Budget belastet. Hier sollte man sich zuvor überlegen, welche Summe dafür zur Verfügung steht. Auch mit dem Zahnarzt sollte ohne Scheu vorher über alle entstehenden Kosten gesprochen werden.<br /><br /><strong>2)</strong> Größere Behandlungen sollten nicht als Spontanentscheidung erfolgen. Ein guter Zahnarzt legt seine Behandlungspläne offen und gibt genug Bedenkzeit, ob eine vorgeschlagene Therapie gewünscht wird.<br /><br /><strong>3)</strong> Massive Eingriffe wie Extraktionen, Bohrungen oder Implantationen sollten niemals ohne eine zweite Zahnarztmeinung vorgenommen werden. Dazu hat jeder gesetzlich Versicherte ohne Mehrkosten das Recht.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-181</guid>
						<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 09:45:23 +0200</pubDate>
						<title>Zahngesundes Essen - Das würden unsere Zähne empfehlen</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/zahngesundes-essen-das-wuerden-unsere-zaehne-empfehlen/</link>
						<description>“Zuckerfrei” war gestern: Wer es ernst meint mit zahngesunder Ernährung, sollte andere Regeln beachten. Immer deutlicher werden die Stellschrauben eines Essensplanes, der ein dauerhaft gesundes Gebiss verspricht.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"> Vor wenigen Jahren sorgten sensationelle Skelettfunde in Marokko <a href="https://www.mpg.de/11322546/homo-sapiens-ist-aelter-als-gedacht"  target="_blank">für Schlagzeilen</a>: Offenbar muss die Menschheitsgeschichte erneut umgeschrieben werden, bereits vor 300.000 Jahren bevölkerte Homo sapiens nördliche Regionen Afrikas. Was vor allem Zahnmediziner ins Staunen brachte, war ein gut erhaltener Unterkiefer. Sämtliche 32 Zähne waren in einem ausgezeichneten Zustand, zeigten keine Schäden durch Karies oder <a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/parodontitis-unbehandelt-ein-risikofaktor/"  target="_blank">Parodontitis</a>. Lediglich stärkere Abnutzungsspuren deuteten darauf hin, dass sein früherer Besitzer zeitlebens viele harte Nahrungsmittel zu sich genommen hatte. Somit stellt sich für die Wissenschaft die Frage: Wie konnte ein Gebiss auch ohne regelmäßiges Zähneputzen und Fluoridierungsmaßnahmen den heute weit verbreiteten Zahnerkrankungen standhalten?</p>
<p class="bodytext">Dass die moderne Ernährung der Mundgesundheit nicht immer zuträglich ist, scheint fast eine Binsenweisheit zu sein. “Zucker füttert auch die Karies verursachenden Bakterien”, lernen die Kinder meist schon in der Kita. Doch ganz so simpel ist dieser Zusammenhang wohl nicht. Auch wer radikal auf Industriezucker verzichtet, ist nicht automatisch vor den klassischen Zahnerkrankungen gefeit. Wer wirklich die Zahngesundheit eines Steinzeitmenschen anstrebt, muss seinen Ernährungsplan an mehreren Stellen erheblich ändern.<br /><br /><strong>Krankmachende Keime besiedeln Zahnbeläge</strong></p>
<p class="bodytext">Welchen Benefit eine solche Umstellung haben könnte, erforscht seit Jahren der Freiburger Wissenschaftler <a href="https://www.uniklinik-freiburg.de/zahnerhaltung/team/wissenschaftliche-mitarbeiter/dr-johan-woelber/woelber.html"  target="_blank">Dr. Johan Wölber</a> an der Uni-Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie. Er weist <a href="https://www.youtube.com/watch?v=R27lN2ExZUQ"  target="_blank">in seinen Vorträgen</a> immer wieder darauf hin, dass Zahnbeläge (Plaque) nicht grundsätzlich schlecht und als Ursache für Zahnerkrankungen auszumachen sind. Vielmehr <a href="https://bmcoralhealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12903-016-0257-1?_ga=2.161506104.584485984.1582558038-1758399327.1579722425"  target="_blank">zeigen Studien</a>, dass erst bei einem falschen Speiseplan schädliche Bakterien diese Zahnbeläge als Lebensraum nutzen und dann zunächst Zahnfleischentzündungen auslösen. In einem Steinzeitexperiment, bei dem Menschen eine sehr ursprüngliche Kost verzehren mussten, auf jegliche Zahnpflege jedoch verzichteten, konnten Forscher ein <a href="https://www.researchgate.net/publication/24392893_The_Impact_of_the_Stone_Age_Diet_on_Gingival_Conditions_in_the_Absence_of_Oral_Hygiene"  target="_blank">weiteres erstaunliches Ergebnis</a> notieren. Der so genannte Bleeding on Probing Index (<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Bleeding_on_Probing"  target="_blank">BOP</a>), eine Bewertungshilfe für den Zustand des Zahnfleisches, verbesserte sich drastisch innerhalb von vier Wochen. </p>
<p class="bodytext">Offensichtlich beeinflusst die Zusammensetzung des täglichen Essens massiv die Gesundheit der Zähne. Eine langfristige Fehlernährung führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Zahnverlust in höherem Alter. Die Entwicklung einer Zahnerkrankung, von einer leichten Zahnfleischentzündung bis zu einer schweren Parodontitis, ist ein langer Prozess und zieht sich über Jahre hin. Die Grundlage dieser fortlaufenden Zerstörung dentaler Strukturen sind Entzündungsreaktionen. Die Entstehung und der Verlauf von Entzündungen werden von den Nahrungsbestandteilen maßgeblich gesteuert. Hier gibt es wichtige Ansatzpunkte, aus denen sich leicht eine “Wellness-Diät für die Zähne” <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdfdirect/10.1002/mbo3.1056"  target="_blank">erarbeiten lässt</a>.<br /><br /><strong>Kohlenhydrate nur stark verarbeitet schädlich</strong></p>
<p class="bodytext">Prinzipiell gilt, dass sehr energiereiche Nahrungsmittel Entzündungen fördern. Jegliche Form von Zucker, aber auch stark verarbeitete Kohlenhydrate wie Weißmehl oder Nudeln zählen hierzu. Die Formel “Kohlenhydrate sind schädlich/ungesund”, die etliche Low-Carb-Begeisterte propagieren, ist hingegen zu undifferenziert und beschränkt auch die Zufuhr wichtiger Mikronährstoffe. Vielmehr ist darauf zu achten, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung verzehrt werden. Schalen und Fasern sorgen für eine gute Verteilung der Nähr- und Speicherstoffe im gesamten Darm und verhindern ein plötzliches Ansteigen des Insulinspiegels. Empfohlen werden mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag, damit für die Darmflora optimale Bedingungen herrschen.</p>
<p class="bodytext">Auch der Fettkonsum ist heutzutage nicht nur wegen der Menge, sondern auch wegen seiner Inhaltsstoffe zu einem Entzündungsförderer geworden. Dabei schauen Ernährungswissenschaftler besonders auf das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren, das im Idealfall ausgeglichen sein sollte. Die zugesetzte Extra-Portion Omega-3 in der Margarine nutzt in der Regel recht wenig, wenn dem gegenüber ein riesiger Berg an Omega-6-Fettsäure steht. Letztgenannte stammt vorrangig aus Fleisch und tierischen Produkten, die aus Massentierhaltung stammen. Aber auch billige Pflanzenöle, meist für Fertigprodukte und Backwaren verwendet, enthalten einen hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren. <a href="https://www.nature.com/articles/ejcn2013101"  target="_blank">Klinische Studien belegen</a>, dass Vegetarier im Schnitt weniger tiefe Zahnfleischtaschen haben und auch beim oben erwähnten BOP-Index deutlich besser abschneiden.<br /><br /><strong>Pflanzliche Kost fördert Mundgesundheit</strong></p>
<p class="bodytext">Einige Pflanzen erweisen sich als regelrechtes Powerfood zur Erhaltung der Zahngesundheit. Dunkle Beeren mit ihren sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien konnten in <a href="https://www.researchgate.net/publication/276361520_Consumption_of_Bilberries_Controls_Gingival_Inflammation"  target="_blank">klinischen Untersuchungen</a> signifikant das Zahnfleischbluten bekämpfen. Und Nitrat-haltiger Salat (wie beispielsweise Rucola) lässt sich <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcpe.12542"  target="_blank">wissenschaftlich erwiesen</a> als wirksames Mittel gegen Zahnfleischentzündungen einsetzen. Dr. Wölber rät seinen Patienten, große Mengen an Blattgemüse als Hauptgericht zu verzehren. Wichtig sei es, erst beim Auftreten eines Sättigungsgefühls mit dem Essen aufzuhören.</p>
<p class="bodytext">Die fachliche Hilfe durch einen Ernährungsberater kann in diesem Zusammenhang viel bewirken. In der Regel verlieren Menschen, die ihre Kost auf zahnfreundliche Lebensmittel umgestellt haben, auch leicht an Körpergewicht. Angesichts der Tatsache, dass Übergewicht in der Bevölkerung zunehmend zum Problem wird, kann Aufklärung an dieser Stelle das Gesundheitssystem enorm entlasten. In einer <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s40496-021-00295-5"  target="_blank">jüngst veröffentlichten Übersichtsstudie</a> konnten die Autoren klare Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Übergewicht ausmachen. Zum einen weisen Personen mit einem hohen BMI (Body-Mass-Index) erhöhte Zahlen an Keimen auf, die für die Entzündung des Zahnhalteapparats verantwortlich sind. Zum anderen konnten erfolgreiche Parodontalbehandlungen bei Übergewichtigen Blutwerte verbessern, die eine stabilere Allgemeingesundheit anzeigen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Fazit:</strong><br />Strikte Diäten werden häufig zu anstrengend, doch das Wissen um “gute und böse” Zutaten hilft vielleicht öfter beim Essen die richtige Entscheidung zu treffen. Eine gute Basis aus Obst und Gemüse wirkt entzündungshemmend und unterstützt sowohl die Darmflora als auch das Immunsystem. Die Arbeit der Mikroorganismen im Darm sichert eine gute Nährstoffversorgung, ein intaktes Immunsystem wehrt frühzeitig schädliche Keime ab: Beides Voraussetzungen für eine hervorragende Mundgesundheit.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zu meiden sind: </strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;- stark verarbeitete Lebensmittel 	mit hoher Energiedichte und leicht verwertbaren Kohlenhydraten wie 	Weiß-/Toastbrot, Zucker, zuckerhaltige Getränke (auch Tees und 	Säfte)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;- Fleisch aus Massentierhaltung 	(enthält kaum noch Omega-3-Fettsäuren)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;- industriell produzierte fett- 	und ölhaltige Produkte (Chips, Schokoladencreme, Saucen)</p>
<p class="bodytext"><strong>Gesundheitsförderlich sind:</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;- von Natur aus gut &quot;verpackte&quot; 	Kohlenhydrate und Fette (Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse, 	Hülsenfrüchte, Vollkornreis)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;- Omega-3-Fettsäuren aus 	fettigem Seefisch oder Algenölen (mit Einschränkungen auch aus 	bestimmten pflanzlichen Ölen wie Leinöl)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;- ballaststoffreiche pflanzliche 	Nahrung (Pilze, Kohl, Sauerkraut, Äpfel)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;- vitaminreiche Lebensmittel, 	Früchte und Gemüse mit antioxidativen Substanzen (z.B. dunkle 	Beeren wie Blaubeeren, Brombeeren, Aronia)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Eine Inspiration für die zahngesunde Küche hat die TV-Redaktion des NDR auf ihrer Homepage zusammengestellt <a href="https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/rezepte/rezeptdb384.html"  target="_blank">-&gt; Zur Rezeptsammlung</a></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-180</guid>
						<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 18:15:57 +0200</pubDate>
						<title>Bio, vegan, fair - So geht alternative Zahnpflege</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/bio-vegan-fair-so-geht-alternative-zahnpflege/</link>
						<description>Nachhaltig und ökologisch unbedenklich produzierte Verbrauchsgüter gewinnen immer mehr an Bedeutung. Große Unternehmen tasten sich langsam auch im Dentalbereich an veränderte Kundenwünsche heran.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bei vielen Menschen hat ein Umdenken eingesetzt: Die Ressourcen dieses Planeten sind endlich, achtloser Konsum geht zu Lasten der kommenden Generationen. Das Gebot der Stunde sind nachhaltige Produkte, die der Umwelt möglichst geringe Schäden zufügen. Etliche Unternehmen haben diesen Ansatz zur Firmenphilosophie gemacht und bieten Verbrauchern entsprechende Alternativen an.</p>
<p class="bodytext">Auch im Bereich der Mundhygiene gibt es einen wachsenden Markt für Verbraucher, die ihren Warenkorb ganz bewusst mit ökologisch und fair produzierten Artikeln bestücken. Dabei braucht niemand Einbußen an Qualität und Funktionalität hinnehmen. Viele künstliche Zusatzstoffe lassen sich durch biologische Varianten austauschen, Plastik und Kunststoffe sind oft durch Holz oder andere biologisch abbaubare Materialien leicht zu ersetzen. </p>
<p class="bodytext">Ein Blick in die Regale der Drogeriemärkte zeigt, wie vielfältig das Angebot an umweltbewusst produzierten Kosmetikprodukten ist. Für den Verbraucher stellt sich zunächst die Frage: Welchen Anspruch habe ich an einen ethisch hochwertigen Artikel? Geht es vorrangig um Tierschutz oder soll die Ware hauptsächlich ökologisch unbedenklich sein? Verschiedene Label auf den Verpackungen verraten, wie die zum Verkauf stehenden Erzeugnisse einzustufen sind.</p>
<p class="bodytext"><strong>Güte-Siegel als Orientierungshilfe</strong><br /><br />Mit strengen Auflagen für natürliche Inhaltsstoffe werden beispielsweise Produkte mit dem <a href="https://www.natrue.org/de/"  target="_blank">Natrue-Siegel</a> ausgezeichnet. Das graue kreisrunde Logo mit einem Frauenkopf im Profil steht für Inhaltsstoffe, die weitestgehend aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen werden. Im Labor produzierte Zusatzstoffe sind nur erlaubt, wenn der Aufwand für eine Gewinnung aus der Natur unverhältnismäßig groß wäre. Grundsätzlich sind genetisch veränderte Bestandteile verboten, sämtliche Produkte sind garantiert tierversuchsfrei. Zudem müssen Verpackungen möglichst wiederverwendbar sein und nur in geringem Umfang eingesetzt werden. </p>
<p class="bodytext">Bei den <strong>Zahnpasten</strong> gibt es eine enorme Auswahl an Produkten, die auch preisgünstig als Hausmarke der bekannten überregionalen Drogerieketten (<a href="https://www.dm.de/alverde-naturkosmetik-zahnpasta-5in1-nanaminze-p4010355301604.html"  target="_blank">Alverde</a>, <a href="https://www.rossmann.de/de/gesundheit-alterra-naturkosmetik-zahncreme-bio-minze/p/4305615405926"  target="_blank">Alterra</a>, <a href="https://www.mueller.de/p/terra-naturi-5-in1-zahncreme-kraeuter-minze-2004619/"  target="_blank">Terra Naturi</a>) zu bekommen sind. Selbstverständlich bieten zudem für Bio-Artikel bekannte Hersteller wie <a href="https://www.weleda.de/produkt/c/calendula-zahncreme"  target="_blank">Weleda</a>, <a href="https://www.drhauschka.de/naturkosmetik/zahnpasta-forte-zahncreme-minze/"  target="_blank">Dr. Hauschka</a>, <a href="https://www.lavera.de/zahncreme-complete-care-4021457629084"  target="_blank">lavera</a> und <a href="https://www.sante.de/de/zaehne.html"  target="_blank">SANTE</a> mit dem Natrue-Label zertifizierte Zahnpasten an. Leider gibt es in diesem Segment viele Produkte, die ohne <a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/wie-zaehne-lange-gesund-bleiben/"  target="_blank">Fluoride</a> auf den Markt kommen. Aus zahnmedizinischer Sicht ist dies ein bedeutendes Manko, da es die Schutzwirkung des Zähneputzens massiv senkt. Darüber sollte sich auch jeder umweltbewusste Käufer im Klaren sein.</p>
<p class="bodytext">Nicht auf Fluorid verzichtet hat der Konzern Unilever, einer der &quot;Big Player&quot; auf dem internationalen Mundhygiene-Markt. Mit seiner &quot;<a href="https://www.signal-zahnpflege.de/zahnpasten/signal-bio-zahnpasta.html"  target="_blank">Signal Bio Zahnpasta</a>&quot; hat der britische Hersteller einen ökologischen Testballon gestartet, der sich den Auflagen des <a href="https://www.cosmos-standard.org/cosmos-certification?lang=de"  target="_blank">Cosmos-Standards</a> verpflichtet. Biokosmetik, die als &quot;Cosmic Organic&quot; ausgezeichnet ist, muss mindestens 10 Prozent der Inhaltsstoffe aus zertifiziert biologischen Anbau enthalten. Zudem wird eine maximale Transparenz gefordert, die die Rückverfolgbarkeit der Bestandteile erlaubt. Das Unternehmen verpflichtet sich, Emissionen, Abfall- und Energiemanagement zu optimieren.</p>
<p class="bodytext"><strong>Veganer greifen zum V-Logo</strong><br /><br />Wem bei seiner Kaufentscheidung vor allem das Tierwohl am Herzen liegt, sollte auf ein Label mit einem V achten. Mindestens drei verschiedene Logos von drei Organisationen sind weit verbreitet, am bekanntesten ist wohl eine <a href="https://www.v-label.eu/de"  target="_blank">grüne stilisierte Pflanze vor gelben Hintergrund</a> mit der Unterschrift &quot;VEGAN&quot;. Die Zertifizierungskriterien der Vergabestellen unterscheiden sich kaum, tierische Inhalts- und Hilfsstoffe sowie Tierversuche sind absolut nicht zulässig. Allerdings ist bei der &quot;<a href="https://www.vegansociety.com/the-vegan-trademark"  target="_blank">Vegan-Blume</a>&quot; (stilisierte Sonnenblume vor weißem Hintergrund) der Einsatz von Gentechnik erlaubt. </p>
<p class="bodytext">Während wie zu erwarten Naturkosmetikfirmen wie SANTE, lavera oder Weleda auch vegane Alternativen im Portfolio haben, gibt es bislang bei den Großkonzernen nur einen Vertreter, der ein Produkt mit anerkanntem Vegan-Logo vertreibt. Colgate-Palmolive versucht aktuell mit der Aufhellungszahncreme &quot;<a href="https://www.colgate.de/products/toothpaste/colgate-smile-for-good-whitening"  target="_blank">Colgate Smile</a>&quot; neue Kundenkreise zu erreichen. Alle anderen Großunternehmen wollen offensichtlich bisher noch nicht auf Glycerin aus tierischen Fetten, Bienenwachs oder Knochenmehl verzichten.</p>
<p class="bodytext"><strong>Ökologisch: Zähne putzen mit Tabletten</strong><br /><br />Nicht offiziell zertifiziert, aber nach eigenen Angaben vegan ist eine nicht mehr ganz so neue Alternative zur Zahncreme. <strong>Zahnputztabletten</strong> mit dem Markennamen <a href="https://denttabs.de/"  target="_blank">Denttabs</a> sind aus mehreren Gründen für umweltbewusste Konsumenten eine gute Wahl. Zwar braucht es anfänglich ein wenig Gewöhnung an das Zahnputzmittel in Pillenform, doch die Vorteile liegen auf der Hand. Das fehlende Wasser senkt Transportkosten und macht den Verzicht auf Konservierungsstoffe und Konsistenzgebern möglich. Zudem werden die Tabletten in kompostierbaren Tüten angeboten.</p>
<p class="bodytext">Selbst wer gegen die Ausbeutung von Arbeitern in Schwellenländern mit seinem Einkauf ein Zeichen setzen möchte, kann im Bereich der Zahnpflege Produkte finden. Mit dem bekannten <a href="https://www.fairtrade-deutschland.de/"  target="_blank">Fairtrade-Label</a> ausgezeichnete Zahnpasten vertreibt zum Beispiel die in Köln ansässige <a href="https://www.fairsquared.com/de/produkte/zahnpflege/"  target="_blank">Fair Squared GmbH</a>. Zu fairen Konditionen gehandelte Bestandteile sind in diesem Fall die enthaltenen Kokosnussextrakte und Pfefferminzblätter.</p>
<p class="bodytext">Maximale Nachhaltigkeit und Sicherheit über alle Inhaltsstoffe lässt sich selbstverständlich erzielen, wenn Zahnpasten im Do-it-Yourself-Verfahren zusammengemixt werden. Diese Herausforderung ist für jeden Hobbykoch leicht umsetzbar. Einfach Kokosöl, sehr feine Heilerde, Natron, getrocknete Minze oder Minzöl sowie etwas <a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/zuckeraustauschstoffe-balsam-fuer-die-zaehne/"  target="_blank">Xylit</a> vermengen und fertig ist die hausgemachte Zahncreme. Da in diesem Rezept jedoch eine wohldosierte Menge Fluorid fehlt, sollte die Selfmade-Paste nur ergänzend benutzt werden.</p>
<p class="bodytext"><strong>Mundspülungen ohne ethischen Makel</strong><br /><br />Umweltbewusstes Verhalten bei der Mundhygiene muss nicht bei der Zahnpasta aufhören. Auch Hersteller von <strong>Mundspülungen</strong> fallen gelegentlich mit umweltfreundlichen Ambitionen auf. Die vegane Spülung von <a href="https://www.onedroponly.de/sortiment/vegane-mundspuelung/"  target="_blank">One Drop Only</a> glänzt gleich mit drei Zertifikaten: Einem Vegan-Label, das &quot;Cosmic Organic&quot;-Symbol der Ecocert-Kontrollstelle und dem FSC-Logo (<a href="https://www.fsc-deutschland.de/de-de"  target="_blank">Forest Stewardship Council</a>), das eine Nutzung von mindestens 70 Prozent Holz-Anteil aus FSC-zertifizierten Wäldern im Packungsmaterial bescheinigt. Auf ein Natrue-Siegel können sich unter anderem die Marken Dr. Hauschka (<a href="https://www.drhauschka.at/mundspuelung-mundwasser-salbei/"  target="_blank">MED Salbei Mundspülung</a>), Alterra (<a href="https://www.rossmann.de/de/gesundheit-alterra-naturkosmetik-mundspuelung-bio-minze/p/4305615607665"  target="_blank">Mundspülung</a>) Primavera (<a href="https://www.primaveralife.com/mundwohl-mundspuelung.html"  target="_blank">mundwohl</a>) und alverde (<a href="https://www.dm.de/alverde-naturkosmetik-pro-climate-mundspuelung-mit-bio-melisse-p4058172674891.html"  target="_blank">Pro Climate Mundspülung</a>) für ihre Produkte berufen. Letztere trägt auch ein <a href="http://www.ihtn.de/images/IHTN_Richtlinien_28_5_2021_003.pdf"  target="_blank">IHTN-Logo</a>, das nach einer Prüfung für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik vergeben wird. Fair Squared hat zudem eine Spülung mit Fairtrade-Siegel im Angebot, das ebenso vegan und Natrue-zertifiziert ist. </p>
<p class="bodytext">Diverse Firmen haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, auch Hilfsmittel ethisch vertretbar und klimafreundlich herzustellen. Nach dem Motto: Möglichst kein Plastik, Verpackungen aus natürlichen, kompostierbaren/wiederverwertbaren Materialien und maximaler Tierschutz lassen sich auch Zahnbürste und Co. produzieren.<br />Bei den <strong>Handzahnbürsten</strong> können beispielsweise nachwachsende Rohstoffe problemlos Kunststoffe ersetzen. Die Unternehmen <a href="https://shop.ecoyou.de/products/bambus-zahnbuerste"  target="_blank">Ecoyou</a>, <a href="https://hydrophil.com/zahnbuersten/505/nachhaltige-zahnbuerste-violett-borsten-extra-weich?gclid=EAIaIQobChMIoK_72OqP8gIVErwYCh22aQ4IEAQYASABEgKe1fD_BwE"  target="_blank">Hydrophil</a> oder <a href="https://www.sidco.de/Bambus-Zahnbuersten"  target="_blank">SIDCO</a> sind dazu übergegangen, die Griffe aus Bambus zu fertigen. Die Borsten sind entweder aus Bio-Nylon oder aus Bambusviskose. Diese Materialien sind biologisch abbaubar und ohne den umstrittenen Weichmacher BPA (Bisphenol A). Das Start-Up &quot;Chinchilla&quot; aus dem Sauerland verzichtet auf Bambus und verkauft eine nachhaltige <a href="https://www.chinchilla.pro/products/zahnbuerste-6er"  target="_blank">Plastikzahnbürste aus Weizenstroh</a> mit Borsten auf Rizinusölbasis. Generell ist bei den Borsten zu beachten, dass sie nicht tierischen Ursprungs sind. Veganer werden sie ohnehin ablehnen, aber auch unter zahnmedizinischen Gesichtspunkten sind die Tierhaare bedenklich. Ihr struktureller Aufbau erlaubt es Keimen, sich leicht einzunisten - sie sind somit eine versteckte Quelle für krankmachende Erreger.</p>
<p class="bodytext"><strong>Bambus und Maisstärke statt Plastik aus Erdöl</strong> <br /><br />Neben Zahnbürsten können auch Interdentalbürsten und Zahnseide ohne erdölbasierte Kunststoffe produziert werden. <a href="https://hydrophil.com/mundhygiene/473/interdentalbuersten-set-vier-groessen-0-40-mm-bis-0-60-mm?gclid=EAIaIQobChMI2uHt4eSP8gIVsxJ7Ch1BkAnMEAQYAiABEgK2DPD_BwE"  target="_blank">Hydrophil</a>, <a href="https://shop.ecoyou.de/products/interdentalbursten-aus-bambus"  target="_blank">Ecoyou</a> und <a href="https://www.thehumble.co/collections/interdentalcleaning"  target="_blank">The Humble Co.</a> haben <strong>Zahnzwischenraumbürsten</strong> mit Griffen aus Bambus im Angebot. Bei den Borsten kommt bei allen Produzenten allerdings klassisches Nylon zum Einsatz. Oben genannte Firmen werben auch bei ihrer <strong>Zahnseide</strong> mit Nachhaltigkeit bei der Verpackung - bleiben beim Material jedoch ebenfalls bei Nylon. Alternativen bieten hier <a href="https://www.chinchilla.pro/products/zahnseide"  target="_blank">Chinchilla</a>, <a href="https://tevra.co.uk/product/vegan-natural-dental-floss/"  target="_blank">TEVRA</a>, <a href="https://www.oralflora.de/produkt/bio-zahnseide-mais-erneuerbar/"  target="_blank">Oralflora</a> oder <a href="https://ecoroyal.net/products/vegane-zahnseide-aus-mais"  target="_blank">Ecoroyal</a>, deren Zahnseide aus Maisstärke hergestellt wird. Als Rohstoff eignet sich außerdem die Bambusfaser, die die Unternehmen <a href="https://www.masawi-bamboo.com/alle-produkte/kosmetik/579/bambus-zahnseide-30m-schwarz-im-glasflakon?c=90"  target="_blank">Masawi Bamboo</a>, <a href="https://de.c4ward.net/product-page/bamboo-dental-floss-set"  target="_blank">C4WRD</a> und <a href="https://lucky-teeth.com/products/organic-charcoal-silk-floss-30-m-33-yds"  target="_blank">Lucky Teeth</a> verwenden. </p>
<p class="bodytext">Bei der Vielfalt an Produkten zeigt sich deutlich: Öko-Bewusstsein liegt im Trend, mit einem wohl überlegten Einkauf lässt sich einiges gegen Umwelt- und Naturzerstörung erreichen. Dennoch sind viele gut gemeinte Veränderungen manchmal weniger effektiv, als manche Werbung es verspricht. So landen auch Bio-Zahnbürsten &amp; Co. im Restmüll und werden danach einfach verbrannt. Etliche als &quot;biologisch abbaubar&quot; angepriesene Produkte enden ebenfalls dort, weil bei der industriellen Kompostierung der Müllentsorger <a href="https://www.mdr.de/wissen/biokunststoffe-irrtuemer-102.html"  target="_blank">nur sehr kurze Zyklen angesetzt werden</a> - zu wenig Zeit, um Bio-Plastik hinreichend zu zersetzen. Und wer den CO<small>2</small>-Fußabdruck ernst nimmt, sollte auch stets die Herkunft der Rohstoffe im Blick behalten. Faire Bio-Produkte aus Fernost tragen immer den Makel einer weiten Reise, die in der Regel von einem Schweröl-betankten Großfrachtschiff ermöglicht wurde.</p>
<p class="bodytext"><em><small>Hinweis: Sämtliche Verweise stellen keine Affiliate-Links dar; zwischen den genannten Marken, Herstellern, Vertreibern und dem Autoren/dentaltrade bestehen keinerlei geschäftliche Beziehungen/kommerzielle Verbindungen</small></em></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
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						<guid isPermaLink="false">news-179</guid>
						<pubDate>Sat, 19 Jun 2021 15:54:12 +0200</pubDate>
						<title>Startschuss für effektive Parodontitis-Bekämpfung</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/startschuss-fuer-effektive-parodontitis-bekaempfung/</link>
						<description>Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates ist enorm verbreitet, doch ihre Gefahren sind nur wenigen bewusst. Ab 1. Juli zahlen die Kassen für eine systematische Therapie-Strategie.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ganz schleichend und meist unbemerkt treiben die Keime ihr Unwesen: In tiefen Zahnfleischtaschen zerstören Bakterien wichtige Strukturen des Zahnhalteapparats. Etwa jeder zweite Erwachsene leidet unter einer moderaten oder schweren Parodontitis. Die Volkskrankheit ist weit weniger bekannt als Karies, hat im höheren Alter jedoch eine viel größere Bedeutung für die Arbeit der Zahnärzte. Denn das, was sich für den Patienten im Verborgenen abspielt, hat weitreichendere Folgen als sich so mancher vorstellen kann.<br /><br />Eine Parodontitis ist ein weitläufig entzündeter Bereich unterhalb des sichtbaren Mundraums, der als Fläche gesehen ein beachtliches Ausmaß aufweist. Unzähligen Erregern gelingt es von dort aus auch in die Blutbahn einzudringen und im ganzen Körper Probleme zu verursachen.<br /><br />Zusammenhänge mit Herzmuskelentzündungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen aber auch rheumatischen Erkrankungen sind wissenschaftlich gut untersucht. <a href="https://idw-online.de/de/news770095"  target="_blank">Eine neuere Studie</a> der Universität Greifswald bekräftigt zudem den Verdacht, dass die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates zu einem höheren Risiko für Alzheimer führt. Der Verlust eines Zahnes scheint hier fast noch ein kleineres Übel zu sein.<br /><br /><strong>Gesetzliche Kassen zahlen künftig für engmaschige Nachsorge<br /><br /></strong>Dass eine systematische, <a href="https://www.dgparo.de/parodontitis/parodontitis_therapie"  target="_blank">wirksame Therapie</a> dringend angesagt ist, haben Gesundheitspolitiker, Zahnmediziner und Patientenvertreter schon lange im Blick. Doch den gesetzlichen Krankenkassen fehlte bislang eine klare Grundlage, die eine Kostenübernahme für sinnvolle Maßnahmen rechtfertigte.<br /><br />Nach jahrelangen Verhandlungen sprechen alle beteiligten Parteien nun von einem Meilenstein: <a href="https://www.kzbv.de/pressemitteilung-vom-6-5-2021.1495.de.html"  target="_blank">Ab 1. Juli 2021 kommen gesetzliche Versicherte</a> kostenfrei in den Genuss unterschiedlicher Maßnahmen, die einen optimalen Heilungserfolg versprechen. Dazu wurden Unmengen von Artikeln ausgewertet, die brauchbare Ergebnisse aus der Forschung enthielten.<br /><br />&quot;Die besondere Herausforderung ist bei evidenzbasierten Entscheidungen, dass wir im Bereich der Zahnmedizin relativ wenig solide und breite wissenschaftliche Studien haben,&quot; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CwjRdDtOyDQ&feature=emb_logo"  target="_blank">erklärt Professor Josef Hecken</a>, unparteiischer Vorsitzender im Gemeinsamen Bundesausschuss. Dennoch ist es gelungen, eine Richtlinie für Zahnärzte aufzustellen, die zahlreiche Verbesserungen gegenüber der bisherigen Situation darstellt. Insgesamt rechnen die gesetzlichen Kassen (GKV) dafür mit Mehrausgaben in Höhe von 800 Millionen Euro.<br /><br /><strong>Sprechende Zahnmedizin setzt auf aktive Mithilfe</strong><br /><br />Großer Gewinner der neuen Beschlüsse ist die so genannte &quot;sprechende Zahnmedizin&quot;. Ab Juli übernehmen die GKV die Kosten für die umfassend aufklärende und schulende Arbeit in der Zahnarztpraxis. Ganz individuell wird dem Patienten dazu gezeigt, mit welchen Mitteln und wie er seine Zähne bestmöglich gesund erhalten kann. Damit werden Patienten künftig aber auch gefordert sein, selbst mehr für ihre Zahngesundheit zu tun. Die aktive Mitarbeit der Erkrankten ist ein wesentlicher Baustein, eine Parodontitis langfristig in den Griff zu bekommen.<br /><br />Neu auch auf der Liste der Kassenleistungen: Eine intensive Nachsorge nach einer Parodontitisbehandlung. Unter dem Begriff &quot;Unterstützende Parodontitistherapie&quot; (UTP) wird sichergestellt, dass bis zu 2,5 Jahre nach der Therapie das Heilungsgeschehen regelmäßig kontrolliert wird. Dabei werden nach Bedarf auch Zahnbeläge entfernt, Zahnfleischtaschen gemessen und wenn nötig gereinigt.<br /><br />Falls Zahnärzte nicht eigenständig das Thema Parodontitis ansprechen, sollten<a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken/parodontitistherapie-was-zahlt-die-kasse-12903"  target="_blank"> laut Verbraucherzentrale</a> Patienten proaktiv nachfragen. Alle zwei Jahre zahlen die Krankenkassen eine Vorsorgeuntersuchung, bei der der sogenannte parodontale Screening-Index (PSI) ermittelt wird. Bei der Untersuchung überprüft der Behandler mit einer Sonde die Situation zwischen Zahnfleisch und Zahn. Hierbei beurteilt er wie tief er eindringen kann, ob es zu Blutungen kommt und wie rau die Zahnoberfläche ist. Nur so kann entschieden werden, welche weiteren Maßnahmen eventuell nötig sind.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-178</guid>
						<pubDate>Tue, 25 May 2021 15:38:46 +0200</pubDate>
						<title>Einigung: So geht Kariesschutz bei Kindern</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/einigung-so-geht-kariesschutz-bei-kindern/</link>
						<description>Fluoridierte Zahnpasta, Fluoridtabletten und wie viel wovon? Eltern hatten bislang widersprüchliche Angaben bekommen, wie Milchzähne vor Kariesbakterien geschützt werden sollten. Ein Expertenrat hat nun einheitliche Handlungsanweisungen erarbeitet.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Für viele Eltern war es im besten Fall verwirrend, häufig jedoch einfach ärgerlich: Medizinische Experten gaben unterschiedliche Ratschläge, wie die Zahngesundheit von Kindern optimal erhalten werden kann. Dabei konnten sowohl Kinderärzte als auch Zahnärzte jeweils die widersprüchlichen Empfehlungen ihrer Fachgesellschaften zitieren. Der unhaltbare Zustand hat jetzt ein Ende: Ein <a href="https://www.gesund-ins-leben.de/fileadmin/resources/files/PDFs/infografik_kariespravention.pdf"  target="_blank">gemeinsamer Fahrplan</a> soll seit Ende April das Kariesrisiko von Babys und Kleinkindern minimieren. Unter der Moderation des Netzwerks &quot;<a href="https://www.gesund-ins-leben.de/"  target="_blank">Gesund ins Leben</a>&quot; haben sich Vertreter verschiedener Fachrichtungen zusammengefunden und kamen <a href="https://www.gesund-ins-leben.de/netzwerk-gesund-ins-leben/aktuelle-meldungen/meldungen-2021/neue-einheitliche-empfehlungen/"  target="_blank">zu einem gemeinsamen Ergebnis.<br /></a><br />Was grundlegend wichtig ist für gesunde Kinderzähne, war allen Experten klar: Zucker sollte nicht zu oft die Zähne umspülen, das Gebiss muss routinemäßig geputzt werden und Fluorid zum Härten des Zahnschmelzes ist unerlässlich. Letzteres brachte dann jedoch über Jahrzehnte die Meinungen der Fachleute auseinander. Die European Academy of Paediatric Dentistry (Europäische Akademie der pädiatrischen Kinderzahnheilkunde, EAPD) veröffentlichte noch im Jahr 2019 <a href="https://www.bapd.be/images/EAPD_Fluoride_Guidelines_2019.pdf"  target="_blank">eine Richtlinie</a>, die innerhalb der ersten zwei Lebensjahre die <a href="https://www.zm-online.de/archiv/2019/17/zahnmedizin/zwischen-kariespraevention-und-dentalfluorose/seite/alle/"  target="_blank">Gabe von Fluoridtabletten ablehnte</a>. Es sollte bei wenig informierten Eltern nicht der Eindruck entstehen, Karies sei eine Fluoridmangelerkrankung. Zudem soll laut EAPD die Studienlage über die Wirksamkeit der Tabletten von niedriger Qualität gewesen sein und sich zum Teil widersprüchlich darstellen. Kinderärzte sahen dies wohl anders und befürworteten die Fluoridaufnahme in Tablettenform seit Langem.<br /><br />Die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen sehen nun innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate die tägliche Gabe von Fluoridtabletten vor, wenn nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt wird. Was die Kinderzahnärzte dazu gebracht hat, ihre Bedenken abzulegen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Mit dem Ziel einheitlicher Empfehlungen sind nun wenigstens Irritationen auf Seiten der Eltern aus dem Weg geräumt. Immerhin gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass das Lutschen der Tabletten das Kariesrisiko etwa 2,5-fach reduziert. <br /><br /><strong>Auf die genaue Dosis kommt es an</strong></p>
<p class="bodytext">Fluoride zur Kariesprävention sind vor allem deshalb ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, weil die Dosismengen von nützlich und schädlich sehr dicht beieinander liegen. Bereits die Verdopplung einer effektiv Zahnschmelz härtenden Menge kann zu Dentalfluorosen (bleibende weiße Flecken auf der Zahnoberfläche) führen. Extreme Überdosierungen nehmen Einfluss auf den Hormonhaushalt und können nachweislich Entwicklungsstörungen verursachen. Prophylaxe-Teams haben daher stets die schwierige Aufgabe, Erziehern und Eltern den richtigen Einsatz fluoridhaltiger Produkte zu vermitteln. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass vor allem in Deutschland beim Zähneputzen gerne <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24283281/"  target="_blank">mehr Zahnpasta verwendet wird als nötig ist</a>. Im Schnitt drücken Eltern vier Mal mehr aus der Tube heraus als zum Kariesschutz ausreichen würde.<br /><br />Zur feinen Abmessung der Menge raten die Dentalexperten zu Tuben mit kleinen Öffnungen. So kann bei 12- bis 24-monatigen Kindern besser eine Reiskorn-große Menge auf die Bürste aufgetragen werden. Von zwei bis sechs Jahren sollte es dann eine Erbsen-große Menge sein. Die Konzentration an Fluorid in der Creme muss niedriger als bei Erwachsenen sein und wird mit 1000 ppm empfohlen. Geringere Konzentrationen sind wesentlich schlechter wirksam, eine einfache Erhöhung der Zahnpastamenge kann dies nicht ausgleichen. Bei der Wahl der Zahnpasta sollten Eltern lieber zu geschmacks- und farbneutralen Varianten greifen. Denn weit mehr als die Hälfte der Zahnpasta wird von kleinen Kindern verschluckt - dies sollte nicht durch zusätzliche Anreize gefördert werden.<br /><br />Eine wichtige Botschaft von Zahnmedizinern und Pädiatern bezieht sich auch auf das Erlernen des Zähneputzens bei Kindern. Stress und Zwänge können hier durchaus kontraproduktiv sein. Langsam und spielerisch sollten die Kleinen an Bürste und Reinigung herangeführt werden. Erst können sie selbst das unbekannte Werkzeug erkunden, dann zeigen Mama oder Papa, wie es zu benutzen ist. Wenn es anfänglichen Widerstand gibt, können Eltern diesen gelassen hinnehmen. Tägliche Rituale helfen, die Zahnreinigung leichter zu akzeptieren und in Routinen einzubeziehen. Das Zähnebürsten den Kindern ganz zu überlassen, ist allerdings nicht ratsam. Eine gründliche Abschlusskontrolle mit Nachbesserungen ist in der Regel unumgänglich.</p>
<p class="bodytext"><em>Hier geht es <a href="https://www.gesund-ins-leben.de/fileadmin/resources/files/PDFs/infografik_kariespravention.pdf"  target="_blank">zur Übersichtsgrafik</a>, wann und wie Fluoride bei Kindern eingesetzt werden sollen</em></p>]]></content:encoded>
					</item>
				
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						<guid isPermaLink="false">news-177</guid>
						<pubDate>Tue, 20 Apr 2021 16:48:09 +0200</pubDate>
						<title>Aua - Wenn der Zahn weh tut</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/aua-wenn-der-zahn-weh-tut/</link>
						<description>Erschreckend viele Menschen nehmen schmerzende Zähne auf die leichte Schulter - dabei löst sich dieses Problem fast nie von alleine. Kurzfristig lassen sich die Qualen eindämmen, der Gang zum Zahnarzt ist jedoch ein Muss.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bis vor Kurzem waren es nur Menschen mit sehr viel Angst vor dem Zahnarzt: Sie nahmen Zahnschmerzen tagelang qualvoll hin, um einen Praxisbesuch zu vermeiden. Heute kommen noch etliche weitere Erkrankte hinzu, die sich vor einer Ansteckung mit Corona-Viren fürchten. Eine aktuelle Erhebung hat ergeben, dass weniger als zwei Drittel der Befragten mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen (65 Prozent, <a href="https://www.presseportal.de/pm/139186/4828846"  target="_blank">Studie von YouGov</a>). Jeder Dritte versucht demnach die Alarmsignale zu ignorieren und hofft womöglich auf die Selbstheilungskräfte seines Körpers. Wer den Schmerz bekämpfen will, versucht es mit Selbstmedikation: wahlweise mit Produkten der Pharmabranche (13 Prozent) oder bewährten Hausmittelchen (7 Prozent).<br /><br />Dass derart fahrlässiges Verhalten extrem dramatische Folgen haben kann, zeigt beispielsweise der plötzliche <a href="https://www.sacbee.com/news/local/health-and-medicine/article129870124.html"  target="_blank">Tod eines 26-Jährigen</a>. Innerhalb von nur sechs Tagen breiteten sich die Keime einer Zahninfektion rasant im Körper des jungen Familienvaters aus, Antibiotika konnten einer fatalen Blutvergiftung nichts entgegensetzen. Zwar sind solche Fälle eher selten. Doch sie zeigen deutlich die potentielle Gefahrenlage, wenn Schmerzen nicht von fachkundiger Stelle behandelt werden. Gerade im Mundbereich gibt es einige Erkrankungen, die sehr lange schmerzfrei Schäden verursachen. Weder eine <a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/parodontitis-unbehandelt-ein-risikofaktor/"  target="_blank">Parodontitis</a> (Erkrankung des Zahnhalteapparats) noch eine oberflächliche Karies tun anfangs weh. Kommt der Schmerz, ist die Zerstörung und der Keimbefall schon sehr weit fortgeschritten.<br /><br /><strong>Die Qualen stoppen</strong><br /><br />Leider setzen Zahnschmerzen nicht immer zu den Öffnungszeiten von Dentalpraxen ein - ein Überbrücken der unangenehmen Zeit bis zur Behandlung wird somit häufig nötig. In der Apotheke gibt es zahlreiche Mittel, die der Pein kurzfristig ein Ende bereiten. Ibuprofen ist besonders vielen Frauen als rezeptfreie Hilfe gegen Regel- und Kopfschmerzen bekannt. Bei Zahnschmerzen wirkt es äußerst effizient. Dies birgt aber auch die Gefahr, dass Schmerzen und damit der Ernst der Situation unterschätzt werden. Ibuprofen senkt zudem Fieber und mildert Entzündungsprozesse ab.<br /><br />Weit verbreitete Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin) oder Paracetamol haben ein ähnliches Wirkspektrum, helfen jedoch nicht jedem Patienten. Bei ASS sollte außerdem die blutgerinnungshemmende Wirkung im Auge behalten werden, falls eine Zahn-OP bevorstehen sollte. Bei starken Schmerzen können auch unter ärztlicher Aufsicht - also nur mit Rezept erhältlich - Diclofenac und Metamizol Linderung verschaffen.<br /><br /><strong>Ohne &quot;Big Pharma&quot; geht's auch</strong><br /><br />Wer sich vor Risiken und Nebenwirkungen von Produkten der pharmazeutischen Industrie scheut, kann auch auf natürliche Hausmittel zurückgreifen. Seit dem Thriller &quot;Der Marathon-Mann&quot; mit Dustin Hoffman weiß wohl jeder, der den Film gesehen hat, dass Nelkenöl bei Zahnschmerzen gut hilft. Auch die getrocknete Blütenknospe betäubt, desinfiziert und stoppt Entzündungen im Mund.<br /><br />Sind Nelken oder ihr Öl gerade nicht verfügbar, sind auch warme, stark konzentrierte Kochsalzlösungen zur Mundspülung wohltuend. Damit lässt sich nicht nur der Schmerz besser aushalten, sondern es wird auch ein Großteil der Bakterien getötet. Ähnliche Erfolge können außerdem Tees aus Salbei oder Pfefferminze bringen. Nicht zuletzt sollte noch der klassische Eisbeutel auf der Wange erwähnt werden, der akute Entzündungen und Schmerzen über einen gewissen Zeitraum erträglicher macht.<br /><br /><strong>Schmerz immer ernst nehmen</strong><br /><br />Die wichtigste Botschaft bleibt: Schmerzen sollten nur so lange in Eigenregie bekämpft werden, bis ein Zahnmediziner sich der Sache annehmen kann. Zudem gilt: Es ist nie zu spät, aber auch nie zu früh, sich in eine Behandlung zu begeben. Jede Form von Schmerz sollte abgeklärt und mit dem Zahnarzt besprochen werden. Das kann ein leichtes Ziehen beim Trinken von kalten oder süßen Getränken sein. Auch ein kurzer stechender Schmerz beim Essen ist ein Warnsignal. Möglich sind zudem Schmerzen, die bis zur Schläfe oder noch weiter aus dem Kieferbereich ausstrahlen.<br /><br />Die Ursachen für diese Missempfindungen kann ein Zahnarzt mit diversen Diagnose-Tools herausfinden und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch behandeln. Bei größeren Schmerzen müssen meist Entzündungsprozesse gestoppt und Keimbesiedelungen eliminiert werden. Dank moderner Methoden und Medikamente geschieht dies auch wesentlich schmerzfreier, als so mancher Patient es sich in seinen Albträumen ausmalt.</p>
<p class="bodytext"><br /><br /><em>Die im Artikel beschriebenen Medikamente und Anwendungsbereiche stellen keine Empfehlungen des Autors dar. Dies ist ein rein journalistischer Artikel; bei medizinischen Problemen folgen Sie bitte (zahn-)ärztlichen Hinweisen und lesen Sie zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.</em></p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-176</guid>
						<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 10:54:12 +0100</pubDate>
						<title>Zuckeraustauschstoffe: Balsam für die Zähne</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/zuckeraustauschstoffe-balsam-fuer-die-zaehne/</link>
						<description>Süßes genießen ohne die Angst vor Karies? Zuckerersatzstoffe machen es möglich. Erythrit zeigt sich jetzt sogar bei der Parodontitisbehandlung als Wunderwaffe.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Menschen, denen eine gesunde und natürliche Ernährung wichtig ist, rümpfen bei Zuckerersatzstoffen häufig die Nase. Lieber greifen sie zu Bio-Rohrohrzucker, Agavendicksaft und Co., um mit vermeintlich gesünderen Produkten ihre Speisen zu süßen. Dabei enthalten die &quot;gesunden&quot; Alternativen fast ausschließlich Glukose, Fruktose oder die Verbindung aus den beiden Einfachzuckern (Saccharose).</p>
<p class="bodytext">Medizinisch gesehen sind konzentrierte Zuckerprodukte gleich problematisch, egal welche Herkunft sie haben. Ernährungswissenschaftler warnen daher vor zu hohem Zuckerkonsum: Neben Karies ist ein süßes Laster mit verantwortlich für Übergewicht, Diabetes und etliche weitere Krankheiten. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, <a href="https://www.who.int/news/item/04-03-2015-who-calls-on-countries-to-reduce-sugars-intake-among-adults-and-children"  target="_blank">täglich höchstens 50 Gramm Zucker</a> zu verzehren. Das entspricht etwa 17 Zuckerwürfeln.<br /><br /><strong>Zuckeraustauschstoffe unbedenklich</strong><br /><br />Wer Süßes liebt, muss dabei längst nicht auf den Geschmack verzichten. Eine große Anzahl an Zuckerersatzstoffen können den lieblichen Reiz auslösen. Doch ihre Kalorienzahl, Süßkraft und molekulare Struktur unterscheidet sich enorm. Da einige Süßungsmittel eine Zeit lang unter Verdacht standen, krebsauslösend zu sein, ist ihr Ruf angeschlagen. Einzelne Zuckeraustauschstoffe sind jedoch definitiv harmlos und haben sogar einen natürlichen Ursprung.</p>
<p class="bodytext">Seit mehreren Jahren stechen zwei von ihnen als besonders zahnfreundlich heraus und konnten in zahlreichen Studien überzeugen: <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5011233/"  target="_blank">Erythrit und Xylit</a>. Offenbar senken die Substanzen nicht nur das Kariesrisiko durch den Verzicht auf Haushaltszucker, sondern machen zahnschädigenden Bakterien (Streptococcus mutans) den Garaus.<br /><br /><strong>Effektiv gegen Parodontitis</strong><br /><br />In <a href="https://bmcoralhealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12903-020-01363-5"  target="_blank">einer aktuellen Studie</a> gelang es Forschern zu zeigen, welchen Nutzen Erythrit bei einer Behandlung von Parodontitis haben kann. Bei einer Parodontitis ist die Mundschleimhaut im Zahnhalteapparat durch Bakterien angegriffen. Ist der Prozess noch nicht zu weit fortgeschritten, kann der Zahnarzt auch ohne chirurgischen Eingriff gegen die Infektion vorgehen. Dazu spült er die tiefen Taschen am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch. Um eine effektive Reinigung zu erzielen, werden auch die Zahnbereiche <a href="https://www.rdhmag.com/infection-control/water-safety/article/16408254/erythritol-powder-its-broad-implications-for-oral-health"  target="_blank">unter den Schleimhäuten mit Pulver-haltiger Druckluft</a> von ihren Biofilmen befreit.</p>
<p class="bodytext">In einer Berliner Klinik untersuchten Zahnmediziner nun, ob der Zusatz von Erythrit zum Polierpulver bessere Ergebnisse hervorbringen würde. Tatsächlich zeigte sich nach sechs Monaten gegenüber einer Vergleichsgruppe, die ohne Erythrit behandelt wurde, ein besserer Zustand des Gebisses: An weniger Stellen im Mund gab es tiefe Zahnfleischtaschen (mehr als 5 mm) und die Zahl krankmachender Bakterien (Tannerella forsythia und Treponema denticola) war deutlich niedriger. Auch wenn in dieser Studie lediglich 42 Patienten untersucht worden sind, erhärtet sich doch die Hypothese, dass Erythrit und Xylit die Mundgesundheit fördern.<br /><br /><strong>Hefepilze bilden Erythrit</strong><br /><br />Im Handel erhältliches Erythrit wird meist durch einen Fermentationsprozess aus Hefen hergestellt. Es findet sich in geringen Mengen aber auch in einigen Pilzarten (z. B. Shiitake), Pflaumen, Erdbeeren und bestimmten Käsesorten. Die oben genannten Obstsorten enthalten auch Xylit (Trivialname: Birkenzucker), das unter anderem in Gemüse und bestimmten Baumrinden vorkommt. Dieser Zuckeraustauschstoff wird industriell aus einigen Holzsorten oder landwirtschaftlichen Nebenprodukten gewonnen.</p>
<p class="bodytext">In zahlreichen Veröffentlichungen konnte gezeigt werden, welchen Einfluss die Zuckeraustauschstoffe auf das Wachstum von Krankheitserregern in der Mundhöhle haben. Genau entschlüsselt ist der Schutz vor Karies durch Xylit und Erythrit noch nicht. Doch einige Experimente deuten darauf hin, dass der Zuckerersatz sowohl die Teilung schädlicher Bakterien hemmt als auch die <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32600259/"  target="_blank">Bildung eines Biofilms</a> an der Zahnoberfläche (<a href="https://www.dentaltrade-zahnersatz.de/service/ratgeber-zahngesundheit/artikel/versteckter-zahnbelag/"  target="_blank">Zahnbelag</a>) verhindert.</p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-175</guid>
						<pubDate>Thu, 07 Jan 2021 15:02:47 +0100</pubDate>
						<title>Telezahnmedizin</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/telezahnmedizin/</link>
						<description>Zwischenmenschliche Kontakte sollten zur Eindämmung der Corona-Pandemie minimiert werden. Auch beim Zahnarzt gäbe es dank digitaler Technik viele Möglichkeiten zu mehr Distanz. Doch der Zahnarztbesuch 2.0 lässt auf sich warten.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Angst vor einer Corona-Infektion trifft auch viele Zahnarztpraxen: Wer nicht unter schlimmen Zahnschmerzen leidet, meidet aktuell eher die Sitzung im Zahnarztstuhl. Laut einer Umfrage wurden bei Kontrolluntersuchungen zeitweilig bis zu <a href="https://www.zm-online.de/news/praxis/erste-ergebnisse-zu-pandemie-auswirkungen-in-zahnarztpraxen/"  target="_blank">70 Prozent der Termine</a> abgesagt. Könnten da nicht virtuelle Treffen mit dem Zahnarzt ein Weg aus der dentalen Flaute sein?</p>
<p class="bodytext">Ganz so einfach scheint dies trotz großer Fortschritte der IT-Branche nicht. Besonders in Deutschland bekommen es innovative Ideen mit etlichen Hürden zu tun. Hohe Anforderungen an den Datenschutz, aber auch wenig Interesse der Zahnärzteschaft blockieren telemedizinische Entwicklungen. Nur <a href="https://www.zm-online.de/news/praxis/erste-ergebnisse-zu-pandemie-auswirkungen-in-zahnarztpraxen/"  target="_blank">1,7 Prozent der Zahnmediziner</a> setzen auf die neuen Möglichkeiten, während andere Arztgruppen schon zu knapp 28 Prozent auch virtuell mit Patienten Kontakt haben.</p>
<p class="bodytext">Schuld daran dürften unter anderem natürlich die Routinen einer zahnmedizinischen Untersuchung sein. Der genaue Blick auf sämtliche Zähne und Zahnfleisch, der Einsatz von Instrumenten und Röntgengerät sind nur vor Ort möglich. Dennoch gibt es einige Kontrollen und Gesprächssituationen, die durchaus auch aus der Ferne funktionieren.</p>
<p class="bodytext"><strong>Online-Sprechstunde mit Uni-Zahnärzten</strong></p>
<p class="bodytext">Vorreiter auf diesem Gebiet ist beispielsweise das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Uni Greifswald. Patienten können dort in <a href="https://www.dental.uni-greifswald.de/patienten/telezahnmedizin.php"  target="_blank">einer Online-Videosprechstunde</a> Behandler kennenlernen und über persönliche zahnmedizinische Probleme sprechen. Egal ob Fragen zu Arztbriefen und Röntgenbildern oder die Nachsorge nach Implantationen oder Extraktionen: Das Uni-Team steht auch digital Rede und Antwort.</p>
<p class="bodytext">Im März 2020 nutzte das Unternehmen <a href="https://dental-monitoring.com/"  target="_blank">Dental Monitoring</a> die Ausnahmesituation der Corona-Krise für eine geschickte Werbekampagne. Für <a href="https://www.zdnet.de/press-release/smilemate-virtual-consultation-kostenlos-bis-zum-31-mai/"  target="_blank">gut zwei Monate</a> boten die französischen Pioniere Zahnärzten das Untersuchungstool SmileMate kostenlos an. SmileMate erlaubt es Patienten mittels einer App auf Ihrem Smartphone aussagekräftige Fotos ihrer Zähne aufzunehmen und ihrem Zahnarzt zu übermitteln.</p>
<p class="bodytext">Eine künstliche Intelligenz sorgt unter anderem dafür, dass der Behandler diverse Fragestellungen beurteilen kann. Laut Herstellerangabe <a href="https://www.straumann.com/group/en/home/media/newsroom/mr/details.html?path=/content/group/com/de/shared/news/media-releases/2018/tag_xml_newsbox_ch2018-04-121491718digest"  target="_blank">kann das System Erkrankungen</a> wie Karies, Zahnfleischschwund oder Entzündungen erkennen. Zunächst standen vorrangig kieferorthopädische Anwendungen im Fokus, bei denen das Tool Veränderungen der Zahnstellung registrierte. Unnötige Zahnarztbesuche konnten so vermieden werden.</p>
<p class="bodytext"><strong>Videosprechstunden bei Erstkontakt schwierig</strong></p>
<p class="bodytext">Anbieter von telemedizinischen Plattformen werben bei Zahnärzten häufig damit, dass über den Weg einer Online-Beratung auch neue Patienten gewonnen werden könnten. Ob solche Patienten-Kontakte ein erfolgversprechendes Modell sind, bleibt jedoch zweifelhaft.</p>
<p class="bodytext">Jemand der sich seit Längerem mit dem Thema Telemedizin beschäftigt, ist der Medizinethiker Prof. Eckhard Nagel von der Uni Bayreuth. Gegenüber der <a href="https://www.saechsische.de/coronavirus/der-arzt-im-smartphone-5313236.html"  target="_blank">Nachrichtenagentur epd</a> sagte Nagel, dass Telekonsultationen sehr gut funktionierten, wenn der Patient dem Behandler bereits bekannt sei.</p>
<p class="bodytext">Aus der Erfahrung vieler Ärzte habe er gelernt, dass bei einem ersten digitalen Kontakt das komplexe Bild eines Menschen nur unzureichend wiedergegeben werde. Das reiche meist nicht, den Menschen genau genug kennenzulernen. Nagel sieht virtuelle Sprechstunden lediglich als Ergänzung zu den üblichen Praxisbesuchen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Krankenkasse zahlt bei Pflegebedürftigen</strong></p>
<p class="bodytext">Dennoch kann in bestimmten Fällen ein Videogespräch auch für den Erstkontakt hilfreich sein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen mittlerweile für einige Patientengruppen die Kosten für Online-Visiten. Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband (Gesetzliche Krankenversicherung), betont in <a href="https://www.kzbv.de/pressemitteilung-vom-1-9-2020.1422.de.html"  target="_blank">einer Pressemitteilung</a>: &quot;Ab Oktober (2020 d.Red.) kann für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung der Erstkontakt zum Zahnarzt per Video erfolgen. Eine große Hilfe, denn für diese Personengruppen bedeutet ein Praxisbesuch häufig auch einen großen organisatorischen Aufwand.&quot;</p>
<p class="bodytext">Eine Vereinbarung zwischen der KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung) und dem GKV-Spitzenverband im vergangenen Jahr hat diese Online-Konsultationen ermöglicht. Allerdings unterliegt der virtuelle Zahnarzt-Patient-Kontakt strengen Regeln. So muss das Gespräch ungestört ablaufen können und darf nur über einen zertifizierten Videodienstanbieter stattfinden. Etwa ein Dutzend Dienstleister hat die KZBV auf ihrer <a href="https://www.kzbv.de/videosprechstunden-und-videofallkonferenzen.1396.de.html"  target="_blank">Homepage gelistet</a>, die die datenschutztechnischen Voraussetzungen erfüllen.</p>
<p class="bodytext">Dass selbst in Zeiten der Corona-Krise allerdings nur ein eingeschränkter Patientenkreis kostenfrei Zugang zu den telezahnmedizinischen Möglichkeiten bekommt, zeichnet ein trauriges Bild von der digitalen Zukunft Deutschlands zu Beginn der 2020er Jahre. Gerade für die Versorgung von Menschen in ländlichen Gebieten gäbe es hier enorme Chancen.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
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						<guid isPermaLink="false">news-174</guid>
						<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 12:53:04 +0100</pubDate>
						<title>Das machen Sexualhormone mit den Zähnen</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/das-machen-sexualhormone-mit-den-zaehnen/</link>
						<description>Östrogen, Testosteron und Co. sorgen nicht nur für weibliche oder männliche Ausprägungen. Die Botenstoffe haben auch einen Einfluss auf die Zahngesundheit.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die gute Nachricht direkt vorneweg: Frauen und Männer mit einer guten Mundgesundheit brauchen massive Schwankungen ihres Sexualhormonspiegels nicht zu fürchten. Ein gesunder Zahnhalteapparat kann die Wirkungen der Hormone gut abpuffern und stellt für das Gebiss keine Bedrohung dar. Ganz anders sieht es aus, wenn beispielsweise eine kaum bemerkte Parodontitis mit den Botenstoffen geflutet wird. Hier kann es im schlimmsten Fall zum Zahnverlust kommen.</p>
<p class="bodytext">In bestimmten Zeiten des Lebens passt der menschliche Körper sich mithilfe von Sexualhormonen neuen Herausforderungen an: In der Pubertät, wenn die Fortpflanzungsfähigkeit beginnt, aber auch beim Monatszyklus, in der Schwangerschaft und letztendlich in der Menopause sind Hormone wichtige Signalgeber. Die erhöhte oder verminderte Ausschüttung dieser Moleküle beeinflusst viele Zellen und Gewebe mit oft drastischen körperlichen Symptomen. Dennoch sind damit verbundene Beschwerden nicht als Krankheit anzusehen, sondern als natürliche Vorgänge. Das gilt zum Beispiel auch für einen sinkenden Testosteronspiegel beim alternden Mann.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zellen und Mundflora hormongesteuert</strong></p>
<p class="bodytext">Professor Ali Çekici von der Abteilung Parodontologie an der Universität Istanbul beschäftigt sich intensiv mit dem Einfluss von Sexualhormonen auf die Zahngesundheit. In einem Interview mit dem Fachmagazin &quot;<a href="https://www.dental-tribune.com/e-paper/ce-magazines/prevention-international/"  target="_blank">prevention international</a>&quot; weist der Zahnmediziner auf hormonelle Turbulenzen in der Mundhöhle hin. Nicht nur die verschiedenen Zelltypen im Mund, wie Immunzellen, Fibroblasten oder Epithelzellen reagieren auf Geschlechtshormone. Auch Mikroben verändern durch den Trigger ihr Verhalten.</p>
<p class="bodytext">Die erste große Hormonwelle erlebt der Mensch während der Pubertät. Bei Mädchen steigt der Östrogenspiegel, bei den Jungen wird die Testosteronproduktion hochgefahren. Zahnärzte registrieren in dieser Lebensphase vermehrt Zahnfleischentzündungen sowie Wucherungen des Gewebes. Mit dafür verantwortlich sind unter anderem bestimmte Bakterien (Prevotella intermedia, Capnocytophaga, Bacteroides), die Östradiol und Progesteron als Wachstumsfaktoren erkennen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Östrogen lässt Zahnfleisch bluten</strong></p>
<p class="bodytext">Auch während des Menstruationszyklus erwachsener Frauen hat das Auf und Ab von Östrogen und Progesteron entsprechende Folgen. Um den Zeitpunkt des Eisprungs herum steigt die Konzentration der Hormone im Blut und begünstigt das Auftreten von Aphten, Herpes und Candida-Pilzinfektionen. Eine gute Zahnpflege während dieser Zeit ist zwar notwendig, kann jedoch oft den veränderten Zustand des Gewebes nicht verbessern. Entzündetes und blutendes Zahnfleisch sind ein lästiger Nebeneffekt der monatlichen Hormonlevelspitzen.</p>
<p class="bodytext">Mit noch größeren Hormonschüben müssen Schwangere zurechtkommen. Viele werdende Mütter klagen über geschwollenes und blutendes Zahnfleisch. Eine wesentliche Ursache schreiben Zahnmediziner den Epithelzellen des Zahnfleisches zu: Unter Hormoneinfluss neigen sie zu Überreaktionen auf den natürlichen Biofilm auf den Zähnen.<br />Diese Effekte sind meist geringer, wenn das Zahnfleisch vor der Schwangerschaft gesund war. Bei einer bereits bestehenden Entzündung bewirkt die Schwangerschaft eine Vergrößerung des Zahnfleischgewebes. Teilweise entstehen sogar gutartige Tumore, so genannte pyogene Granulome.</p>
<p class="bodytext"><strong>Frühgeburten durch Parodontitis</strong></p>
<p class="bodytext">Parodontalerkrankungen während der Schwangerschaft sollten nicht nur wegen der Unannehmlichkeiten der werdenden Mutter behandelt werden. Auch für das Kind kann der Zustand schlimme Konsequenzen haben. Ein niedriges Geburtsgewicht oder eine Frühgeburt sind nach aktueller Studienlage bekannte Risiken für Frauen mit parodontalen Problemen.</p>
<p class="bodytext">Negativ für das ungeborene Kind ist es außerdem, wenn die Mutter aufgrund ihrer Beschwerden im Mund eine ausgewogene, gesunde Ernährung ablehnt. Im Idealfall sollten Frauen bereits vor der Schwangerschaft ihren Zahnhalteapparat untersuchen lassen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Osteoporose als Risikofaktor</strong></p>
<p class="bodytext">Endet die fruchtbare Phase der Frau und die monatliche Menstruation stoppt, ändert sich erneut der Hormonhaushalt. Folgen hiervon sind ein verminderter Speichelfluss, trockene Mundschleimhäute und ein blasses Zahnfleisch. Die Trockenheit führt häufig zu einem unangenehmen Mundgefühl, brennende Areale und Geschmacksirritationen.</p>
<p class="bodytext"><strong></strong>Parodontologen warnen zudem vor einer häufig mit der Menopause beginnenden Osteoporose. Die Abnahme der Knochendichte betrifft auch den Kieferknochen im Bereich der Zahnfächer. In Kombination mit einer Parodontitis besteht die Gefahr, dass die Zahnfächer Knochensubstanz verlieren und die Zähne immer lockerer sitzen. </p>
<p class="bodytext">Bei einem gesunden Zahnhalteapparat wird die Menopause jedoch nicht zum Risikofaktor. Aus zahnärztlicher Sicht gibt es daher <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/odi.13059"  target="_blank">keine Empfehlung zum Schutz</a> von Parodontium oder Implantaten nach der Menopause eine Hormonersatztherapie zu beginnen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Bei Entzündungen schadet Testosteron</strong></p>
<p class="bodytext">Bei Männern sinkt der Spiegel des Sexualhormons Testosteron kontinuierlich, eine drastische Umstellung wie bei Frauen in der Menopause lässt sich nicht feststellen. Dennoch bleibt die Frage, ob Testosteron die Zahngesundheit beeinflusst. Es wird diskutiert, dass niedrige Testosteronwerte im Alter eine chronische Parodontitis begünstigen könnten. Doch <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1557988316667692"  target="_blank">die Beweislage ist schwach</a> und umstritten.</p>
<p class="bodytext"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=wZT81RvYzas&feature=emb_logo"  target="_blank">Professor Çekici sieht bei gesunden Zähnen</a> keine Risiken durch niedrige oder hohe Testosteronlevel. Anders verhält es sich bei entzündetem Zahnhalteapparat. Hier sorgen vor allem erhöhte Testosteronkonzentrationen für einen Abbau der Knochensubstanz in den Zahnfächern. Bei entzündlichen Prozessen werden durch das Hormon so genannte Osteoklasten aktiviert, die das Knochengewebe reduzieren.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-173</guid>
						<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 11:38:06 +0200</pubDate>
						<title>Erbrechen: Extreme Belastung für die Zähne</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/erbrechen-extreme-belastung-fuer-die-zaehne/</link>
						<description>Wenn heftige Übelkeit den Magen zum Äußersten zwingt, denkt meist kaum noch jemand an seine Zähne. Doch wer sich übergibt, sollte ein großes Risiko nicht aus den Augen verlieren.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Es ist ein Reflex, der den Körper vor Schlimmeren bewahren soll: Mit dem Erbrechen entledigt sich der Magen potentieller Giftstoffe. Doch nicht nur gefährliche Substanzen, Keime und Fremdkörper stimulieren den Brechreiz. Auch heftige Hormonschwankungen, Schwindelgefühle und Kreislaufbeschwerden können ein Signal auslösen, das eine sofortige Entleerung des Magens bewirkt. Betroffene denken in der misslichen Lage meist wenig an ihre Zähne - mit teilweise schwerwiegenden Folgen.</p>
<p class="bodytext"><br />In der Regel ist vielen Menschen die Ursache für eine plötzliche Übelkeit bekannt. Schwangere trifft es häufig in den Morgenstunden, Schiffspassagiere werden bisweilen überraschend mit heftigem Seegang konfrontiert. Wenn dann das Essen partout den Magen wieder verlassen will, ist das zwar unangenehm, aber kein großes Desaster. Für die Zähne jedoch, ist der Kontakt zur ätzenden Magensäure durchaus bedrohlich.</p>
<p class="bodytext"><br />Wichtiger Bestandteil des menschlichen Magensafts ist nämlich Salzsäure. In der Evolution hat es sich als vorteilhaft erwiesen, alle dem Verdauungstrakt zugeführten Speisen durch ein solches Säurebad zu schleusen. Parasiten und schädliche Mikroben haben dadurch kaum eine Überlebenschance, Krankheiten werden abgewehrt und die Nahrungsmittel optimal vorverdaut. Durch den Gehalt an Salzsäure im Magen, liegt dort der pH-Wert bei etwa 2. Das entspricht dem Saft einer Zitrone, neutrales reines Wasser liegt bei 7.<br /><br /><strong>Säure macht Zahnschmelz weich</strong><br /><br />Auch wenn Zahnschmelz unter Standardbedingungen die härteste Substanz im gesamten menschlichen Körper ist: nach einer Säuredusche wird er ziemlich weich. Gegen mechanische Einwirkungen ist er völlig ungeschützt, jeder Kontakt kann Kerben und Abtragungen verursachen. Wer daher nach dem Erbrechen sofort zur Zahnbürste greift, um ein angenehmeres Mundgefühl zu bekommen, riskiert bleibende Schäden an den Zähnen.</p>
<p class="bodytext"><br />Die US-Forscherin Patricia Mulvaney-Roth vom Molloy College in New York hat zum Thema Zahnerosion eine <a href="https://ons.confex.com/ons/2020/cp/eposterview.cgi?eposterid=1041"  target="_blank">Literaturstudie gemacht und die Ergebnisse</a> auf einem Kongress in Texas vorgestellt. Ihr Fazit aus mehr als ein Dutzend wissenschaftlicher Veröffentlichungen: Mindestens eine Stunde nach dem Erbrechen sollte die Zahnbürste tabu sein. Nur so könnten zuverlässig Zahnabbrüche oder überempfindliche Zähne vermieden werden. Besonders bei den Nebenwirkungen einer Krebstherapie sei diese Vorsichtsmaßnahme zu beherzigen.</p>
<p class="bodytext"><br />Alternativen für eine angemessene Mundhygiene nach dem Übergeben seien beispielsweise fluoridhaltige Mundspülungen. Diese unterstützen die Stabilität der Zähne, da die Säuren des Magensafts viele Mineralstoffe aus dem Schmelz herauslösen. Auch einfache Salzlösungen seien zum Spülen geeignet. Stehen diese nicht zur Verfügung, ist klares Wasser immer noch besser als das klassische Zähneputzen. Um schneller wieder einen neutralen pH-Wert im Mundraum zu erreichen, kann auch ein Zungenschaber zum Einsatz kommen. Dieser entfernt effizient Säurereste aus Grübchen und Furchen von der Zungenoberfläche.</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-172</guid>
						<pubDate>Wed, 23 Sep 2020 12:53:36 +0200</pubDate>
						<title>Bonusheft: Seit Oktober lohnt es sich noch mehr</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/bonusheft-seit-oktober-lohnt-es-sich-noch-mehr/</link>
						<description>Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt zahlen sich aus. Eine neue Regelung belohnt Patienten mit höheren Zuschüssen beim Zahnersatz.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Seit mehr als 30 Jahren soll es Patienten zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen motivieren: Das Bonusheft der gesetzlichen Krankenkassen. In seinem braunen 1990er-Jahre-Design mutet es wie ein Relikt aus vergangenen Tagen an. Und sich das wasserfeste Dokument bei jedem Praxisbesuch abstempeln zu lassen, hat ein wenig den Charme vom Treueherzchen Sammeln im Supermarkt. Doch die kleine Mühe zahlt sich aus. Bei größeren Zahnarztbehandlungen beteiligt sich die Kasse bei nachgewiesenen Kontrolluntersuchungen mit einem höheren Satz an den Behandlungskosten.</p>
<p class="bodytext"><br />Seit 2005 muss ein Patient beim Zahnersatz selbst tief in die Tasche greifen. Die gesetzliche Versicherung zahlt seither nicht mehr einen prozentualen Anteil der Gesamtkosten - stattdessen gibt es nur noch einen Festzuschuss, der sich am Befund orientiert. Mit nur 50 Prozent der Kosten einer theoretischen Standardbehandlung unterstützte die gesetzliche Kasse jahrelang ihre Mitglieder, seit 1.10.2020 sind es immerhin 60 Prozent. Höherwertige Materialien wie Edelmetalle, beispielsweise bei einer künstlichen Krone, werden gar nicht übernommen.</p>
<p class="bodytext"><br />Wer jedoch mit dem Bonusheft jährliche Zahnarztbesuche über fünf Jahre nachweisen kann, bekommt 70 Prozent erstattet (früher 60 Prozent), bei zehn Jahren sogar 75 Prozent (zuvor 65 Prozent). Die neue gesetzliche Regelung soll den Anreiz für Routineuntersuchungen weiter erhöhen. Seit dem 1. Oktober&nbsp; können in Ausnahmefällen auch 75 Prozent gewährt werden, wenn der Patient einmal in den vergangenen zehn Jahren eine Kontrolle verpasst hat. Die Gesetzesänderung ist Teil des neuen <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/T/TSVG_BGBL.pdf"  target="_blank">Terminservice- und Versorgungsgesetzes</a> (TSVG).</p>
<p class="bodytext"><strong>Beispiel Brücke: Mit Bonusheft 100 Euro gespart</strong></p>
<p class="bodytext">Am Beispiel einer Zahnbrücke lässt sich gut veranschaulichen, welche Vorteile ein gut geführtes Bonusheft mit sich bringt. Eine einfache Brücke würde der Zahnarzt mit etwa 660 Euro abrechnen, seit 1. Oktober trägt der gesetzlich versicherte Patient davon 264 Euro. Mit Bonusheft (fünf Jahre regelmäßig abgestempelt) sinkt der Eigenanteil auf 198 Euro. Bei zehn Jahren mit jährlicher Routineuntersuchung sind es sogar nur noch 165 Euro. Allein eine Brückenversorgung schlägt somit schon mit fast 100 Euro Ersparnis zu Buche.</p>
<p class="bodytext"><br />Einen Wermutstropfen gibt es jedoch bei der Beteiligung der gesetzlichen Versicherung: Die meisten Patienten wünschen sich kostspieligere Alternativen zur Basisversorgung, die beispielsweise ein ästhetisch besseres Ergebnis liefern. So zahlt die Kasse keine Keramikverblendungen einer Brücke im nicht sichtbaren Bereich. Dieses Extra muss der Patient komplett alleine bezahlen.</p>
<p class="bodytext"><br />Auch wenn durch die Corona-Pandemie viele Patienten einen Zahnarztbesuch scheuen, sollte auch in diesem Jahr niemand eine Kontrolle ausfallen lassen. In den Praxen herrscht ein sehr hoher Hygiene-Standard, das Infektionsrisiko <a href="https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/behandlung-nur-noch-in-notfaellen.html"  target="_blank">ist laut Bundeszahnärztekammer</a> bei Behandlungen nicht erhöht. Für Erwachsene wird bislang somit auch für 2020 ein Stempel für ein lückenlos geführtes Bonusheft erforderlich sein.</p>
<p class="bodytext"><br />Unter 18-Jährige, die zwei Untersuchungen pro Jahr vorweisen müssen, durften jedoch im ersten Halbjahr 2020 ihren Besuch ausfallen lassen: Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen <a href="https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwinnamOkf_rAhUhtHEKHZNzCp4QFjAAegQIBxAB&url=https%3A%2F%2Fwww.kzbv.de%2Fkzbv-statement-zahnaerztliche-vorsorge-bonus.download.2e56b5ad8dcc80403877af85b8f009a5.pdf&usg=AOvVaw3Qg16f5YId9oVECfQ56Xg8"  target="_blank">sind sich einig</a>, dass Corona-bedingt Kinder und Jugendliche auch ohne die Vorsorgeuntersuchung ihren Bonusanspruch behalten sollen. </p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-171</guid>
						<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 02:56:54 +0200</pubDate>
						<title>Zähne lügen nicht</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/zaehne-luegen-nicht/</link>
						<description>Eine dünne Gewebsschicht auf der Zahnwurzel schützt das Zahnbein mit stetig nachwachsenden Zellen. Ganz nebenbei dokumentieren diese den Lebenswandel ihrer Besitzer - einschneidende Veränderungen bleiben sichtbar.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Laufe eines Lebens passieren etliche Dinge, die den menschlichen Körper fordern oder gar in Extremsituationen bringen. Meist hinterlassen Ausnahmezustände wie Schwangerschaften, Erkrankungen oder hormonelle Umstellungen kaum Spuren - was ein Mensch in der Vergangenheit durchgemacht hat, sieht man ihm selten an. Doch ganz im Verborgenen gibt es einen unscheinbaren Chronisten, der wichtige persönliche Ereignisse aufzeichnet: das Wurzelzement.</p>
<p class="bodytext">Wurzel- oder auch Zahnzement umgibt und schützt das Dentin in der Zahnwurzel. Es ist Teil des Zahnhalteapparats und sorgt für eine sichere Verbindung zwischen Kieferknochen und Zahn. Beständig bilden sich neue Zellen in dieser dünnen Gewebsschicht, die ungefähr zur Hälfte aus harter mineralischer Substanz mit Calcium und Fluor besteht. Den übrigen Anteil machen organische Moleküle wie Kollagen oder Proteoglykane aus.<strong><br /><br />Jahresringe verraten Ereignisse</strong><br /><br />Ein Forscherteam der New York University hat sich jetzt dieses wenig erforschte Gewebe genau angeschaut und nicht schlecht gestaunt: Wie die Jahresringe eines Baumstammes verraten auch die Zellschichten des Wurzelzements, wann eine Person mit erheblichen Stressphasen und Umstellungen zu kämpfen hatte.</p>
<p class="bodytext">Die Doktorandin Paola Cerrito vom Institut für Anthropologie und ihre Kollegen <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-020-62177-7"  target="_blank">untersuchten die Gebisse von 15 verstorbenen Zentralafrikanern</a>, deren Lebensgeschichte sie weitestgehend kannten. 47 Zähne wurden in dünne Scheiben geschnitten und mit verschiedenen Mikroskopiertechniken betrachtet. Es zeigten sich vielfältige Mikrostrukturen, die sich gut einzelnen Veränderungen im Lebenswandel der Testpersonen zuordnen ließen.<br /><br /><strong>Wurzelzement archiviert Biographie</strong></p>
<p class="bodytext">Von der frühen Zahnentwicklung bis zum Tod speichern Zähne demnach sämtliche Ereignisdaten eines Individuums. Das können hormonelle Einflüsse durch Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause sein. Aber auch Gefängnisaufenthalte, Mangelernährung, Nierenerkrankungen oder einen Umzug vom Land in die Stadt konnten die Wissenschaftler an ungewöhnlich veränderten Jahresringen erkennen.</p>
<p class="bodytext">Überraschend war zudem, dass die Arbeitsgruppe nicht nur Stressphasen und Wendepunkte ablesen, sondern auch mit einer hohen Trefferquote das zugehörige Lebensalter benennen konnte. Die Forscher hoffen, dass ihre Entdeckung auch bei archäologischen Funden offene Fragen klären könnte. Leider ist jedoch derzeit nicht möglich zuzuordnen, welches Lebensereignis eine Veränderung in einer Wurzelzementschicht verursacht hat.</p>]]></content:encoded>
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						<guid isPermaLink="false">news-170</guid>
						<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 20:14:04 +0100</pubDate>
						<title>Corona-Krise: Trotzdem zum Zahnarzt? </title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/corona-krise-trotzdem-zum-zahnarzt/</link>
						<description>Ein neuartiges Virus sorgt für Verunsicherung: Droht Europa ein Krankheits-Tsunami und kann soziale Isolation helfen? Da niemand die Antwort kennt, reagieren Menschen mit Panik oder Gleichgültigkeit. Für Zahnarzt-Praxen wird dies zum Problem.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In Zeiten der Corona-Krise beherrscht ein Thema die Nachrichten: Wie lassen sich die kommenden Monate unversehrt überstehen? Unzählige Präventionsmaßnahmen auch im privaten Bereich sollen das Schlimmste verhindern - dumm nur, wenn neben allen organisatorischen Notwendigkeiten plötzlich die Zähne Ärger machen.</p>
<p class="bodytext">Ausgerechnet jetzt wird das Ziehen im Backenzahn immer schlimmer, bei jedem Biss schießt ein stechender Schmerz unvermittelt durch den Kieferknochen. Eine Behandlung beim Zahnarzt scheint unausweichlich, besser gleich morgen als erst nächste Woche, ist ein Besuch fällig. Doch ist es dieser Tage nicht viel zu gefährlich zum Zahnarzt zu gehen und sich dort möglicherweise mit Covid-19, wie das Corona-Virus auch genannt wird, zu infizieren?</p>
<p class="bodytext">Viele Patienten sagen zurzeit aus Furcht vor der Ansteckung mit dem Virus ihre Termine ab, berichten die <a href="https://www.zm-online.de/news/gesellschaft/patienten-sagen-zahnarzttermine-ab/"  target="_blank"><em>&quot;Zahnärztlichen Mitteilungen&quot;</em></a>. Zwar versichern manche Praxen, die ohnehin hohen hygienischen Standards noch einmal verbessert zu haben. Doch die Angst vor den heimtückischen Keimen macht nicht nur Hypochonder äußerst vorsichtig. Wer lediglich die jährliche Kontrolluntersuchung geplant hatte, verschiebt im Zweifel oft den Gang zum Arzt auf den Herbst.</p>
<p class="bodytext"><strong>Bei akutem Schmerz zum Arzt</strong></p>
<p class="bodytext">Bei akuten Beschwerden sollte jedoch niemand den Weg in die Praxis scheuen: Bevor ein entzündeter Zahn zu schweren Komplikationen führt, kann ein Fachmann die Lage genau abklären und eine entsprechende Therapie einleiten. Anders sieht es aus, wenn ein Patient zudem Symptome wie Fieber oder Husten aufweist oder gerade aus einem Hochrisikogebiet mit Corona-Infizierten kommt.</p>
<p class="bodytext">Je nach Schweregrad der Zahnschmerzen wird der Zahnarzt dann wahrscheinlich ein Verschieben der Behandlung um mindestens zwei Wochen vorschlagen. Am besten spart man sich in diesem Fall die persönliche Vorstellung in der Praxis und trifft sämtliche Absprachen nur telefonisch. Hilfreich für das weitere Vorgehen ist hierbei auch die Servicenummer der Kassenärztlichen Vereinigungen (Festnetz 116117).</p>
<p class="bodytext">Im akuten Notfall muss ein Zahnarzt einen Corona-Patienten behandeln. Das gilt laut Berufsordnung allerdings nur, wenn er sich selbst nicht in Gefahr bringt. Fehlt es in einer Praxis also beispielsweise wegen eines Engpasses an Schutzbrillen, Atemschutzmasken oder Handschuhen, kann der Zahnmediziner die Behandlung vorübergehend ablehnen. Die Bundeszahnärztekammer rät in diesen Fällen den Zahnmedizinern, einen Zeitraum von <a href="https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/faq-coronavirus.html"  target="_blank">14 Tagen mit Schmerzmitteln oder/und Antibiotika</a> zu überbrücken. Letztendlich bleibt es jedoch eine Frage der Abwägung und im Einzelfall kann ein Arzt sogar gezwungen sein, auch bei einem gewissen Infektionsrisiko einen extremen Notfall zu behandeln. Je nach Bundesland können außerdem zahnmedizinische Notfallzentren die Versorgung von Corona-Kranken sichern.</p>
<p class="bodytext"><strong>Bewährungsprobe für Zahnarztpraxen</strong></p>
<p class="bodytext">Für die Zahnärzteschaft ist der globale Ausnahmezustand eine völlig neue, unerwartete Situation. Die Bundes- und die Landeszahnärztekammern sowie die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen versuchen Mediziner und Praxismitarbeiter bestmöglich zu informieren, doch für jedes Team bedeutet die Krise eine ganz individuelle Herausforderung.</p>
<p class="bodytext">Auch eine Praxis ist ein kleines Wirtschaftsunternehmen, das jeweils ganz eigenständig gegen Turbulenzen jeglicher Art abgesichert ist – oder auch nicht. Einige erleben momentan eine harte Bewährungsprobe, die bis zur existenziellen Bedrohung heranwächst. Sei es durch unerwartet viele Terminabsagen, erkrankte Mitarbeiter, Materialengpässe oder einen Infektionsfall in der Praxis: Das Risiko von Verdienstausfällen ist hoch, festangestellte Mitarbeiter müssen auch bei eingeschränktem Betrieb voll weiter bezahlt werden. Faires und rationales Verhalten (beispielsweise indem Normalbürger vom Kauf von Schutzkleidung absehen) kann zumindest eine Verschlechterung der Situation abmildern.</p>]]></content:encoded>
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					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-102</guid>
						<pubDate>Wed, 20 Nov 2019 16:49:00 +0100</pubDate>
						<title>Versteckter Zahnbelag</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/versteckter-zahnbelag/</link>
						<description>Zum Schutz vor Karies und Parodontitis muss Plaque auch zwischen den Zähnen gründlich entfernt werden. Studien zeigen: mit kleinen Bürstchen geht das am besten. Hat die Zahnseide also ausgedient?</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Vor wenigen Jahren erschütterte eine Studienauswertung die Dentalbranche: Anhand wissenschaftlicher Untersuchungen ließen sich kaum Beweise dafür finden, dass Zahnseide einen positiven Effekt für die Zahngesundheit hat. Nur schwer konnten Zahnärzte das angekratzte Image der reinigenden Fädchen wieder aufpolieren. Letztendlich sollte jeder jedoch auch mit bloßem gesunden Menschenverstand nachvollziehen können, dass das Fädeln zwischen den Zähnen gut für die Mundgesundheit ist. Denn je weniger Plaque auf den Zähnen Bakterien einen Rückzugsort bietet, desto niedriger wird das Risiko für Karies und Parodontitis.</p>
<p class="bodytext">Um versteckte Beläge zu entfernen, gibt es zur Zahnseide auch eine beliebte Alternative. Interdentalbürsten in unterschiedlicher Größe und Bauart sind längst kein Geheimtipp mehr. Im direkten Vergleich zeigen die kleinen Putzhilfen bessere Ergebnisse als die Seide. In einem jüngst veröffentlichten Übersichtsartikel (<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6630384/"  target="_blank">Dentistry Journal, Juni 2019</a>) haben Forscher der Universität Singapur die Wirksamkeit verschiedener Methoden zur Reinigung der Zahnzwischenräume verglichen. Heraus kam ein klarer Punktsieg für die Interdentalbürstchen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Nötige Gründlichkeit fehlt</strong></p>
<p class="bodytext">Einer der Hauptgründe dafür ist die schwierige Technik des &quot;perfekten&quot; Fädelns. Wer beim Abtragen der Plaque mit der Seide nicht ausreichend effizient ist, lässt verbleibenden Bakterienkolonien weiter alle Möglichkeiten für ihr schädliches Treiben. Zudem machen die umständlichen Handgriffe bei der Zahnseidenreinigung es vielen Menschen schwer, daraus eine regelmäßige Hygieneroutine zu machen.</p>
<p class="bodytext">Die Autoren des Fachartikels haben sich darüber hinaus auch die Beschaffenheit der Zahnzwischenraumbürsten angeschaut. Produkte aus Gummi scheinen keine Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den klassischen Miniaturbürsten zu haben. Reinigungshilfen aus Holz hingegen putzen schlechter und bieten keinen zusätzlichen Reinigungseffekt, wenn sie neben dem normalen Zähneputzen zum Einsatz kommen. Patienten mit Zahnfleischbluten bringen sie allerdings eine leichte Besserung.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zahnseide nicht überflüssig</strong></p>
<p class="bodytext">Laut Studienlage entfernen Interdentalbürstchen also mehr Zahnbelag, verbessern den Zustand des Zahnfleisches und beugen Parodontitis vor. Um Zahnimplantate zu pflegen sind sie das erste Mittel der Wahl. Hat Zahnseide damit komplett ihre Daseinsberechtigung verloren? Definitiv nicht. Bei sehr engen Zahnständen wird eine Bürste kaum erfolgreich sein und es gibt keine Alternative zur Zahnseide. Viele Patienten haben zudem das nötige Geschick, mit dem Faden die Zähne perfekt zu umspielen.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Auch wenn die Benutzung der kleinen Bürstchen so unkompliziert scheint, ist eine Beratung beim Zahnarzt zu empfehlen. Meist braucht eine Person mehrere verschiedene Größen für die unterschiedlichen Zahnzwischenräume. Dabei kommt es auf die optimale Breite an: Zu kleine Bürsten reinigen unzureichend, zu große schädigen das Gewebe. Auch die korrekte Putztechnik sollte sich jeder von einem Profi zeigen lassen. Zahnpflege ist eine individuelle Angelegenheit und braucht immer maßgeschneiderte Lösungen.</p>]]></content:encoded>
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					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-169</guid>
						<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 02:28:21 +0200</pubDate>
						<title>Im &quot;Öko&quot;-Test</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/im-oeko-test/</link>
						<description>Mit den ersten Beißerchen geht das tägliche Zähneputzen los - doch nicht jede Kinderzahnpasta besteht einen kritischen Test. Jedes fünfte Produkt fällt durch. Nicht nur fehlende Warnhinweise machten kritischen Betrachtern Sorgen.</description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Kinder sollten schon früh an eine regelmäßige Zahnpflege herangeführt werden: Der Umgang mit Bürste und Zahncreme geht spielerisch meist leichter von der Hand, als manche Eltern zunächst befürchten.</p>
<p class="bodytext">Sobald der erste Zahnschmelz sich durch das Zahnfleisch hindurchgearbeitet hat, ist auch bei den Kleinsten das tägliche Zähneputzen zu empfehlen. Denn schon Milchzähne laufen Gefahr, durch Karies geschädigt zu werden - mit möglicherweise schlimmen Folgen für die nachkommenden Zähne. Eine gute Prophylaxe kann helfen, dies zu verhindern.</p>
<p class="bodytext">Kinderärzte und Zahnärzte sind sich einig: Fluorid macht Kariesbakterien das Leben schwer. Während erstere allerdings ratsuchenden Eltern Fluorid in Tabletten- oder Tropfenform empfehlen, favorisieren Zahnärzte den Stoff als Zusatz in der Zahnpasta. Denn Fluorid ist bekannt für seine gute lokale Wirkung auf der Zahnoberfläche.</p>
<p class="bodytext"><strong>Gefahr von falschen Dosierungen</strong></p>
<p class="bodytext">Klar ist zumindest: Bekommen Kinder Fluorid aus beiden Quellen, führt dies oft zu Überdosierungen. Irreversible weiße Flecken auf den Zähnen sind noch das geringere Problem, das ein Zuviel an Fluorid bewirkt. Eine so genannte Fluorose lässt Knochen brüchiger werden und schädigt Gelenke und Bänder. Mütter und Väter sollten also genau darauf achten, wie viel Fluorid ein Kind zu sich nimmt.</p>
<p class="bodytext">Hersteller von Kinder- und Jugendzahncremes sind somit ebenfalls in der Verantwortung, hier umfassend aufzuklären. Im Ratgeber Kinder und Familie (9/2019) des Verbrauchermagazins Ökotest haben die Redakteure 65 Zahnpasten für Kinder <a href="https://www.oekotest.de/kinder-familie/Kinderzahnpasta-Test-Jede-fuenfte-Tube-faellt-durch_111627_1.html#productList"  target="_blank">unter die Lupe genommen</a> und bewerteten diese unter anderem auch in Bezug auf entsprechende Dosierungshinweise. Immerhin 38 Produkte genügten den Anforderungen der kritischen Tester. 13 Zahnpasten würden die Autoren jedoch nicht empfehlen und bekamen als Note ein &quot;mangelhaft&quot; oder &quot;ungenügend&quot;.</p>
<p class="bodytext"><strong>Warnhinweise wichtig</strong></p>
<p class="bodytext">Neben fehlenden Warnhinweisen für Eltern auf drohende Unter- oder Überversorgung mit Fluorid, bemängelte das Testmagazin auch bestimmte chemische Substanzen und gefährliche Metalle in den Pflegeprodukten. Stoffe, die eine Zahnpasta stark schäumen lassen, aber die empfindlichen Schleimhäute reizen, führten zu Punktabzügen. Besonders negativ fiel bei einigen Herstellern auch eine Belastung mit Schwermetallen auf.</p>
<p class="bodytext">Milchzahncreme von Bio-Spectra enthielt krebserzeugendes Cadmium, die beiden Produkte von Pure Beginnings zeigten Spuren von nervenschädigendem Blei und hohe Mengen an Aluminium. Auch Zink sollten Kinder nicht über eine Zahnpasta aufnehmen, weshalb Zendium Kids 1-6 von den Testern mit &quot;ungenügend&quot; bewertet wurde. Nicht zu empfehlen waren darüber hinaus Fuchs junior, Signal Kids - Meine Freundin Conni, Urtekam Children, Signal Pokemon, Oral-B Pro-Expert Stages, Odol-Med 3 Cool Kids und die beiden Zahnpasten von Jack n' Jill.</p>
<p class="bodytext"><strong>Optimale Fluoridversorgung für Kinder</strong></p>
<p class="bodytext">Im Herbst 2018 hatten sich mehrere Fachgesellschaften für Zahnheilkunde getroffen und neue Empfehlungen für Kinder vorgeschlagen. Demnach sollten Kinder bis zwei Jahre zwei Mal täglich eine erbsengroße Menge Zahnpasta benutzen, die 500 ppm Fluorid enthält. Von zwei bis sechs Jahren ist auf ein Produkt zu wechseln, das mit 1000 ppm Fluorid ausgewiesen ist. </p>]]></content:encoded>
					</item>
				
					<item>
						<guid isPermaLink="false">news-168</guid>
						<pubDate>Mon, 26 Nov 2018 21:44:12 +0100</pubDate>
						<title>Erklärfilm dentaltrade für Zahnärzte</title>
						<link>http://newsroom.dentaltrade-zahnersatz.de/presse/artikel/erklaerfilm-dentaltrade-fuer-zahnaerzte/</link>
						<description></description>
						<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Erklärvideo informiert Zahnärzte über Bremer Unternehmen</p>
<p class="bodytext">[youtube ceqUab2qxq4]</p>]]></content:encoded>
					</item>
				
			
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